Archiv für Mai, 2010

Das Ende eines Traditionsvereins?

Es ist wirklich unfassbar. Zukünftig muss ich mich anscheinend auf ein Bielefeld ohne Arminia einstellen. Die Stadt Bielefeld verweigert dem angeschlagenen Verein die Finanzhilfe! Klar, der Verein ist ausschließlich durch Misswirtschaft und mangelnde Kontrollgremien in diese prekäre Lage geraten. Natürlich liegt die Hauptschuld für die nun wohl unvermeidliche Insolvenz nicht bei den Politikern der Stadt Bielefeld.

Was mir aber sauer aufstößt ist, dass Arminia augenscheinlich eher Opfer politischer Rivalitäten, denn sachlicher Prüfung aller Fakten geworden ist. Fakt ist, dass einem Kredit von 4,85 Millionen Euro ein Geldverlust von rund 16 Millionen Euro gegenüber steht. 3,7 Millionen gehen der Stadt im Falle einer Insolvenz durch die Lappen. Hinzu kommt noch eine Landesbürgschaft, welche den Kredit für den Stadionbau bei der Sparkasse Bielefeld absichert. DIESES Geld interessiert die städtischen Politker aber nicht. Zwar sind auch das Steuergelder, aber sie kommen aus einem anderen Topf, sprich vom Land NRW.

Niemand hat sich bisher zu dem Rattenschwanz geäußert, den eine Insolvenz nach sich ziehen wird. Was wird die Unterhaltung oder der Abriss des Stadions kosten, welches ausschließlich für Profifussball nutzbar ist? Gibt es noch Unternehmen, die Forderungen aus dem Tribünenbau an den DSC haben? Droht nun kleinen Subunternehmern das aus, weil der Verein diese nicht mehr bezahlen kann? Wie viele Arbeitsplätze gehen beim Verein verloren, bei den Caterern, wie viele Gäste verliert die Gastronomie am Wochenende und wie viele Steuergelder verliert die Stadt Bielefeld?

Man kann der Beschlussvorlage entnehmen, dass Arminia die Einnahmen für die kommende Saison eher zu konservativ kalkuliert hat, aber dennoch prescht die CDU vor und sieht ein zu hohes Risiko für den Kredit. Was bei mir bleibt ist der Eindruck, dass vor allem von der CDU alle diese Fragen ausgeblendet wurden, weil die Forderung nach Hilfe vom “SPD-Mann” Brinkmann kommt und sich zudem ein Herr Lux nach der Wahlniederlage wieder eine Daseinsberechtigung in der Bielefelder Stadtpoltik schaffen muss. Außerhalb Bielefelds versteht die Entscheidung sowieso niemand. In Essen baut die Stadt dem Verein ein neues Stadion. In Aachen gab es trotz Nothaushalt eine Finanzspritze von der Stadt in Höhe von 5 Millionen Euro. Was dort möglich war, weil man die Bedeutung eines hochklassigen Fussballvereins für Wirtschaft und Gesellschaft verstanden hat, scheitert in Bielefeld an ostwestfälischer Kurzsichtigkeit und der Kleingeistigkeit der handelnden Personen.

Nun reiht sich Bielefeld nahtlos als graue Maus in die Bedeutungslosigkeit vieler anderer Städte ein. Der Proletensport ist endlich entfernt worden. Dafür haben wir ja zwei Theater, die Stadthalle, die Oetkerhalle und die Multifiunktionsarena “Seidenstickerhalle”. Für Kultur ist also gesorgt. Paderborn und Osnabrück werden sich die Hände reiben, wenn sie zukünftig die Nische “Fussball” exklusiv anbieten können. Bleibt abzuwarten, wann auch die Politiker außerhalb der SPD merken, was sie an Arminia verloren haben!

UPDATE (15.00, 28.5.10):

Arminia hat über Nacht weitere 2 Millionen Euro aufgebracht. Die Bitte um Kredit an die Stadt liegt nun “nur noch” bei 2,85 Millionen. Aber wie es aktuell in der Ratssitzung aussieht, ist den Parteien Bundesligafussball in Bielefeld auch diese Summe nicht wert!

