August 31, 2009
· abgelegt unter Aus dem Nähkästchen
Heute ist Montag und ich habe sämtliche Frondienste der letzten Tage erledigt. Omas und Opas Badezimmer ist frisch tapeziert. Das hat am Donnerstag zweieinhalb Stunden gedauert. Ich glaube, so schnell war ich noch nie. Hatte aber auch seinen Grund, denn Schwiegerpapa hatte für sich beschlossen, dass ein neues Wohnzimmer zwar toll, aber Möbel abholen und aufbauen sch*** ist. Deshalb hat er sich mit einem Nierenstein erst mal ins Krankenhaus verdrückt und wir konnten die Möbel ohne ihn abholen und aufbauen. So eine Show hätt er nicht zu machen brauchen – ein einfaches “macht mal ohne mich” hätte mir, meinem “eventuellvielleichtmalschwager” und meinem Stiefschwager auch gereicht um aktiv zu werden
! Immerhin ist er seit Freitag wieder raus – aber er durfte auf Anweisung von Schwiegermama dennoch nicht mit anpacken.
Zu zweit wäre die Aufbauarbeit für mich und meinen Stiefschwager eine echte Mammutaufgabe gewesen, zumal mein “eventuellvielleichtmalschwager” erst am Abend hinzu kam. Deshalb waren wir am Freitag schon froh, als um 15.00 Uhr noch ein Nachbar zu Hilfe kam, denn insgesamt haben wir sieben Schränke und einen Wohnzimmertisch aufgebaut – mit allen üblichen Pannen, wie etwa vertauschen Seitenteilen, verkehrt herein geschraubten Schubladenauszügen und lageverkehrten Mittelbrettern, wegen denen man ganze Highboards noch mal zerlegen darf!
Okay, ab und an ist es einfach paddelig wenn man Bretter vertauscht. Aber manchmal glaube ich, die Zeichner dieser Bauanleitungen lachen sich schon beim Entwurf der Dinger schlapp, wenn sie auf den Hinweis “Achtung: Lagerichtung beachten” bei einem 25×25cm großen Mittelbrett verzichten – in dem Wissen, dass die Schubladen erst ganz am Ende eingeschoben werden und man dehalb auch erst dann merkt, dass die Löcher auf beiden Seiten um etwa einen halben Zentimeter versetzt sind. Logisch übrigens auch, dass es der letzte Arbeitsschritt beim letzten Schrank nach rund 10stündiger Aufbauzeit gewesen ist
!!!
Samstag und Sonntag habe ich mich gefühlt wie ein eingetretener Briefkasten, weil die doch sehr ungewohnten Bewegungen für Muskelkater an Stellen gesorgt haben, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass ich dort Muskeln habe. Manche werden nämlich mit zunehmendem Alter weniger benutzt – nicht wahr Popo?!?!? Heute fühle ich mich zwar immer noch wie besagter Briefkasten, aber wenigstens bin ich schon wieder frisch gestrichen. Deshalb werde ich gleich mit meiner besseren Hälfte, dem Engelchen, sowie Oma und Opa den Familientag auf dem Brackweder Schweinemarkt nutzen.
August 29, 2009
· abgelegt unter Kolumne
Mal ehrlich, wer hat sich eigentlich diese Anstoßzeiten ausgedacht? Der fußballinteressierte Mann von heute kommt um erhebliche Eheprobleme gar nicht herum, wenn er seinem Hobby fröhnen will. Bundesliga am Samstag um halb vier ist normal, aber danach ein Spiel um halb sieben, eines am Sonntag um 15.00 Uhr und dann zwei um 17.30 Uhr. Zusätzlich gelegentlich ein Freitagsspiel um 20.30 Uhr. Allein das kann schon zu wüsten Scheidungsandrohungen führen!
