Archiv für Oktober, 2009

Kneipenbesuch

Das Engelchen leidet unter “Jetlag”. Seit der Umstellung der Uhr am Sonntag ist sie irgendwie immer müde, nur nicht dann, wenn sie müde sein soll. Zudem ist sie morgens nun viel zu früh wach. Heute Morgen war es 5.10 Uhr! Blöder Mist, blöder! Jetzt dauert das wieder 14 Tage, bis sie morgens wieder bis sieben Uhr schläft.

Aber wir tun alles, um sie müde zu bekommen. Morgens war die bessere Hälfte erst mit ihr zum Baby-Schwimmen. Am späten Nachmittag waren wir dann auf der Kirmes an der Radrennbahn, um die Synapsen des Kindes mit bunten Bildern zu fluten. Ist immer wieder ein Erlebnis, wenn die kleine Maus staunend in ihrem Buggy über die Kirmes kutschiert wird. Geld wollten wir gar nicht groß ausgeben. Aber da hatten wir die Rechnung ohne den Hundeblick eines jammernden, wild mit den Fingern deutenden Kindes gemacht. Bewaffnet mit Winni-Puuh-Luftballon ( 4,-€ ) und Ritsch-Ratsch-Rad ( 3,50€ ) haben wir die Heimreise angetreten.

Gegessen hatten wir noch nichts (oder besser gesagt “fast nichts” – ich hatte den hohlen Zahn mit einer Bratwurst gefüllt). Also hat die bessere Hälfte vorgeschlagen, dass wir den Pub “The Dale“, zwei Querstrassen von uns entfernt, auf dem Rückweg aufsuchen, um mal zu testen, ob die Schnitzel da wirklich so gut sind wie Oma und Opa immer behaupten. Um es vorweg zu nehmen: Sie sind super! Gesagt, getan. Der erste Kneipenbesuch des Engelchens mit gerade mal 16 Monaten. Na denn man tau!

Im Pub angekommen wurden wir erst mal entgeistert angeguckt – so viele kleine Kinder kommen da anscheinend um 17.30 Uhr nicht mehr rein – und die Frage nach einem Kinderstuhl musste der Wirt verneinen. Umso besser war sein Gesichtsausdruck, als ich kurzer Hand unseren IKEA-Kinderstuhl aus dem Kofferraum geholt, vor seinen Augen montiert und das Engelchen darin an den Tisch geschoben habe . Den Stuhl kutschieren wir nämlich meist mit uns herum, weil er sich schön zerlegen lässt und bei Bedarf schnell wieder montiert ist. Ideal für spontane Besuche bei Freunden und Verwandten. Danach hat das Engelchen Platz genommen und erst mal wie ein Profi die Karte studiert.

Die Fanta hat sie mit Strohhalm locker und ohne größere Kleckerorgien weggezuzzelt. Papa hat derweil sein leckeres Killkenny geschlürft, Mama ihre Spezi. Dann kam das Essen. Wiener Schnitzel mit Pommes für Papa, Schnitzel mit Pilzen und Bratkartoffeln für Mama. Im Fazit also Schnitzel mit Kartoffeln, Pommes und Salat für das Engelchen. Pilze mach se nich! Wir haben dann vom verdutzten Wirt eine weitere Gabel geordert. Er hatte wohl eher ein mit den Fingern manschendes Kind erwartet.

Ich bin immer wieder stolz, wenn ich sehe, wie gut die kleine Maus mit ihren nicht mal 17 Monaten schon mit der Gabel ( oder auch einem Löffel ) vom Teller isst. Aber wer schon ( fast ) unfallfrei Joghurt und Morgenbrei löffelt, für den ist Fleisch auf die Gabel pieken ‘ne Kleinigkeit. Danach hat sie ihre Fanta leer, aber gleichzeitig die Windel voll gemacht. Da wir aufgrund des fehlenden Kinderstuhls eh keinen Wickeltisch erwartet hatten, haben wir gar nicht erst gefragt, sondern sofort bezahlt – bevor der Geruch zur Theke ziehen konnte. Bis nach Hause war es ja nicht weit. Aber erst mal ist das Engelchen mit seinem Universalgruß “diddelaaar” – wie die Queen winkend – an der Theke vorbei marschiert. Spätestens da war sie der Star des Abends. Dass sie nicht noch alle Gäste abgeklatscht hat, war echt alles !

Nun sind wir wieder daheim, das Engelchen wird gerade von Mama ins Bett gebracht und Papa betrachtet grinsend die Photos des heutigen Tages. Gibt es ein besseres Mittel gegen den aktuellen Stress in der Firma?

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versteckte Frechheiten

Vor längerer Zeit hatte ich mich mal in diesem Weblog ironisch über den Herrn Hipp ausgelassen, der seine Babymilch mit verbesserter Rezeptur, aber weniger Inhalt, zu gleichem Preis in die Regale gestellt hatte. Nun habe ich via Engelbert einen interessanten Link zum Thema Mogelpackungen gefunden. Die Höhe der Preiserhöhungen treibt einem echt die Zornesröte ins Gesicht!

