Archiv für August, 2011

Ende einer Tradition

Am Ende war es nur noch Elend. Der 569. Brackweder Schweinemarkt wird der letzte seiner Art gewesen sein. Die Politiker in Brackwede schwadronieren über veränderte Zeiten und die aussterbende Vergnügungsform der Kirmes. Folgen kann ich dem nicht so recht. Der Dom in Hamburg funktioniert, der Freimarkt in Bremen auch und auf der Bielefelder Kirmes an der Radrennbahn ist eigentlich auch immer die Hölle los. Warum also geht es in Brackwede nicht?

Als ich meine bessere Hälfte kennen lernte, da gingen wir am Montag zur Ferkelverlosung. Das war uns einen Tag Urlaub wert und wir verbrachten den ganzen Tag mit Freunden oder Familie auf dem Schweinemarkt. Bratwurst, Bier, Ochsenbrühe, gute Laune und am Ende alkoholgeschwängerter Tiefschlaf waren das Programm des Tages. Sicherlich, auch da war es schon nicht mehr so, dass die Brackweder Schulen die letzten Stunden ausfallen liessen und die Brackweder Firmen einen Schweinmarkttag einlegten. Die Zeiten ändern sich und mit Traditionen hat man es dann nicht immer so. Aber das Fest war gut besucht.

Im laufe der Jahre wurde es dann mit den Besuchern immer weniger. Steigende Preise sorgten für ausbleibende Besucher. Mit den ausbleibenden Besuchern folgten ausbleibende Schausteller und am Ende musste der Schweinemarkt, der sonst das ganze Gleisdreieck einnahm, auf weniger als die Hälfte der Fläche zusammen schrumpfen. Wahr haben wollte den Niedergang aber niemand. Nicht die Politik und auch nicht die Presse, die sich vor und vor allem nach dem Schweinemarktwochenende mit Superlativen übertraf, während sich der mitlesende Live-Besucher fragte, wo zur Hölle dieses Event denn statt gefunden hatte, über welches dort so wundderbar berichtet wurde. Der traurige Höhepunkt war der Versuch im letzten Jahr, mit einem Oktoberfest Ende August die Besucher ins Festzelt zu locken. Das war der größte Schuss in den Ofen, den wir dort erleben durften.

Nun soll der Schweinemarkt ins Herz von Brackwede wandern und ein neues Konzept bekommen. Hauptsache ist, es bemekrt endlich mal jemand, dass den Menschen das Geld einfach nicht mehr so locker sitzt. Das hat gar nicht so viel mit dem Aussterben der Unterhaltungsform Kirmes zu tun. Es ist ähnlich, wie bei den Brackweder Glückstalertagen: Man ist einfach nicht mehr bereit, auf einer Kirmes eine Menge Geld in schlecht gezapftes Bier und mehrfach aufgewärmte Hot Dog-Würstchen zu investieren. Daran muss man zuerst arbeiten, sonst nutzt das schönste Konzept nämlich gar nix!

Kommentar (1) »

Wohnen nach Wunsch

Eben in der IKEA-Werbesendung auf RTL, auch bekannt unter “Wohnen nach Wunsch”: Die komplette Renovierung, Sanierung und Restaurierung eines Messi-Hauses. Ich habe mal eine Frage: Wenn jemand seine Hütte über Jahrzehnte zumüllt und verfallen lässt, warum kommt dann Tine Wittler und räumt auf? Ich frage mich, wie lange der aufgeräumte Zustand erhalten bleibt, denn ein Messi ist entweder krank und ohne psychologische Behandlung deshalb nicht zum aufräumen und wegwerfen fähig oder die Personen, die dort messihaft gehaust haben, sind schlichtweg faule Drechschw***. Ohne Behandlung eines kranken Menschen wird sich die Bude vom Aussehen her in Kürze sowieso wieder am Zustand der örtlichen Müllhalde orientieren und faule Menschen werden nicht plötzlich fleissig, nur weil Tine mehr Stauraum schafft und aus der Abstellkammer ein Luxusbad zaubert. Im Gegenteil – da ist höchstens ein Raum mehr, der sauber gemacht werden müsste, aber nicht sauber gemacht wird. Dafür kann man den zusätzlichen Stauraum oder gar die abdeckbaren Fussbäder prima nutzen, um dort ggfs. verstorbene Katzen ohne Blickbelästigung den Weg allen irdischen gehen zu lassen.

