Archiv für Juli, 2010

Veränderungen – Teil 2

Vor kurzem habe ich mich über die Veränderungen in meinem Berufsleben ausgelassen, rein bezogen auf die Vorgesetzten. Aber nicht nur die haben sich in den letzten 20 Jahren im Verhalten geändert. Auch die Kollegen an den Maschinen und in den Werkstätten haben Veränderungen durchlaufen. Allerdings nicht nur positiv, denn man merkt, wie sehr mittlerweile die Angst vor Arbeitsplatzverlust und in der Folge Hartz IV oder Leiharbeit das berufliche Leben regiert.

Als ich 1992 in Künsebeck anfing, da herrschte in der E-Werkstatt ein rauher, aber herzlicher Ton. Angelernt wurde da eher rudimentär. Man durfte eine Woche mit jemandem mitgehen und in der zweiten Woche hatte ich schon allein Spätschicht. Rein ins kalte Wasser und schwimmen oder ersaufen! Heute gibt es in den Bereichen Anlernpläne, die muss man gegenzeichnen. Und wehe man macht danach noch Fehler, womöglich noch welche, die Geld kosten, dann kann man sich auf ernste Gespräche und Abmahnungen gefasst machen.

Als ich anfing, da durfte man jederzeit Kollegen fragen. Gut – man bekam z.B. von Kollege Wolfgang meist auf die erste, leise, demütige Anfrage nach Hilfe ein “WAS WILLST DU?!?!?!” und direkt danach ein “JA UND? KANNSTE DAS NICH?!?!?!” in den Block gebölkt, aber geholfen wurde immer. Heute wird einem regelmäßige Nachfrage als Schwäche ausgelegt und man gilt als unselbstständig.

Die Rangordnung wurde einfach dadurch hergestellt, dass man als Neueinsteiger die schlechtesten Tätigkeiten bekam (”Ey, geh ma innen Keller vonne Stufenpresse. Da is ne Latüchte inne Mäse!” – “Aber da steht doch knöchelhoch das Kühlmittel drinne und es tropft ekelich vonne Decke!” “Ja und? Biste aus Zucker? Ziehste halt Gummistiefel an. Musste ich schon tausende Male machen.Und wo kein Schnee is, da kannste laufen ” ). Heutzutage kann man froh sein, wenn einem die jungen Azubis nicht die Arbeit verweigern und mit irgendwelchen Passagen aus der Ausbildungsordnung wedeln, die solche Schmutzarbeiten untersagen.

Verbesserungen oder Ideen wurden früher kurz mit dem Vorgesetzten besprochen und dann wurde es gemacht. Heute regelt die Gruppe solche Dinge – theoretisch jedenfalls – in einer Teamsitzung. Das Ergebnis ist, es dauert länger und alle haben das Gefühl, es gemeinsam entschieden und verbessert zu haben. Das Problem ist aber leider meist immer noch da, weil viel zu selten die Zuständigkeiten geregelt werden und alle denken, der andere wird es schon machen.

Gelästert wurde natürlich auch ( “DEN? Den kannste nur jebrauchen um inne Kirche nen Glockenschwängel festzuhalten!” ), aber dennoch haben wir uns eigentlich immer gut verstanden. Wenn der Chef unangenehme Entscheidungen verkünden wollte, dann haben wir das mit ihm in der Werkstatt ausdiskutiert. Besonders die Kollegen Heinz und Ralf haben sich da wenig bieten lassen. Und nicht nur da: Wenn Cheffe morgens um 7.05 Uhr ( schnieke in Jacket und Krawatte ) in die Werkstatt kam und Heinz noch BILD las, dann sagte der Chef: “Heinz, leg bitte jetzt die Zeitung weg” und Heinz antwortete :”Jau, sobald ich den Artikel feddich gelesen hab.” Von diesem Misserfolg angespornt trat der Chef dann an Ralfs Werkbank, die immer voll mit Cola-Flaschen stand und sagte: “Ralf, ich mag keine Flaschen!“, was der mit einem netten “Tja, so iss das Leben, ich mag auch keine Krawatten” beantwortete. Am Folgetag hat der Chef es noch mal mit einem “Na, sie Flaschengeist?” versucht, aber dann nach dem prompten “Na, sie Karawattenständer?” entgültig die Segel gestrichen. Trotzdem haben wir natürlich unsere Arbeit gemacht und den Chef respektiert. Aber die alten Hasen haben halt nicht bei jedem Satz sofort die Hacken zusammen geschlagen und “JAWOLL” gebrüllt, wie es heute sehr oft zu beobachten ist.