Oh, übrigens – die bessere Hälfte bloggt seit neuestem ebenfalls. Schaut doch mal hier vorbei und gebt etwas Starthilfe. Sie freut sich über jeden neuen Besucher!

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zapp!

Gestern bei der Verleihung des Comedypreises: Auftritt von Helge Schneider. Schnell weggezappt auf SAT 1. Wer latenightet da? Oliver Pocher! Super!

Das ist so, als wenn man sich bei akutem Durchfall noch den Finger in den Hals steckt, damit es mehr Spaß macht!

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privates Internet – oder auch nicht!

Da verstehe einer die Aufregung. Heute habe ich in der Zeitung gelesen, dass es Aufregung um Schüler VZ gibt. Dort wurden Daten gestohlen. Soweit, so schlecht. Allerdings wurden ausschließlich folgende Daten kopiert:

Name, Schule, Geschlecht, Alter, Profilfoto. Mit anderen Worten, der Dieb, der daraus auch noch eine Erpressung machen wollte, hat schlichtweg all die Daten kopiert, in die jedem Nutzer problemlos nach kurzer Registrierung offen stehen Nun herrscht allseits große Aufregung und im Forum wird heiss diskutiert.

Kann mir mal einer sagen wieso? Ich meine abgesehen vom Erpressungsversuch? Da melden sich 15 Millionen Menschen auf kostenlosen Kommunikationsplattformen von Schüler- Studi -Mein- und wasweissich-VZ an, tragen ihren halben Hintern samt der zugehörigen Partyfotos öffentlich in die Welt, outen sich teilweise in peinlichsten Situationen auf Facebook, youtube, Twitter oder Flickr und wundern sich anschließend über Datenklau?

Hallo?
Bei Studi-VZ wird im Profil auf einen Blick neben dem vollen Namen samt Passfoto mal eben nebenbei der Wohnort, die politische Gesinnung, der Beziehungsstatus, das Geburtsdatum und einiges mehr der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Nebenbei kann man noch sehen, auf wie vielen Photos die Person verlinkt ist, man kann ihr Nachrichten schreiben oder “gruscheln”. Ausgeschlossen von dieser Informationsflut über Personen, die wir nie kennen lernen wollten, sind einzig die paar Männeken, die sich durch die vermeintliche Barriere der kostenlosen Registrierung abschrecken lassen. Logisch, dass das alles andere als völlig privat ist – in Zeiten, in denen selbst jeder zweite Personalchef seine Bewerber erst mal googelt .

Was haben die VZ-User denn gedacht? Das sie anonym sind, in ihrer kleinen Welt? Das sie problemlos alte Schulfreunde auf Studi-VZ wiederfinden, wenn sie sich mit vollem Namen, Geburtsdatum und diversen persönlichen Informationen und Vorlieben anmelden, während die übermäßig zunehmende Werbung im Postkasten oder die Spam im Email-Fach vom Mond oder einer anderen unheimlichen Quelle kommt? Das wäre ja so, als würde ich glauben, dieses Weblog hätte einen ausgesuchten Leserkreis würde und von keinem meiner rund 700 Kolleginnen und Kollegen aus der Firma gefunden oder gelesen . Ja neee, is klar!

AUFWACHEN! Das Internet ist eine Plattform, in der jeder mit den richtigen Möglichkeiten und Kenntnissen ohne Probleme an die persönlichen Daten kommt, die wir exhibitionistischen Deppen (ja, auch wir Betreiber privater Webseiten und Blogs) der Weltgeschichte freiwillig im Überfluss zur Verfügung stellen! Insofern ist die Empörung und die Diskussion an der Stelle nicht nur albern, sondern schlichtweg dumm.

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Ihre Idee, meine Arbeit

Meine bessere Hälfte hat mich am Freitag in das Zimmer des Engelchens zitiert und mir mitgeteilt, dass WIR BEI GELEGENHEIT mal für das Zimmer zwei neue Regal kaufen, ZUAMMENBAUEN und im Zimmer EIN PAAR MÖBEL UMSTELLEN müssten. Man(n) achte auf die markierten Codewörter! Frei übersetzt bedeutet das nämlich, dass WIR (also ich!) BEI GELEGENHEIT mal (also möglichst jetzt sofort und den kompletten Rest des Wochenendes)für das Zimmer zwei neue Regale kaufen, ZUSAMMNENBAUEN ( tschüss Bundesliga am Samstag) und im Zimmer EIN PAAR MÖBEL UMSTELLEN (ich schiebe das komplette Mobiliar des Zimmers unter den kritischen Blicken des besseren Hälfte gefühlte tausend mal von a nach b) müssten.