UPDATE 2 (15.45, 28.5.10):

Im Moment ist vbis 16.00 Uhr vertagt. Es gibt Bestrebungen, die aktuelle Ratssitzung zu vertagen. Gerüchteweise soll die Bielefelder Wirtschaft bereit sein, noch mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Mal sehen, was da dran ist. Vielleicht möchte man auch nur vertagen, weil der Ratssaal mittlerweile geschlossen werden musste – zu viele Interessenten wollen live dabei sein.

UPDATE 3 (15.50 Uhr, 28.05.10)

Laut OB hat sich das Land und die Sparkasse bewegt.

Offizielle Stellungnahmen des Landes NRW: Das Land NRW ist bereit an einer Lösung zur Schadensabwendung mitzuarbeiten. Es will Tilgungsbeiträge in Höhe von 2 Millionen Euro stunden. Das Land geht davon aus, dass die Wirtschaft drei Millionen einbringt (ist erledigt, Anm. der Redaktion). Die Stadt muss 2.85 Millionen zuschießen.

Oberbürgermeister Pit Clausen hat den Parteien die Pistole auf die Brust gesetzt und ihnen in Auftrag gegeben, die Summe zu benennen, bei sie einer Finanzhilfe zustimmen würden. Kluger Schachzug. Jetzt, wo Farbe bekannt werden soll, zeichnet sich ab, dass man die entscheidung gern auf Montag vertagen will. Die haben wohl Angst, sich sonst heute Abend auf dem Leinbeweber nicht blicken lassen zu können!

UPDATE 4 (16.10 Uhr, 28.05.10)

Offenbar geht es aktuell nur um einen symbolischen Beitrag der Stadt. Die Bielefelder Wirtschaft soll dann den Rest bringen. Im Gespräch sind derzeit zwischen 500 000 und 1 Million. SO WENIG IST DER STADT IHR BUNDESLIGIST ALSO WERT! Beschämend!!!

UPDATE 5 (16.30 Uhr, 28.05.10) – Fortsetzung der Provinzposse

Neue Diskussionsgrundlage: SPD sagt, von den 2,8 Millionen sollen 800.000 von der Wirtschaft aufgebracht werden. Die anderen Fraktionen wollen nur noch 500.000 geben, das heißt 2,3 Millionen aus der Wirtschaft.

UPDATE 6 (16.45 Uhr, 28.05.10)

Oberbürgermeister Clausen kämpft für den Kredit und den Verein! Clausen: Wenn wir Arminia nicht zur Lizenz verhelfen, dann sind nicht nur 3,6 Mio. für die Stadt weg. 12,2 Mio. vom Land, zu 80 Prozent von der Sparkasse verbürgt.
Er listet das für und wieder auf.

Als Fan muss ich klar sagen, wenn man die Zahlen sieht, versteht man die Ablehnung der anderen Parteien nicht. Hier scheint es um mehr zu gehen, als nur um die Rettung eines Imageträgers. Das ist Parteipolitik vom Übelsten!

UPDATE 7 (16.55 Uhr, 28.05.10)

Fortmeier (SPD): Ich kürze meinen Redebeitrag ab. Wir hätten auch die 4,8 Millionen mitgetragen. Es hat eine Vertagung gegeben. Wir haben recherchiert, es wird Änderungsanträge geben. Was können wir als Stadt bis Mittwoch machen. Wir haben nochmals nachgefragt und schlagen vor, den Beitrag der Stadt auf 1,8 Millionen zu kürzen und wollen die andere Millionen von der Wirtschaft bekommen.

Der türkische Basar im Rathaus hat eröffnet!

UPDATE 8 (17.05 Uhr, 28.05.10)

Inge Schulze (Grüne): Wir haben eine Gesamtverantwortung für alle Haushalte. wir geben dem Verein ein Darlehen von 0,5 Millionen Euro.

Jetzt wird’s lächerlich!

UPDATE 9 (17.20 Uhr, 28.05.10)

Rainer Lux (CDU): Kein Vorschlag, aber Kritik an der Ämterverquickung von Brinkmann, als Chef der Stadtwerke und Präsident von Arminia. Jetzt wird endgültig klar, dass es nicht um die Sache, sondern um persönliche Konkurenz geht!

UPDATE 10 (17.26 Uhr, 28.05.10)

Die Linke hält ihr "dagegen"-Schild hoch. War nicht anders zu erwarten!