Heute wird auch viel mehr wortlos hingenommen. Wenn früher den Jungs in der Dreherei eine Entscheidung, zum Beispiel zum Personalabbau, nicht ganz klar war, dann hat dort einer gepfiffen, ein anderer hat den Hauptschalter umgelegt und dann haben die Kollegen bei abgeschalteten Maschinen so lange gewartet, bis ihnen jemand die Lage plausibel erklären konnte. Ach ja, und einen vorwitzigen Elektriker (nicht ich), der die Gunst eines Warnstreiks nutzen wollte um im Bereich Lampen zu wechseln, haben sie beinahe von der Leiter geschüttelt. Der kam mit bleicher Nase wieder in die Werkstatt geschlichen und musste fortan mit streiken ;) . Heute kann man froh sein, wenn man überhaupt 60% der Belegschaft für einen Warnstreik vor die Tür bekommt.

Warum hat sich also alles so verändert? Kollege Heinz ist leider schon tod, Kollege Wolfgang ist in Rente, Kollege Ralf hat irgendwann mal gekündigt um ein Reisebüro zu eröffnen, usw. Nachgerutscht sind zumeist junge Kollegen, teils direkt aus der Ausbildung, meist aber eben noch in der Selbstfindungsphase. Zudem haben viele unserer neuen, jungen Kollegen Zeitverträge, die per se eine große Klappe verbieten, will man irgendwann fest eingestellt werden.

So geraten wir (heute) alten und gestandenen Mitarbeiter nach und nach in die Minderheit und wachsen uns sozusagen raus. Die Zeiten wandeln sich. Deshalb rede ich hier zwar nicht von “der guten alten Zeit“, aber dennoch vermisse ich manches Mal die Bereitschaft der Kollegen, sich auch mal gegen den Chef aufzulehnen. Ich bin gespannt, ob sich das jemals wieder in die andere Richtung entwickelt.

Kommentar (1) »

Veränderungen – Teil 1

Im Urlaub erledigt man auch mal ungeliebte Aufgaben. So auch das sortieren von Unterlagen. Dabei bin ich auf meine alten Arbeitszeugnisse, Verträge und ähnliches gestoßen und ins Grübeln gekommen. Die Zeiten haben sich in den letzten 22 Jahren meiner Berufstätigkeit ganz schön verändert. Die Mitarbeiter haben sich mehr getraut und die Meister haben ihre Leute und ihre Maschinen gekannt. Reden wir zuerst mal über die Vorgesetzten:

Als ich nach meiner Lehre in Künsebeck anfing, im Jahr 1992, da gab es noch eine Menge Meister aus der Nachkriegsgeneration.  Die Jungs hatten von der Pike auf gelernt, oft im selben Betrieb gelernt,  nie gewechselt und kannten ihre Maschinen, ihre Leute und die Belegung. Gesteuert wurde von einer übergeordneten Stelle, entschieden haben die Meister. Den Abteilungsleiter hat man an den Anlagen kaum gesehen. Wenn man da als Elektriker mal gefragt hat, welche der drei kaputten Drehmaschinen als erste repariert werden muss, dann konnte einem z.B. der gute Egon aus dem Stehgreif sagen, auf welcher Anlage welche Teile drauf sind und was eilig ist.
Stellt man heute den so genannten Gruppenbetreuern die selbe Frage, dann müssen die meist erst 10 Minuten mit dem “Feinsteuerer” telefonieren, der dann bei der Production Control Rückversicherung hält. Die Aufgaben und der Überblick sind auf mehrere Schultern verteilt.