Ich weiß nicht so genau, was ich davon halten soll. Wenn man Familien, die z.B. durch Schicksalsschläge, Arbeitslosigkeit oder Betrug in Not geraten sind, über diesen Weg ein vernünftiges Haus mit einer neuen Einrichtung zur Verfügung stellt, finde ich das im Grunde genommen prima. Aber wenn jemand seine Bude jahrelang und schuldhaft in eine Müllhalde verwandelt, dann sollte man ihn nicht auch noch dafür belohnen.

keine Kommentare »

3 Wochen – 3 Tage

Drei Wochen hatte ich jetzt Urlaub. Am Montag geht es wieder in die Firma und der alltägliche Wahnsinn hat mich wieder. Alles in allem war es auch zu Hause schön und wir haben einiges unternommen. Aber das Wetter hat uns insgesamt dennoch einen schönen Strich durh die Rechnung gemacht.

Eigentlich bin ich nicht so ein wetterabhängiger Mensch. In so einem Urlaub zu Hause brauche ich gar nicht so viel. Frühstück mit Zeitung auf dem Balkon, ein wenig Grillfleisch und Weizenbier und gelegentlich mal ein Abend mit Buch auf dem Balkon.

Tja – in diesen “Sommer(?)” habe ich, wie gesagt, drei Wochen Urlaub gehabt. In diesen drei Wochen “Sommer(?)”urlaub habe ich tatsächlich ganze drei Tage auf dem Balkon frühstücken können. Dabei ist mir das einmal nur gelungen, weil ich die Zeitung krampfhaft gegen den stürmischen Wind verteidigt habe. In diesem drei Wochen “Sommer(?)”urlaub haben wir ebenfalls an drei Tagen gegrillt. Davon konnten wir das eine Mal nur deshalb trocken beenden, weil wir einen überdachten Balkon haben und der einsetzende Regen kerzengerade runter kam. In diesen drei Wochen “Sommer(?)”urlaub waren wir an drei Tagen zum Eis essen. Davon haben wir uns das eine Mal aufgrund des eisigen Windes ganz furchtbar den Hintern abgefroren.  In diesen drei Wochen “Sommer(?)”urlaub habe ich kein einziges Mal mit dem Buch auf dem Balkon gesessen. Dazu war es einfach zu kalt, zu windig  und zu nass.

Geplant waren noch drei Tage mit dem Zelt an die See. Das (geliehene) Zelt kann ich unbenutzt zurück geben, weil der instabile Wetterbericht uns davon abgehalten hat, überhaupt irgendwo länger hin zu fahren. Nächstes Jahr, das haben wir beschlossen, werden wir mal wieder fliegen. In Deutschland sind insgesamt 6 schöne von 21 Urlaubstagen viel zu wenig, um den Urlaub richtig zu geniessen.

Kommentar (1) »

Transformers 3

3D ist IN, deshalb waren die bessere Hälfte und ich mal wieder im Kino, um uns den “Megablockbuster” in “real3D” anzuschauen. Unser Ziel war der Film “Transformers III”. Wir mögen derartige Fantasyverfilmungen und deshalb waren wir sogar bereit, zu einer Unzeit ins Kino zu gehen. Fimstart in Bielefeld um 16.15 Uhr! Dafür allerdings 153 Minuten ohne Pause. Damit meine ich nicht nur, ohne Pause für Pipi, sondern auch ohne Pause für die Augen und den Geist, um sich von den visuellen Effekten zu erholen.

Hier muss ich sagen, ich teile die Kritik der von mir geschätzen Seite “filmstarts.de” in keinster Weise. Der Film ist nicht in drei Teile gestückelt, sondern er verfolgt eine klare Linie und hat eine (soweit das bei Fantasy möglich ist) nachvollziehbare Story. Das Mondprogramm der USA wurde durch den Absturz eines Autobot- Raumschiffes auf dem Mond inspiriert und der wettlauf mit den Sowiets entspringt nach Michael Bay nicht etwa einem Wettlauf um den ersten bemannten Flug zum Mond, sondern es geht schlicht um einen Wettlauf um die Technologie. Die Handlung wird aufgebaut, denn das Raumschiff enthält nicht nur eine mächtige Technologie, sondern auch einen uralten “Prime”, der diese Technologie als einziger beherrschen kann. Neu sind im Film zusätzlich die menschlichen Verbündeten der Decepticons, die deren Invasion mit vorbereiten und unterstützen. Es ist sogar gelungen, einige überraschende Wendungen bei den menschlichen und mechanischen Charakteren einzubauen.