Aber wenn man, wie wir derzeit, auch noch in der zweiten Liga spielt, dann muss man mit den dazwischen gepuzzelten Anstoßzeiten der zweiten Liga leben. Freitags um 18.00 Uhr, Samstags um 13.00 Uhr oder Sonntags um 13.30 Uhr. Wer zur Hölle kann da eigentlich zum Fußball gehen? Freitags arbeiten viele noch, während Samstags und Sonntags die Familie (zu recht) ihr Recht fordert. Selbst wenn man dan gern zum Fußball gehen würde und mal was zu erledigen hat, schafft man diese frühen Anstoßzeiten nur mit Mühe und bisweilen gar nicht.
Mal abgesehen davon, dass sich die Tabellenstände beinahe stündlich ändern und man Samstags um 13.00 Uhr eher an Marmeladenbrötchen und Zeitung statt an Fußball denkt: Solche Zeiten können sich auch nur 80jährige Funktionäre ausdenken, die, das sichere Altersheim vor Augen, ihr freies Wochenende mit Fußball auffüllen wollen. Zumal von den Mehreinnahmen eh nur die ohnehin schon reichen Vereine profitieren. Die Quittung wird kommen. Das Spiel am Samstag Abend wird 10 Minuten vor dem Ende abgeschaltet, weil dann “Wetten dass” die Familien beherrscht.
Die Zuschauerzahlen am Samstag um 13.00 Uhr werden sich mit verschlechtertem Wetter noch weiter nach unten regulieren und an den verkaufsoffenen Weihnachstsamstagen wahrscheinlich gerade mal im vierstelligen Bereich liegen. Denn Deutschland ist ( Gott sei Dank ) nicht England und hier wird ( hoffentlich? ) nicht jeder Scheiß mitgemacht! Warum ich das Thema so interessant finde? Weil ich von Arminia in dieser Saison aufgrund der schwachsinnigen Anstoßzeiten gerade mal ein Spiel sehen konnte!
REVOLUTION in Richies Blog!!!! PRO SAMSTAG 15.30 UHR für die Bundesliga und SONNTAG 15.00 UHR für die zweite Liga!
August 27, 2009
· abgelegt unter alltäglich
Ich habe also Urlaub!
Echt, Urlaub – also das, wo man sich entspannt, wenig tut, lange schläft, die Zeit geniesst und sich auf die faule Haut legt. Also außer an den Tagen jetzt, an denen ich bei Oma und Opa tapeziere, bei den Schwiegereltern die neuen Möbel für das Wohnzimmer aufbaue, zu Hause den Vorrat aufräume, das Auto wasche und von innen reinige, usw.
…ich dachte, Frondienst war gestern?!?!?
August 25, 2009
· abgelegt unter Aus dem Nähkästchen
Ist es nicht herrlich! Es ist warm, ich habe endlich Urlaub und wir können endlich mal innerhalb der Woche etwas unternehmen. Beispielsweise ist es sehr schön, wenn man am Montag in Olderdissen spazieren geht und mal zur Abwechslung nicht in vier Reihen vorm Bärengehege stehen muss. Da wir dieses Jahr daheim bleiben, werden wir halt ab und an Tagestouren machen oder schwimmen gehen und hin uns wieder den Grill anwerfen. Außerdem muss ich noch Bilder von einer Hochzeit bearbeiten und wollte endlich mal wieder in Ruhe ein paar Zeitschriften lesen. Mit einem 14 Monate alten Kind ein Buch anzufangen, den Gedanken sollte man(n) aufgeben! Auf jeden Fall freue ich mich auf entspannte Tage.
Was mich allerdings echt nervt sind die immer noch viel zu warmen Nächte. Das Engelchen schwitzt wie sonst was und wird regelmäßig mitten in der Nacht wach und kann nicht wieder einschlafen. Die Lüdde wälzt sich dann bei 25 Grad im Kinderzimmer meckernd so um die zwei Stunden in ihrem Bettchen (oder später – wenn nichts mehr geht – in unserem). Wir schlafen dementsprechend dann auch nicht, was uns nun schon die zweite Nacht in Folge dazu gezwungen hat mal zu gucken, was denn um 2.00 Uhr noch so in der Glotze läuft. Deshalb habe ich denn seit Ewigkeiten mal wieder “Judge Dread” gesehen. Auch schön, wenn auch nicht gerade künstlerisch wertvoll.
