Archiv für Juli, 2011

Einkaufsbummel

Bei dem Wetter kann man nicht viel unternehmen. Bevor einem dann die Decke auf den Kopf fällt oder einen die nörgelnde Terrorkröte zur Weißglut treibt, lässt man(n) sich auch schon mal zu einem Stadtbummel zwecks Einkauf von Schuhen für die bessere Hälfte und Hosen für das Engelchen hinreissen! Vor allem, wenn man(n) Aussicht darauf hat, endlich mal nach einer neuen Sommerjacke für alle Tage zu gucken.

Der Weg in die Stadt führt derzeit wegen der vielen Baustellen aber nur über den neuesten Unfallschwerpunkt in Bielefeld: Den Blitzer auf dem Ostwestfalendamm. Selbst ortskundige Autofahrer latschen ohne ersichtlichen Grund schon hunderte Meter vor der Blitzanlage in die Eisen und bremsen teilweise von den erlaubten 100 km/h auf 50 herunter. Das Ding entschärft nicht, es verschärft die Gefahrensituationen auf dem OWD. In Bielefeld angekommen trennten sich zunächst die Wege der besseren Hälfte und meiner Wenigkeit. Denn Papa wollte nicht Zara, sondern den nächsten Buchladen durchstöbern. Wieder vereint war uns nach einem Eis, aber wir mussten wir leider feststellen, dass beim Anblick der ersten Sonnenstrahlen vor dem Kaffee Knigge kein Platz mehr zu bekommen war. Also hat die bessere Hälfte uns auf dem weg zur nächsten Eisdiele  “nur mal zum gucken” zu Baby-H&M gezerrt. Im Anschluß an den dort folgenden Kaufrausch wollte sich die Familie endlich gemeinsam das geplante Eis gönnen. Nachdem wir bereits Platz genommen hatten, hat uns ein Blick in die Karte dann wieder vom Sitz hoch getrieben. Das Engelchen bekam kurz entschlossen zwei Kugeln in einen Becher zum mitnehmen und die bessere Hälfte und ich verzichteten auf den “Genuss” eines Spaghetti-Eises zum Spottpreis von 5,90-€. Nicht dass wir es nicht bezahlen könnten, aber bei unserem Eisdealer um die Ecke kostet das selbe Eis 4,-€ – und die Portion ist größer! Das wäre uns quer runter gegangen.

Mit dem naschenden Engelchen im Wagen ging es zu CundA. Dort sollte Papa für sich mal nach neuer Sommerjacke gucken (kurz gesagt: er wurde auch fündig) und die bessere Hälfte suchte für das Engelchen weitere Hosen, dieses Mal für den Kindergarten. Beladen mit zwei Jacken, drei Hosen und zwei Sweatshirts suchte Papa die nächste Kasse auf. An der Kasse war Frau G. mit dem falten, kassieren und verpacken von ganzen drei Teilen minutenlang beschäftigt, während die Warteschlange bedrohliche Längenmaße annahm und den “Verkehr” auf dem Hauptgang mittlerweile massiv behinderte. Aber Frau G. liess sich nicht beirren. Auch nicht, als der nächste Kunde in der Schlange seine drei Sweatshirts nicht nur einzeln bezahlen wollte, sondern auch noch in aller Ruhe und Gemütlichkeit eine Produktberatung von Frau G. verlangte (“sagen’se ma, is das auch Baumwolle?”). Im Gegenteil, Frau G. versicherte nicht nur, es sei Baumwolle, nein sie suchte auch noch beflissen das Waschettiket, um es dem Herren quasi vor Augen zu führen. Nun hatte ich ja Zeit, aber trotzdem frage ich mich jedes Mal in diesem Schuppen, ob die Kassiererinnen bei CundA vor Dienstantritt Valium bekommen oder ob man die nach ihrem Tempo auswählt? Aber nach kaum 12 Minuten Wartezeit war ich auch schon dran und konnte bewundern, mit welcher Sorgfalt man nicht nur Teile zusammen legen, sondern auch EC-Karten in Schlitze schieben kann. Frau G. bügelt ganz sicher nicht nur die Unterhosen ihres Mannes, sie stärkt sie mit Sicherheit auch noch! Als Papa endlich bezahlt hatte, war die bessere Hälfte ein Nervenbündel, weil das Engelchen ob der Langeweile beim warten auf Papa mal wieder zur Terrorkröte mutiert war.