Früher hatte ein Meister nur die Aufgabe, seine Leute und seinen Bereich zu führen. Heute müssen die Gruppenbetreuer alle möglichen Statistiken anfertigen, an etlichen Meetings teilnehmen, am Scrap Marketplace Rede und Antwort stehen und Workshops besuchen. Was besser war/ist, das möge jeder für sich selbst entscheiden.
Besagter Egon gehörte aber auch noch zu einer besonders durchsetzungsfähigen Sorte Meister, der es regelmäßig schaffte, dass bei ihm defekte Lampen den Vorzug vor den defekten Maschinen der anderen Bereiche bekamen. Trotzdem waren viele Vorgesetzte dabei, für die unsere Mitarbeiter jederzeit gern am Samstag die Kastanien aus dem Feuer geholt haben. Heute lastet auf den Gruppenbetreuern ein derartiger Druck, dass der persönliche Umgang mit den Kollegen deutlich öfter leidet als früher – aber natürlich ist das auch abhängig vom Charakter der Vorgesetzten.

Zudem fehlt so ein bisschen die Kulanz, welche ein Meister in früheren Jahren noch mitgebracht hat. Das ist einer gewissen Obrigkeitshörigkeit gewichen. In den 90ern wurde ein guter Mitarbeiter, der ansonsten in seinen 35 Dienstjahren  nicht auffällig war und nur ab und an nach einem sonntäglichen Grillabend am Montag mit Obstlerfahne zur Schicht kam, unauffällig vom Meister per Taxi gen Heimat entsorgt. Am nächsten Tag hat man ihm kurz die Ohren lang und einen Tag Urlaub abgezogen und dann war es gut. Heute würde der gleiche Mitarbeiter zum Sani geschliffen, abgemahnt, mit Jobverlust bedroht, womöglich ins Suchthilfeprogramm aufgenommen und mehrfach von höchster Stelle gemaßregelt.

Die Menschlichkeit ist in den letzten Jahren deutlich auf der Strecke geblieben. Das Geschäft wird heute eher von Druck beherrscht, in dem sich Vorgesetzte unverhohlen heraus nehmen, einem sich (zu recht) beschwerenden Mitarbeiter im Beisein des Betriebsrates damit zu drohen, dass man das jetzt zwar gemäß seinen Wünschen gestalten, aber ihm diese Beschwerde nachtragen werde und er sich in Zukunft warm anziehen könne. Sowas hat manch ein Vorgesetzter früher nicht nötig gehabt, sondern eher durch natürlich ausgestrahlte autorität solche Beschwerden von Anfang an verhindert ;)   – von Ausnahmen mal abgesehen. Die Zeiten ändern sich eben…

…und von den Veränderungen bei den Mitarbeitern schreibe ich ein anderes Mal.

keine Kommentare »

Dialog der Woche

Bekanntlich ist ja für Männer die letzte aller Schulen der Wehrdienst (oder – das Gefängnis!). Keine Armee der Welt liebt ihr Land so sehr wie die australische… und ihr gehört auch Generalmajor Peter Cosgrove an. Unlängst sollte eine Schulklasse seiner Kaserne einen einwöchigen Besuch abstatten. Hierzu wurde er u.a. auch von Radio ABC interviewt. Eine der Fragen betraf das Problem „Kinder und Waffen”.

Reporterin: Also, Herr General, was werden Sie diesen Jungs anbieten, wenn sie zu Ihnen kommen?

General Cosgrove: Wir werden ihnen alpines Klettern beibringen, Wildwasserpaddeln, Bogenschießen und Schießen.

Reporterin: Schießen! Das ist wohl etwas unverantwortlich, nicht war?!

General Cosgrove: Ich sehe nicht wieso. Die Jungs werden entsprechend überwacht sein.

Reporterin: Sie müssen aber zugeben, daß Schießen eine sehr gefährliche Beschäftigung für Kinder ist.

General Cosgrove : Nein, das ist es nicht. Sie werden sicher nicht schießen bevor sie nicht gelernt haben mit einem Gewehr richtig umzugehen.

Reporterin: Aber Sie bieten ihnen doch die Möglichkeit, sich einmal zu gefährlichen Mördern zu entwickeln!

General Cosgrove: Ach Gott, Fräuleinchen, Sie wurden doch auch von Geburt her mit allem ausgestattet um sich zu einer Nutte zu entwickeln und Sie sind trotzdem keine – oder…?