Immerhin konnte ich die bessere Hälfte am Freitag um 15.45 Uhr davon überzeugen, dass es keinerlei Sinn mehr macht noch anzufangen, wenn man(n) um 16.45 Uhr los muss, um dem heimischen Zweiligisten im Stadion frenetisch zuzujubeln! Aber am Samstag war ich reif. Mit tatkräftiger Unterstützung der Schwägerin wurde das Zimmer des Engelchens spielzeugmäßig entkernt und dann musste Papa ran ans Werk. Bett nach rechts, Schrank nach links, Sofa unters Fenster, Wickelkommode an die andere Wand, Baldachin hängt falsch, Wandgemälde wird plötzlich unsichtbar, Bilder müssen ab, da blieb kein Stein mehr auf dem anderen. Gott sei Dank hat die bessere Hälfte nicht auch noch die Tapeten von der Wand gerissen , sonst wäre das Engelchen am Ende völlig orientierungslos durch die Wohnung geirrt!

Die eigentliche Hölle kam aber noch. Samstag Nachmittag mit der halben Familie (also Frau, Schwägerin, Schwiegermutter, Schwiegervater und Engelchen) zum Regale kaufen nach IKEA. Bielefeld hat rund 300 000 Einwohner und ich glaube, die waren am Samstag zu 85% bei IKEA! Für sowas ist man(n) genetisch einfach nicht geschaffen.

Wieder daheim haben wir zuerst mal das Bücherregal Hensvik aufgebaut. Wenn ein Möbelstück schon so schweinisch klingt, dann hat es auch den kleinen Freund, das CD-Regal Hensvik verdient. Den habe ich am Sonntag allein aufgebaut und anschließend unter den kritischen Blicken der weiblichen Mitbewohner montiert. Danach habe ich noch diverse Bilder wieder aufgehängt und wir haben sisyphusgleich versucht, die Stofftiere schneller ins das Regal zu räumen, als das Engelchen sie wieder ausräumen kann – vergeblich, wie ich anmerken möchte! Aber am Ende des Tages war das Werk vollbracht.

Was wir jetzt haben, ist ein Babyzimmer, welches sich zum Kleinkindzimmer entwickelt hat. Das Engelchen hat viel mehr Platz zum spielen. Papa hofft nun, dass die nächste Umstellung frühestens mit dem Grundschulalter auf ihn zu kommt und das nicht in Kürze schon wieder die Idee der besseren Hälfte in arbeit für den Papa ausartet. Mal sehen, wann mir einer der weiblichen Mitbewohner einen Strich durch diese Rechnung macht !

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verboten

Ich verbiete dem Kind zukünftig das Essen von Weintrauben. Ist mir völlig egal wie gesund die sind! Darf sie nicht mehr und Schluss! Zumindest so lange nicht klar ist, dass ich diese Bescherung namens Windel nicht auspacken muss. Das Engelchen frisst ganze Reebstöcke kahl, fördert ihre Verdauung und ich hab den Salat. Die kleine Zwergin sieht man nicht, die riecht man nur noch! Meine Fresse, wie kann aus so einem kleinen Arsch bloss so viel…..

….ach lassen wir das!

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öfter mal was Neues

Ich bin durchaus offen für neue Dinge!

Heute habe ich bei der Reparatur einer Maschine wieder eine neue, wertvolle Erfahrung machen dürfen. Ich hatte eine Reparatur abgeschlossen und wollte die Anlage wieder in Betrieb nehmen. Also bin ich an das Bedienteil und habe den dafür notwendigen Taster gedrückt. Leider hat sich die Anlage nicht wieder in Bewegung gesetzt. Meine Kollegen hatten etwas umgebaut. Der Taster für den Maschinenstart ist jetzt weiter oben angebracht – wenn auch nicht beschriftet (wieso auch?). An der Stelle, wo er vorher sass, sitzt nun der Taster, den ich gedrückt habe. Neu ist, dass der eben nicht mehr die Maschine einschaltet, sondern ein Ventil. Neu ist auch, dass die Wasserleitungen an der Maschine nicht mehr manuell freigeschaltet werden, sondern jetzt elektrisch. Neu ist die Schlauchhalterung rechts an der ersten Schutztür, mit dem ebenso neuen Wasserschlauch, der etwa den doppelten Durchmesser eines Gartenschlauches hat.

Nicht ganz so neu war mir dieses Gefühl frischen, eiskalten Wassers auf den Klamotten. Neu ist ab Morgen jedenfalls meine Arbeitskleidung, nachdem ich heute einen gehörigen Schauer Frischwasser über das linke Hosenbein samt Arbeitspullover bekommen habe. Klasse, wenn aus einer hellen Jeans plötzlich einseitig eine dunkle wird! Ich sah aus, als hätte ich meine Blase nicht mehr im Griff!

Ich glaube, auf das kennen lernen mancher Neuheiten möchte ich seit heute verzichten!

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