Ein neues Paar Schuhe für die bessere Hälfte, zwei Lamacun auf die Hand und ein paar Pommes für die Lüdde haben die Einkaufstour abgerundet. Schließlich haben wir Urlaub und da kommt es auf ein paar Minuten ja nicht an – auch wenn man sie lieber wo anders, als in der Wartschlange vor der Kasse verbringen möchte.

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Ferienbeginn

Seit Freitag habe ich Urlaub. Mein erster freier Tag sollte der einzige kinderfreie Tag werden, weil das Engelchen vor den dreiwöchigen Ferien der KiTa noch einmal hingehen konnte. Ich hatte den Tag deshalb irgendwie entspannend geplant – gemütlich frühstücken, Zeitung lesen, etwas PC, etwas fernsehen, vielleicht ein Mittagsschläfchen, usw. Lediglich eine kurze Arbeistepisode wollte ich einlegen – am PC meines Papas, der keine Internetverbindung zuliess.

Am Morgen erschien dann aber um halb zehn erst mal der Schwiegerpapa, der sich das Laptop nebst Surfstick nach kurzer Einweisung meinerseits für den Campingurlaub ausleihen wollte. Die Zeit für das Frühstück und die Zeitung wurden somit etwas knapp, da das Engelchen erst um halb neun im Kindergarten ankam, es hatte nämlich mal länger geschlafen. Gegen halb elf, als Schwiegerpapa wieder weg war, wollte ich die kurze Arbeitsepisode beginnen und Papas PC wieder internettauglich machen. Was soll ich sagen?

Mein Papa ist dieser typische “hab nichts gemacht”-Computernutzer, an dessen Computer dann aber trotzdem “ganz plötzlich” absolut gar nichts mehr geht. Deshalb sind die meisten Sachen für einen einigermaßen geübten PC-Junkie wie mich realtiv schnell zu beheben. Leider war das dieses Mal nicht so. Nach mehr als einer Stunde Fehlersuche habe ich schweren Herzens das System geplättet und neu installiert, nur um dann festzustellen, dass die Netzwerkkarte von Windows nicht erkannt wird und somit im Eimer ist. Also sind wir nach diversen Diskussionen zusammen mit dem Papa in die Stadt zu Saturn, um eine neue Karte zu erwerben. Da hatten sie popelige Netzwerkkarten aber gar nicht mehr im Sortiment. Also mussten wir zu PCN, die hatten aber erst ab 14.00 Uhr wieder auf. Also 15 Minuten warten, dann eine neue Karte gekauft, eingebaut und siehe da: Karte erkannt, aber Internet geht trotzdem nicht! Also die Hotline des Anbieters angerufen und dort erfahren, dass weder Passwort noch Benutzername passen. Was einigermaßen komisch war, weil Passwort und Benutzername immer funktioniert haben. Aber neuerdings mussten wir hinter den Benutzernamen eben @versatel hängen und beim Passwort den ersten Buchstaben klein schreiben. Komisch aber wahr, plötzlich ging alles. Dumm nur, dass zwischendurch die bessere Hälfte angerufen hatte, um zu fragen, wieso ich an keinem ersten Urlaubstag eigentlich später nach Hause komme, als an einem normalen Arbeitstag! Nur war ich leider noch nicht fertig, denn es waren noch nicht alle Programme wieder installiert. Hinzu kam noch etwas anderes. Über meinen Papa gibt es in Bezug auf den PC eine Sache zu sagen: Wenn man im Duden den Begriff “USER” nachschlagen könnte, dann stände da in etwa “nutzt einen Computers ohne jegliche weitere Kenntnisse” und unter diesem Text wäre SEIN BILD! Das hiess, ich musste auch (fast) alle Lesezeichen wieder herstellen, alle Buttons dahin schieben wo sie waren, usw. Zu Hause war ich gegen 17.00 Uhr!