Gut, man fragt sich zuwischendurch schon, wieso die Eltern von Sam auftauchen, drei Minuten Leinwandzeit haben, um dann komplett im Film nicht mehr statt zu finden. Ähnlich verhält es sich bei einigen anderen “Sidekicks”, aber bei dem rasanten Tempo von Transformers III fällt das weniger ins Gewicht. Vor allem das grandiose Finale mit der Zeitdauer von fast 50 Minuten, bei dem man in 3D hautnah dabei ist, wenn durch die Etagen eines einstürzenden Gebäudes gerutscht wird oder man ohne Fallschirm aus einem Flugzeug springt, istderart gewaltig, dass man das gesehene nach dem Film erst mal verarbeiten muss.

Transformers III ist der würdige Abschluss einer Troilogie reinen Popcorn-Kinos, die für Actionfreunde keine Fragen offen lässt.

keine Kommentare »

ZOOM, einmal von Asien bis Alaska

Gestern waren wir seit langem mal wieder im Zoo. Im ZOOM in Gelsenkirchen. In Begleitung von “Tanti” und der drei Monate alten, kleinen Cousine. Bereits im Sommer 2007 haben wir uns den damals erst zu zwei Dritteln fertig gestellten ZOOM angesehen. Die Gehege sind nach modernem Standard eingerichtet und weitgehend ohne sichtbare und störende  Umzäunung ausgestattet. Ideal also auch für den Besuch mit kleinen Kindern.

Beim letzten Mal konnten wir bereits Alaska und Afrika anschauen. Nun ist auch die Themenwelt Asien fertig gestellt. Zentrum von Asien ist ein riesiges, überdachtes Freigehege für allerlei Vogelarten und Flughunde.

Spektakulär ist Asien allerdings nicht. Drei Affenarten, Flughunde und ein paar Kamele sind alles, was in dieser Themenwelt derzeit lebt. Ich hoffe, da kommt noch einiges hinzu. Aber das Engelchen war ohnehin heiss auf Löwen, Affen, Seerobben und Nilpferde.

Die Nilpferde haben wir von zwei Seiten bewundern können. Zusammen mit Papa hat das Engelchen eine Sambesifahrt gemacht, vorbei an “Waldorf und Stettler” oben direkt auf das Nilpferdgehege zu.

Dort konnten wir die imposanten Tiere hautnah bewundern. Da war aber nicht nur das Engelchen aus dem Häuschen, sondern auch die bessere Hälfte, welche ein Nilpferd noch nie in voller Pracht und Größe live zu Gesicht bekommen hatte. Erstaunlich, dass sich so ein riesiger Körper nicht nur komplett versenken kann, sondern auch noch hervoragend schwimmt und teilweise wie bei einem Krokodil nur noch die Augen und Nase aus dem Wasser ragt.

Alles in allem sind wir mehr als 6 Stunden durch den ZOOM gelaufen und haben allerlei gesehen. Ausgestattet waren wir mit allem, was wichtig ist. Reichlich zu trinken, Kartoffelsalat, Frikadellen, Kekse, Bonbons, Gummibärchen, und, und, und. Gekauft haben wir im Zoo lediglich noch ein Eis für das Engelchen. Gesehen haben wir auch dermassen viel, dass die kleine Maus am Ende des Tages total erschlagen war.

Denn neben den oben genannten Tieren, haben wir auch noch gesehen, wie ein Giraffenkind mit der Flasche gefüttert wurde, das Engelchen wurde geschminkt, es wurde photografiert, es konnte einen leibhaftigen roten Vari (also eine Affenart) streicheln, es hat eine Vogelspinne live gesehen, war begeistert von einem Schönhörnchen und hat auch sonst so viele Eindrücke mitgenommen, dass es den Mittagsschlaf vollkommen vergessen hat. Abends war die ganze Familie platt wie die Flundern und wir haben alle super geschlafen.

Bald fahren wir wieder in einen Zoo. Aber dieses Mal, so sagt das Engelchen, muss es einer sein, der auch noch Elefanten und Tiger zu bieten hat ;) .

Kommentar (1) »