Schlafgewohnheiten
Lange Zeit hat das Engelchen jetzt bei uns im Bett geschlafen. Irgendwann während des Entwicklungsschubes im 9. Monat muss irgendetwas passiert sein, was dazu geführt hat, dass die Kleine alleine Angst im Dunklen hatte. Die Folge war, dass sie Nachts sieben bis acht mal wach wurde und uns aus dem Bett gebrüllt hat. Trotz Nachtlicht, trotz Tür auf, trotz aller Versuche, Schimpfereien und konsequentem “wieder hinlegen”. Über einen Monat lang hiess es mehrfach und zu jeder Nachtzeit mindestens eine halbe Stunde im Kinderzimmer verbringen, bis die Terrorkröte wieder eingeschlafen war, nur um das Spielchen spätestens eine Stunde danach erneut zu beginnen. Das hat uns so manche Nacht mit sehr wenig Schlaf und mir so manchen Arbeitsmorgen mit dicken Klüsen beschert, bis wir irgendwann aufgegeben und sie in unser Bett geholt haben. Da hat sie problemlos von halb acht bis morgens um sieben durchgeschlafen. Irgendwann war uns der eigene Nachtschlaf schlicht wichtiger als Konsequenz und die Intimität des eigenen Schlafzimmers.
Die Folge war natürlich, dass seit diesem Moment “ab ins Bett!” automatisch mit dem Weg Richtung Elternschlafzimmer verbunden wurde. Angst alleine hatte sie dennoch und so haben in all der Zeit wahlweise Mama oder Papa so lange neben ihr liegen müssen, bis sie eingeschlafen war – was manches Mal mehr als eine Stunde dauern konnte, weil sich die Terrorkröte mit allerlei Fisimatenten wach gehalten hat. Mittlerweile ist sie zwei Jahre alt und wird beim wachhalten immer kreativer. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie sehr das nerven kann!
Vor rund einer Woche hat es Papa dann mal derart genervt, dass er nach einer Stunde einfach aufstand und die verdutzte Terrorkröte mit den wütenden Worten “Ich hab keinen Bock mehr!!! Papa iss im Wohnzimmer! Wenn was iss, dann schrei einfach!” allein im Bett liegen liess. Und siehe da: Es hat zwar mehr als eine weitere Stunde gedauert, aber auf einmal konnte das Engelchen allein einschlafen – leider noch immer im Elternbett. Dennoch haben wir das durchgezogen, sie abends hingelegt, Geschichte gelesen und sind raus gegangen. Das hat eine Woche gut geklappt.
Gestern plötzlich, nach mehr als einem Jahr zwischen uns, hat das Engelchen nach ausgiebiger Besichtigung der Juniorbetten bei IKEA beschlossen, dass sie jetzt “große Mädchen in große Bett” ist und ich habe deshalb gestern Mittag das Gitterbett in ein Juniorbett umgebaut. Am Abend ist Madame ohne zu zögern in IHR Bett gestiefelt, hat sich zugedeckt, Mama hat eine Geschichte gelesen und dann hat sie bis halb neun heute Morgen geratzt! Mann, was waren wir froh – auch wenn Papa und Mama seit halb sieben immer mit einem Ohr gelauscht haben, wann denn wohl endlich ein Geräusch aus dem Zimmer kommt.
Jetzt schläft das “große Mädchen” wieder allein in ihrem Zimmer und Mama und Papa müssen sich erst mal an den vielen Platz im Bett gewöhnen
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