UPDATE 11 (17.40 Uhr, 28.05.10)

Buschmann (FDP): Symbolisch 500 000 Euro, in Absprache mit CDU und Grünen.

Es wird möglich sein, den Rest aufzubringen. Unsere Ablehnung am Donnerstag hat die anderen zum Nachdenken gebracht.

Jetzt wird der schwarze Peter weiter geschoben!

UPDATE 12 (17.30 Uhr, 28.05.10) – noch mal zum Thema "schwarzer Peter"

Ralf Schulze (BfB): Arminia eigentlich für diese Stadt unverzichtbar. Hoffen auf die Wirtschaft. Für unsere großen Betriebe lächerliche zwei Millionen.

UPDATE 13 (17.55 Uhr, 28.05.10)

Die (geheime) Abstimmung der Anträge läuft. entweder gibt es 2,8 Millionen oder 500 000. Klingt nicht logisch, ist aber so!

UPDATE 15 (18.00 Uhr, 28.05.10)

SPD – Antrag auf Hilfe in Höhe von 2,8 Millionen abgelehnt. (19 x ja, 41x nein)

Antrag auf 500 000 Euro wird abgestimmt und unter Enthaltung der SPD angenommen, bei 4 x nein der Linken.

Damit ist das Todesurteil für den Verein wohl unterschrieben!

FAZIT: (18.10 Uhr, 28.05.10)

Bis auf die SPD hat keiner die Wertigkeit eines Bundesligaclubs für Bielefeld für wichtig genug erachtet, um 2,8 Millionen zur Verfügung zu stellen. Der schwarze Peter wurde an die Bielefelder Unternehmen weiter gegeben, die sich gerade erst von der Wirtschaftskrise erholen. Sollte der Verein nun insolvent gehen, dann können sich die Ratsherren auf die Schultern klopfen und wunderbar aus der Nummer heraus drehen. Immerhin hat man eine halbe Million ermöglicht und kann sich auf die Aussage zurück ziehen, dass die Wirtschaft eben auch nicht hinter dem Konzept des Vereins stand – sollte es schief gehen. Bielefeld ist um eine weitere Provinzposse reicher!

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Westfalentreffen 2010

Am letzten Samstag stieg mal wieder das mittlerweile fast traditionelle Treffen der westfälischen Blogger. Dieses Mal organisiert von Dagmar und Agnes in der alten Kokerei in Essen. Treffpunkt war die Gaststätte in der Kokerei um 12.00 Uhr, wo Dagmar ein nettes Essensbuffet für uns organisiert hatte.

Das Restaurant liegt eingebettet in die für einen Ostwestfalen gewöhnungsbedürftige Industrieromantik des riesigen Stahlwerkgeländes. Alles dort erinnert an die alten Zeiten, in denen dort noch wild “geschafft” wurde. Wir hatten also nach der Ankunft erst mal ausgiebig Zeit, um uns am Tisch zu unterhalten. Die üblichen “Verdächtigen” der letzten Treffen waren fast alle wieder da und so haben die bessere Hälfte und ich uns abwechselnd um das Engelchen und den Klönschnack gekümmert. Im Anschluss…

…sind wir bei bestem Wetter auf Photosafari gegangen. Ich war mir mit Tom aber schnell einig, dass es nicht nur sehr schwierig ist, in diesem Gewirr von Technik, Rost, Verstrebungen und Schornsteinen geeignete Motive zu finden, sondern sie auch noch gut ins Bild zu setzen. Da braucht es einiges an Übung.

Interessant fand ich an der Stelle, dass sich die Bewohner des Ruhrgebietes an allen Ecken und Enden zu Picknick und Ruhepausen unter Stahlträgern zu treffen schienen. Mir ist da ganz spiessig der Bürgerpark lieber ;) .

Leider mussten wir uns mit dem Engelchen recht früh wieder verabschieden und konnten die organisierte Führung nicht mit machen, weil sie nicht besonders kleinkindgeeignet war – und wenn ich von Tom was von 116 Stufen höre, dann war sie auch nur bedingt “richiegeeignet” *fg*!

Wir haben uns gefreut alle mal wieder zu sehen. Ich bin mal gespannt, wohin es uns nächstes Jahr verschlägt.

