Daisy
Also echt – Schneestürme und die begleitende Panikmache haben auch ihre guten Seiten. Selten habe ich an einem Samstagmorgen um 10.00 Uhr so viel Ruhe beim einkaufen gehabt. Daisy hat dank der Medien für so viel Panik gesorgt, dass die Menschen am Freitag quasi den Laden gestürmt und sich offenbar über das Wochenende mit Vorräten eingedeckt hatten. Am Samstag befanden sich deshalb kaum Autos auf der ( zugegeben glatten ) Strasse und der Laden war leer wie nie.
Der gemeine Ostwestfale kann mit Schnee halt nicht mehr um und verlernt schon beim ersten Anzeichen von weißer Pracht das Auto fahren. Man glaubt heute scheinbar auch nur zu gern den vermeintlichen Experten, die jedes Mal das Ende der Welt verkünden, wenn die Witterung mal nicht der Norm entspricht. Da bleibt das Auto eben stehen. Es fanden sich zudem auch kaum Menschen auf dem Bürgersteig, dabei war es eigentlich nichts weiter als ein windiger Wintertag. War ja auch klar, immerhin bedeutet Daisy in Amerika schlicht und einfach Gänseblümchen. Was soll da schon schlimmes passieren
?
Einzig des Deutschen offenbar liebstes Winterhobby – das Schnee schieben – trieb dick vermummte Gestalten auf die Strassen, bzw. in ihre Einfahrten. Das dann aber, typisch pflichtbewusst, schon zu nachtschlafender Zeit, also ab 6.00 in der Früh! Egal wie dicht das Schneegestöber auch ist, es wird geschoben was die müden Arme her geben. Auch wenn man genau weiß, dass jeder frei geräumte Weg in der Einfahrt nicht mal eine Stunde später erneut der Räumung verlangt. Dann räumt man eben drei bis vier mal am Tag. Syssiphus lässt grüßen. Beim Bürgersteig sehe ich es ja ein, aber die Einfahrt??? Obwohl man sein Auto ob der angekündigten Katastrophe eh nicht bewegen will? Na ja, wer’s braucht…
…wir haben am späten Vormittag einmal geräumt, weil man die Massen sonst nicht mehr gehoben bekommt. Ansonsten war ich einmal mit dem Auto und dann noch zu Fuß zum einkaufen. Ganz unproblematisch übrigens. Schön sind solche Schneespaziergänge nämlich und man kann sie mit dem nützlichen verbinden.
Während dessen haben sich Freunde von uns in Essen auf die Autobahn geworfen und siehe da, sie kamen tatsächlich abends pünktlich zur Lasagne bei uns an. Die einen nennen es Daisy und machen sich bange, die anderen nennen es halt schlicht und einfach Winter und passen sich entsprechend an. So haben wir Sonntag auf einen gelungenen Spieleabend zurück geblickt und uns fest vorgenommen, dass wir auch beim nächsten angekündigten BLIZZARD ( O-Ton RTL II ) kein Notstromaggregat kaufen werden.








Nena schrieb,
Januar 11, 2010 @ 16:24
Ich weiß auch nicht, was die Medien immer mit ihren Katastrophenmeldungen haben. Das Ende vom Lied ist doch nur, dass sie wieder berichten können, wie glimpflich alles von statten gegangen ist. Auf den Schnee habe ich mich wirklich gefreut, aber nein Pustekuchen, es gab vielleicht 10 cm in NRW.
Heute hat auch alles schon wieder aufgehört und Wetterberichten zufolge schneit es kaum noch in Deutschland.
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