Einkaufsbummel
Bei dem Wetter kann man nicht viel unternehmen. Bevor einem dann die Decke auf den Kopf fällt oder einen die nörgelnde Terrorkröte zur Weißglut treibt, lässt man(n) sich auch schon mal zu einem Stadtbummel zwecks Einkauf von Schuhen für die bessere Hälfte und Hosen für das Engelchen hinreissen! Vor allem, wenn man(n) Aussicht darauf hat, endlich mal nach einer neuen Sommerjacke für alle Tage zu gucken.
Der Weg in die Stadt führt derzeit wegen der vielen Baustellen aber nur über den neuesten Unfallschwerpunkt in Bielefeld: Den Blitzer auf dem Ostwestfalendamm. Selbst ortskundige Autofahrer latschen ohne ersichtlichen Grund schon hunderte Meter vor der Blitzanlage in die Eisen und bremsen teilweise von den erlaubten 100 km/h auf 50 herunter. Das Ding entschärft nicht, es verschärft die Gefahrensituationen auf dem OWD. In Bielefeld angekommen trennten sich zunächst die Wege der besseren Hälfte und meiner Wenigkeit. Denn Papa wollte nicht Zara, sondern den nächsten Buchladen durchstöbern. Wieder vereint war uns nach einem Eis, aber wir mussten wir leider feststellen, dass beim Anblick der ersten Sonnenstrahlen vor dem Kaffee Knigge kein Platz mehr zu bekommen war. Also hat die bessere Hälfte uns auf dem weg zur nächsten Eisdiele “nur mal zum gucken” zu Baby-H&M gezerrt. Im Anschluß an den dort folgenden Kaufrausch wollte sich die Familie endlich gemeinsam das geplante Eis gönnen. Nachdem wir bereits Platz genommen hatten, hat uns ein Blick in die Karte dann wieder vom Sitz hoch getrieben. Das Engelchen bekam kurz entschlossen zwei Kugeln in einen Becher zum mitnehmen und die bessere Hälfte und ich verzichteten auf den “Genuss” eines Spaghetti-Eises zum Spottpreis von 5,90-€. Nicht dass wir es nicht bezahlen könnten, aber bei unserem Eisdealer um die Ecke kostet das selbe Eis 4,-€ – und die Portion ist größer! Das wäre uns quer runter gegangen.
Mit dem naschenden Engelchen im Wagen ging es zu CundA. Dort sollte Papa für sich mal nach neuer Sommerjacke gucken (kurz gesagt: er wurde auch fündig) und die bessere Hälfte suchte für das Engelchen weitere Hosen, dieses Mal für den Kindergarten. Beladen mit zwei Jacken, drei Hosen und zwei Sweatshirts suchte Papa die nächste Kasse auf. An der Kasse war Frau G. mit dem falten, kassieren und verpacken von ganzen drei Teilen minutenlang beschäftigt, während die Warteschlange bedrohliche Längenmaße annahm und den “Verkehr” auf dem Hauptgang mittlerweile massiv behinderte. Aber Frau G. liess sich nicht beirren. Auch nicht, als der nächste Kunde in der Schlange seine drei Sweatshirts nicht nur einzeln bezahlen wollte, sondern auch noch in aller Ruhe und Gemütlichkeit eine Produktberatung von Frau G. verlangte (“sagen’se ma, is das auch Baumwolle?”). Im Gegenteil, Frau G. versicherte nicht nur, es sei Baumwolle, nein sie suchte auch noch beflissen das Waschettiket, um es dem Herren quasi vor Augen zu führen. Nun hatte ich ja Zeit, aber trotzdem frage ich mich jedes Mal in diesem Schuppen, ob die Kassiererinnen bei CundA vor Dienstantritt Valium bekommen oder ob man die nach ihrem Tempo auswählt? Aber nach kaum 12 Minuten Wartezeit war ich auch schon dran und konnte bewundern, mit welcher Sorgfalt man nicht nur Teile zusammen legen, sondern auch EC-Karten in Schlitze schieben kann. Frau G. bügelt ganz sicher nicht nur die Unterhosen ihres Mannes, sie stärkt sie mit Sicherheit auch noch! Als Papa endlich bezahlt hatte, war die bessere Hälfte ein Nervenbündel, weil das Engelchen ob der Langeweile beim warten auf Papa mal wieder zur Terrorkröte mutiert war.
Ein neues Paar Schuhe für die bessere Hälfte, zwei Lamacun auf die Hand und ein paar Pommes für die Lüdde haben die Einkaufstour abgerundet. Schließlich haben wir Urlaub und da kommt es auf ein paar Minuten ja nicht an – auch wenn man sie lieber wo anders, als in der Wartschlange vor der Kasse verbringen möchte.