Daraufhin herrschte für einige Sekunden Funkstille. Als der Sender das Interview wieder aufnahm war eine andere Reporterin am Mikrofon.

Quelle: unbekannt

keine Kommentare »

Ein Glas voller Geldscheine

Gerhard kommt zum ersten Mal in eine Bar und bemerkt auf einem Regal einen riesigen Glaskrug, gefüllt mit unzähligen 50 Euro-Scheinen.

Er fragt den Barkeeper:

“Entschuldigung, was hat es denn mit dem Glas voller Geldscheine auf sich, das muss ja ein Vermögen sein?”

Sagt der Barkeeper:

“Also ich habe in meinem Lokal eine Wette laufen: Wer einen Fünfziger Einzahlt und drei Aufgaben bewältigt, der bekommt den Krug samt Inhalt. Es sind aber sehr schwierige Aufgaben, wie Du Dir anhand der Menge der Scheine schon denken kannst!”

“Und was sind das für Aufgaben?”

“Nein, nein, erst zahlen, dann stelle ich die Aufgaben!” “Also gut” – er rückt einen Fünfziger raus

Der Barkeeper stellt die Aufgaben:

“Erstens: Du musst diesen 2-Liter-Krug mit Tequilla auf ex austrinken ohne Abzusetzen und Du darfst keine Miene Verziehen.

Zweitens: Hinten Im Hof ist mein Pitbull angekettet, der hat einen lockeren Zahn. Den musst Du mit bloßen Händen ohne Hilfsmittel ziehen.

Drittens: Im ersten Stock wohnt meine 80-jährige Oma, die hatte in ihrem Leben noch nie einen Orgasmus. Der musst Du Es besorgen bis sie Zum Höhepunkt kommt!”

Gerhard meint:

“Du spinnst wohl, das schafft doch kein Mensch!”

“Na gut, dann kommt der Fünfziger ins Glas.”

Etwas verärgert trinkt Gerhard ein paar Erdinger und mit dem Alkoholspiegel steigt auch sein Mut. Er denkt sich: ‘Ein Fünfziger ist ein Fünfziger, ich pack das jetzt!’ und er ruft dem Barkeeper zu: “He Alder, wwoooo ischn nu deine Tequilla Flllasche?

Der Wirt gibt ihm den 2-Liter-Krug, der Gast setzt an und beginnt zu Schlucken. Tränen rinnen ihm schon aus den Augen, sein Kopf wird rot, aber er verzieht keine Miene und trinkt den Krug wirklich auf einmal aus!

Applaus bricht in der Bar aus und Gerhard schwankt hinaus in den Hof zur zweiten Aufgabe.

Plötzlich hört man in der Bar Kampfgeräusche, Bellen, Jaulen, Kratzen, Schreien, dann ist es still. Die anderen Gäste Sind sich fast sicher, dass der Wettkönig draufgegangen ist, da torkelt er zur Tür herein, die Kleider zerfetzt, übersät mit Biss und Kratzwunden – die  Menge tobt!!!!

Als der Applaus abgeklungen ist ruft er:

“…. So das wäre geschafft! Und wo is´n jetzt die

80-jährige Oma mit dem lockeren Zahn……?!”

keine Kommentare »

Dialog der Woche

Gestern beim goldenen M:

Bedienung: Was darf’s ein?

Mutter: Eine Juniortüte mit Hamburger und Multivitaminsaft

Bedienung: Saft ham wer nisch.

Mutter: Doch. Steht doch da oben (zeigt auf Tafel über der Theke).

Bedienung: Is nischt Saft. Ham wer nur Hohes C!

Mutter: Ja! Das ist doch Saft. Steht doch da oben.

Bedienung: Aber ham wer nischt Multivitaminsaft. Nur Hohes Ceeeehhhhheeeeee!

Mutter: Das ist doch Multivitamin. Sieht man doch auf dem BILD da oben!

Bedienung: Weiss ich nischt. Weiss ich nur, wir ham Hohes C.

Vater (mischt sich rigoros ein): Wie auch immer, das nehmen wir jedenfalls!!!

…besonders schwer ist der Einstellungstest wohl nicht gewesen!?!