Ab 22.00 Uhr, also just dann, wenn der Notarzt geschlossen hat, begann uns dann das Engelchen mit Brechatacken und Weinkrämpfen wegen des Bauchwehs zur Verzweiflung zu treiben und wir sind in die Kinderklinik gefahren. Dort hat man uns erst irritiert angeguckt, als wir mit dem fröhlich plappernden Kind zur Tür rein kamen. Aber immerhin hat das Engelchen die Kurve doch noch bekommen und während Mama sie angemeldet hat, medienwirsam leidend geguckt und dann erst sich, anschließend mich und den Fussboden, sowie, mit dem zweiten Schwall, die mitgebrachte Schüssel vollgegöbelt. Danach war keiner mehr irritiert, aber um uns herum war viel Platz. Bis 0.00 Uhr hat sie die Prozedur noch zwei Mal wiederholt. Ein Zäpfchen gegen das Bauchweh gab es nach der ausführlichen Untersuchung und ellenlanger Wartezeit um halb eins des Nachts. Im Bett lagen wir alle um eins. Allerdings konnte das Engelchen nicht darauf verzichten, im Auto die Schüssel noch mal voll zu machen.

ACH JA! Als ich diese Story dann am Samstag hochladen wollte, konnte ich mich nicht mehr in mein Weblog einwählen! Passte astrein zum Rest des Tages!!!

Mal ehrlich – wer kann sich einen besseren Urlaubsbeginn vorstellen? Keiner, oder???

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Milchmädchenrechnung

Stellen sie sich mal vor, sie wollen in der Familie jemandem das zur Verfügung stehende Geld erhöhen. Sagen wir mal, sie wollen dem Kind zukünftig Taschengeld geben. Sie versprechen dem Kind also zukünftig 20,-€ in der Woche zur freien Verfügung. Es gibt nur ein Problem: Das Budget gibt es eigentlich gar nicht her.

Deshalb erklären sie dem Kind nun, dass es zukünftig seine Spielsachen und Süssigkeiten selbst kaufen muss. Der Gattin erklären sie zudem, das Haushaltsgeld für den Wocheneinkauf würde entsprechend um 10,-€ gekürzt, was aber nicht schlimm sei, weil sie ja zukünftig weder Süssigkeiten noch Spielsachen kaufen müsse. Dabei wissen sie jedoch nicht genau, ob die Frau für ihr Kind jede Woche Süssigkeiten und Spielsachen im Gegenwert von 10,-€ gekauft hat.

Zusätzlich kalkulieren sie, dass das Kind demnächst zu geizig sein wird, sich von dem eigenen Geld Spielsachen für den Garten oder den Fussballplatz zu kaufen, sondern dieses Geld eher in Videospiele oder den Computer investieren  und deshalb mehr im Haus bleiben wird. Aus dieser Spekulation überschlagen sie eine weitere Einsparung von 10,-€ in der Woche an Kosten für Waschmittel und Weichspüler, sowie einen geringeren Wasserverbrauch bei Waschmaschine und Badewanne. Ensprechend kürzen sie das Haushaltsgeld der Frau um weitere 5,-€ in der Woche und reduzieren die Vorauszahlungen für Wasser und Strom um ebenfalls 5,-€ in der Woche. Der Familie erklären sie nun, dass durch diese geschickte Umverteilung jeder am Ende mehr Geld übrig haben wird. Das Ergebnis ist leider folgendes: Ihre Rechnung ging nicht auf. Die Kosten für Süssigkeiten und Spielsachen betrugen nur 5,-€ die Woche. Zudem wurde die geplante Einsparung bei Wasser und Waschmittel durch höhere Stromkosten durh Licht und Computernutzung weitgehend aufgefressen. Ihre Verschuldung bei der Sparkasse steigt aufgrund der zu optimistischen Planungen im laufenden Jahr um 10,-€ in der Woche an, was sie nach kurzer Dauer an den Rand der Insolvenz bringt.