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Dialog der Woche

Samstag auf dem Flohmarkt am Klosterplatz. Richie bietet neben diversen Kinderklamotten auch seine ausgelesene Büchersammlung feil. Ein potentieller Käufer wühlt in den Schätzen und hat bereits zwei Star Wars Bücher ausgesucht. Die möchte er nun bezahlen.

Richie: Das ist aber eine Trilogie.

Käufer: Bitte?

Richie: Sie haben da nur Band eins und zwei in der Hand. Da vorn steht noch der dritte Band der Serie, dann ist sie komplett.

Käufer: Ach nee, zwei Bücher reichen mir erst mal!

Richie: Die sind aber in sich nicht abgeschlossen und die Geschichte ist ohne Band drei nicht zu Ende

Käufer: Ja, ja, lassen’se mal. Ich lese eh nicht so viel. Hier ist das Geld!

Richie: ???

Muss man nicht verstehen….

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Dialog der Woche

Sie: Schatziiiiiiii!?! Ich will gleich zum Friseur. Kannst Du aus dem Internet Bilder drucken?

Er: Klar., Wieso? Was für Bilder?

Sie: Na, ich will Bilder von Nena und dann sollen die mir eine ähnliche Frisur schneiden.

Er: Erwartest Du da nicht etwas viel von unserem Friseur?

Sie: Wieso? Ich finde die Frisur cool.

Er: Ja, das schon…

Sie: ABER???

Er: Na ja, die schneiden ja eher 08/15. Womöglich kann die das gar nicht und Du siehst nachher eher wie eine Landei-Nena aus!

BLÖDMANN!!!

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FRECHHEIT!

Die ganze letzte Woche habe ich gedacht, ich bekomme die Pimpernellen. Unser Besuchereingang wird komplett neu gestaltet, weil zum einen das neue Firmenlogo angebracht werden muss, es insgesamt einladender aussehen soll und nicht zuletzt, weil wir sehr hohen Besuch aus der japanischen Konzernspitze erwarten.  Bis heute war da konstant nervtötender Baulärm direkt neben dem Fenster.  Unterstützt nicht gerade dabei, eine Excel-Tabelle mit 470 Datensätzen nebst Rechnung mit “WENN”-Funktionen zu erstellen. Aber heute ha’m se dann dem Fass den Boden ins Gesicht geschlagen:

Da ha’m die mir doch heute glatt die schöne, Schatten und Sichtschutz spendende Tanne vor meinem Bürofenster weggesägt! Jetzt muss ich im Sommer den halben Tag die Schalosetten runter lassen, damit ich nicht in zwei Monaten selbst aussehe wie ein Japaner – also zumindest um die Augen.   Frechheit sowas!

Wehe da wird kein schickes neues Beet als Ersatz am Eingang angelegt!

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Hallo Mai!

Oh Mann. Andere tanzen in den Mai. Das machen die bessere Hälfte und ich eigentlich nie. Jetzt wo das Engelchen da ist, geht es eh nur noch bedingt. Aber was wir machen, dass ist an der Maikundgebung der IG Metall teilnehmen. Jedes Jahr marschieren wir mit durch die Bielefelder Innenstadt und landen zum Abschluss an der Raspi vor der Hechelei. Am Bierstand. Morgens ab 11.00 Uhr!

An diesem ersten Mai war das auch nicht anders, nur hat Papa durch die Hektik mit dem Engelchen vorher nix zu essen bekommen. Was Papa aber bekommen hat ist Bier (und nicht nur eins), während er von diversen Rednern auf der Bühne im Unterbewusstsein indoktriniert wurde. Und weil das Wetter so schön war, ist Papa mit Familie und Kollegen versackt – von 11.00 Uhr bis 15.30 Uhr – mit einer Bratwurst und, naja Bier eben. Bier gab es dann auch noch zum Abschluss bei den Eltern auf dem Balkon. Da konnte dann die Familienpizza um 19.00 Uhr auch nix mehr retten! “Hallo Mai“, hat Papa gedacht – und dann ist Papa eingeschlafen. Im Sessel. Um nicht mal 21.00 Uhr. Marco Huck hat ohne ihn  geboxt. So früh schläft Papa nicht mal in der Woche. Aber so lässt sich Papa den ersten Mai dennoch gefallen ;) .

Hoffentlich ist nächstes Jahr wieder so’n Wetter!

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