Kommentar (2) »

Kuriositäten

Wie ich heute gelesen habe, donnert man(n) schon mal ungebremst gegen eine Strassenlaterne, wenn man beim fahren mit dem Rad auf die Flip-Flops anstelle der Strasse guckt. So passiert gestern in Bielefeld. Dass der arme Kerl auch noch den Beleuchtungskörper der Lampe auf den Helm bekommen hat, ist nur doppelte Strafe für das fahren ohne geeignetes Schuhwerk. Da kann man belustigtes Kopfschütteln nicht vermeiden.

Aber in der letzten Woche konnte ich bei 33 Grad im Schatten auch über eine andere Sache nur lachen. Am Getränkecenter steht neben Schwiegerpapa und mir ein Golf. Aus diesem steigen Leute aus. Soweit, so unspektakulär. Aber als dann rund um das Auto plötzlich 6 Personen standen und wir feststellten, dass der Fahrer noch immer drin sass, da sind wir aus dem lachen nicht mehr heraus gekommen. Manche Menschen stehen wohl auf Kuriositäten. Allerdings möchte ich nicht in der Nähe sein, sollten die mal mit der Fahrzeugbesetzung gegen eine Laterne donnern .

In diesem Sinne, schönes Wochenende!

keine Kommentare »

Abzählreim für Erwachsene

Vorneweg: Es geht um einen “Jungsfilm“! Wenn die bessere Hälfte in die Vorpremiere von “Twilight – Eclipse”rennt, muss man(n) die Zeit überbrücken und sucht sich einen entsprechend kurzweiligen Film aus. Mit anderen Worten, man(n) geht nicht ins Kino, um gefühlsschwangere, anspruchsvolle oder irgendwie tiefsinnige Dialoge zu hören, sondern um 104 Minuten lang zu entspannen und sich von Action berieseln und mitreissen zu lassen. Das gelingt meinem ausgewählten Film PREDATORS alles in allem recht gut! Erstaunlich ist nur, dass Dialoge und Szenen aus dem Trailer gar nicht im Film vorkommen. Da ist wohl ein alternatives Ende mit in den Zusammenschnitt gerutscht. Aber nun zur Handlung:

Der Film beginnt quasi im freien Fall. Nicht vom Niveau her – denn das bewegt sich wie die Dialoge von Beginn an auf überschaubarer Ebene – sondern zur Einführung der Protagonisten. Die werden zu ihrer eigenen Überraschung mit Fallschirmen über einem Dschungel abgeworfen. Die bunt zusammen gewürfelte Truppe, bestehend aus Mördern, Yakuza, Elitesoldaten, Scharfschützen, Todesschwadron und einem Doktor stellt schnell fest, dass sie sich nicht auf der Erde befindet, sondern auf einem fremden Planeten. Genauer in einem Wildreservat, in dem sie selbst das ( gut bewaffnete ) Wild sind. Gejagt von drei Predatoren einer neuen Rasse, welche die Truppe mit hundeartigen Bestien aufspüren und dann, frei nach einem bekanntem Abzählreim, Mitglied für Mitglied dezimieren. So besteht denn die größte Spannung vor allem darin, wen es als nächsten erwischt und ob vielleicht einer der Predatoren mit ins Gras beissen muss.

Schade dabei ist, dass sich der Film nicht die Zeit lässt, auf die angerissenen Handlungsstränge wirklich näher einzugehen. So verpufft sowohl das verblüffende Auftauchen des Mannes, der seit 10 Saisons auf dem Planeten überlebt und bereits drei Predatoren tötete, sowie die eigentlich als Überraschung gedachte, charakterliche Wandlung des Doktors, in der viel zu rudimentären Auskleidung der Einzelgeschichten. Sowas passiert, wenn man sich nicht die Zeit nimmt, seine Charaktere wirklich in den Film einzuführen.