Eine fiktive Geschichte sagen sie? Dann vergleichen sie mal diese Geschichte mit den geplanten Steuererleichterungsplänen der Bundesregierung. Eine Abschaffung des Solidaritätszuschlages, den ich zum Beispiel gar nicht bezahlenen muss, soll zu mehr Netto führen. Was für mich ein Nullsummenspiel wird, kann sich für die bessere Hälfte an der Stelle tatsächlich auszahlen. Blöd ist nur, man kann sich die Steuererleichterung gar nicht leisten. Will man die Staatsschulden nicht noch weiter in die Höhe treiben, muss man die Summe refinanzieren. Das wird durch diverse Umlagen in unterschiedlichen Bereichen geschehen, was dann für mich zur Folge hat, dass ich anstelle eines höheren Nettos höhere Ausgaben an anderer Stelle haben werde, welche wir dann mit dem höheren Netto der besseren Hälfte kompensieren müssen. Trotzdem wird die Staatsverschuldung weiter ansteigen, weil die Menschen anstelle von mehr Umsatz im Geschäft plötzlich mehr Geld auf die Sparkonten packen.

Nur weil ein Wahljahr ansteht, werde ich nicht auf diese Milchmädchenrechnung ganz sicher nicht reinfallen!

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nach Feierabend…

Gestern auf dem Weg nach Hause fahre ich die Werksausfahrt Richtung Hauptstrasse hoch, als von links ein nagelneuer Golf aus der Ausfahrt des hiesigen Blumengroßhandels in die Strasse einbiegt. Im Schritttempo, also mit weniger als 10 km/h bockt sich der Golf Richtung Ausfahrt auf die Bundesstrasse. So weit, so schön. Nachdem sich endlich eine Lücke von der Größe der Wüste Gobi aufgetan hat, biegt der schon sehr betagte Fahrer langsam auf die Bundesstrasse ab. Ich, schon leicht angenervt, hinterher. Er “beschleunigt” auf sagenumwobene 40 km/h (erlaubt sind 70). Nach etwa einem Kilometer, ich sitze ihm mittlerweile ab und zu fast auf der Stoßstange, scheint er sich auf der Strasse aklimatisiert zu haben und beginnt mit einer kontinuierlichen Beschleunigungsphase. Nach weiteren rund zwei Kilometern hat er auf 60 (!!!) beschleunigt. Von der eigenen Geschwindigkeit wohl zunächst berauscht und dann erschreckt, bremst er kurze Zeit später ohne erkennbaren Grund auf 50 runter, um dann endlich nach knapp 5 km Gesamtbeschleunigungsstrecke die erlaubten 70 km/h zu erreichen. HURRA!!!

Bezeichnender Weise behält er die 70 Klamotten nicht nur bei, als er in die Ortschaft einfährt, sondern er beschleunigt weiter und bügelt dann in Richtung Auffahrt der Stadtautobahn OWD mit gefühlten 90 Klamotten auf die Ampel zu, um kurz hinter einem an der roten Ampel stehenden LKW mit quietschenden Reifen zum stehen zu kommen. Am entsetzten Gesicht erkenne ich, dass er offenbar den LKW erst im letzten Moment gesehen hat. Wenn man hinter so jemandem herfahren muss, dann braucht man echt gute Nerven.

Mir kommt an dieser Stelle der Gedanke, dass man jungen Fahrern manchmal unrecht tut. Wenn so ein wilder 18jähriger mit aufgemotzter Karre hinter meinem halb mumifizierten Heizdeckenbenutzer hergefahren wäre, hätte der wahrscheinlich schnellspritzender Weise ein gewagtes Überholmanöver versucht. Hätte das ein wenig gesundheitsförderndes Ende genommen, wäre in der folgenden Statistik aber nicht ein 85jähriger Kriecher, sondern ein jugendlicher Raser aufgetaucht. Ich glaube, in manchen Fällen wäre ein Nachprüfung ab 80 gar nicht so verkehrt.

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