Die Höhepunkte des Films, der Kampf zwischen Yakuza Hanzo samt Samuraischwert und einem der Predatoren, sowie das Duell von zwei Predatoren unterschiedlicher Rasse, leidet zudem unter dem offenbar geringen Produktionsbudget. Das trifft aber nicht nur auf die Höhepunkte zu. Vieles im Film wirkt etwas altbacken und manchmal wenig real. Die beabsichtigte Ankoppelung an den ersten Predatorfilm gelingt in meinen Augen nie – weder durch die herrschende Atmosphäre im Film, noch mit Blick auf die düstere Bedrohung, welche bei Arnies Dschungelexpedition herrschte. Jede Fortsetzung hat schlicht das Problem, dass man den Jäger bereits kennt. Das fällt nicht ins Gewicht, wenn die Predatoren Aliens jagen, aber dieser Film leidet darunter. Dramatik oder gar richtige Spannung kommt deshalb zu keinem Zeitpunkt auf, zumal die Predatoren zwar über neues Aussehen, nicht aber über die überraschenden und teils spektakulären Waffen aus den beiden ersten Filmen oder der “Alien vs Predator” – Serie verfügen. Die gute, alte Schulterplasmakanone samt dreifach Laserpointer zur Zielerfassung ist mittlerweile etwas ausgelutscht. Originelle Ideen, wie die gestachelten Jagdhunde der Predatoren, werden nicht wirklich zu Ende gedacht. Außerdem ist dem Zuschauer schon nach 15 Minuten des Films klar, wer das Spektakel überleben wird.

Was am Ende bleibt ist ein Film, der den Betrachter in 104 einigermaßen kurzweiligen Minuten zu einem ( für mich ) unbefriedigenden Ende führt, welches die Fortsetzung allerdings schon in Aussicht stellt. Ob ich mir die dann aber im Kino antun werde oder nicht lieber auf die DVD warte, muss ich mir bis dann wirklich überlegen.

keine Kommentare »

Balkonien

Ich habe Urlaub! Gott sei Dank, denn bei dem Wetter ist das Büro ganz sicher kein Ort, an dem ich derzeit 8 Stunden meines Tages sein möchte. Außerdem war ich wirklich urlaubsreif.

Anscheinend habe ich genau den richtigen Startzeitpunkt für dreieinhalb Wochen Sommerferien auf Balkonien ausgesucht. Morgens um halb neun hat es hier bereits 28 Grad im Schatten – Tendenz steigend. Dafür fliegen andere 6 Stunden in der Weltgeschichte herum.
Dieses Jahr machen wir es uns zu Hause gemütlich und pflegen die gute, alte, deutsche Tradition, immer wenn es warm wird abends Feuer zu machen und kiloweise Grillgut zu vertilgen. Natürlich nicht ohne zudem die Weizenbierbrauereien tatkräftig zu unterstützen. Das Engelchen ist derweil im Moment nicht aus dem Planschbecken bei Oma und Opa zu kriegen, während Mama und Papa sich in den Liegestuhl fläzen und sich möglichst wenig bewegen. Allenfalls abends mal, aber auch nur um das Weizenbierglas nachfüllen.
Ganz nebenbei bereiten wir das Engelchen ( und uns ) nach und nach auf den ersten Kindergartentag im September vor. Kurze Abnabelungen inklusive. Die Lüdde war gestern das erste Mal fast zwei Stunden ohne Mama und Papa bei einer Freundin und wird am Sonntag sogar mit ihr zusammen im Fahrradanhänger eine Radtour machen. Zwar nur 5km, aber wieder ganz ohne Mama und Papa. Außerdem schafft sie es jetzt tagsüber schon die meiste Zeit ohne Windel ( außer beim Mittagsschläfchen oder im Auto ) und geht brav aufs Töpfchen. Wenn alles so weiter klappt, ist sie am ersten KiTa-Tag schon lange trocken und wir sparen ganz nebenbei quasi Millionen an Pämpigeld. Meine Güte, wie schnell wird die groß!?!

Ich bin mal gespannt, wie lange die Hitzewelle anhält, weil wir dem Engelchen eigentlich noch einen Zoobesuch versprochen haben. Aber Versprechen hin, Versprechen her, bei 35 Grad im Schatten renne ich sicherlich nicht schattenlos zwischen Affen- und Löwengehegen herum. Das fällt dann genauso der Hitze zum Opfer, wie meine Phototour durch die schönen Kornfelder in Niederntudorf, die ich eigentlich für die nächsten Tage geplant hatte. Naja, soll wohl noch was werden, in den nächsten drei Wochen. Wenn nicht, gehen wir halt öfters schwimmen.

Kommentar (1) »