Allerdings ist der Umgang mit dem völlig übermüdeten Kleinkind vor allem am Morgen schwierig, denn glaubt bloß nicht, dass unser Engelchen Morgens auch nur eine Minute länger schläft als sonst. Mit anderen Worten: Die Nacht ist um 7.00 Uhr um und das Kind entsprechend nöckelig. Zumindest bis zum Mittagsschläfchen. Aber wie schon mal in einem der letzten Einträge zitiert: Wer schlafen will, der sollte keine Kinder kriegen!
August 11, 2009
· abgelegt unter da leuchten Papas Augen
Niedlich ist, wenn das Engelchen langsam anfängt zu laufen. Niedlich ist ebenfalls, wenn das Engelchen nun immer neugieriger auf seine Umwelt wird. Niedlich ist, wenn Tanti dem Engelchen erlaubt, ihre Handtasche auszuräumen. Niedlich ist, wenn das Engelchen diese Erfahrung bei der heimischen Wickeltasche ebenfalls in die Tat umsetzt. Niedlich ist auch, wenn das Engelchen heraus findet, wie man die erbeuteten Feuchtücher aufmacht und aus der Packung zieht.
Niedlich ist, wenn die Eltern bei der Sommerhitze faul auf dem Sofa liegen und das Engelchen mit einem Feuchtuch im Mund durch die Tür kommt. Niedlich ist auch, wenn Papa das Feuchttuch aus dem Mund des Kindes nimmt, um Mama mit der feucht-kühlen Rückseite über den verschwitzten Nacken zu wischen. BESONDERS NIEDLICH ist der Gesichtsausdruck der Eltern, wenn sie feststellen, dass dieses Feuchttuch gar nicht aus der Wickeltasche, sondern aus dem von der Terrorkröte umgekippten und geplünderten Windeleimer stammt! Weniger niedlich ist die aufkommende Gewissheit, mit diesem Feuchttuch also kurz zuvor den Stinkepöter des Kindes gesäubert zu haben.
Nun ist Mama duschen, Papa hat sich die Hände gewaschen und das Engelchen sitzt da und tut so, als wäre gar nichts weltbewegendes passiert. Kleine Kröte
!
August 9, 2009
· abgelegt unter politisch
Kaum ist der Grund für die aktuelle Wirtschaftskrise ein wenig aus den Köpfen der Menschen verschwunden und ein Ende der Talfahrt in Sicht, da tauchen die Arbeitgebervertreter aus der Versenkung auf und sind sich nicht zu schade, mal wieder die alt bekannte Sau durch das Dorf zu treiben. Längere Arbeitszeiten und Lohnverzicht sollen Arbeitsplätze retten. Der kleine Mann soll Opfer bringen, um seinen Arbeitsplatz zu sichern.
Fakt ist: Eine starre Erhöhung der Wochenarbeitszeit, beispielsweise auf 40 Stunden, hätte die Firmen während der Wirtschaftskrise in noch größere Nöte und Beschäftigungsprobleme gestürzt! Wer nichts verkaufen kann, muss ganz sicher nicht über noch mehr Produktionszeit verfügen. Schaut man genauer hin, dann erkennt man, dass nicht längere, sondern eher die tariflich mögliche, flexible Arbeitszeit eine Lösung wäre. Weniger arbeiten in der Krise, mehr arbeiten wenn es boomt, allerdings bei gleicher Bezahlung – zu vereinbaren und individuell zu gestalten auf betrieblicher Ebene.
Bewusst außer Acht gelassen wird meiner Ansicht nach, dass der kleine Mann durch die Kurzarbeit bereits reichlich Opfer gebracht hat, ist diese doch mit teilweise erheblichen Lohneinbußen (und einer Steuernachzahlung im Folgejahr) verbunden, während der Arbeitgeber von Lohnkosten und den Kosten für die Sozialversicherung entlastet wurde. Trotz dessen zeigt sich jetzt, dass der Lohnverzicht durch die Kurzarbeit eine Entlassungswelle zwar verschiebt, sie aber keineswegs verhindert. Geschwächt wird neben den Arbeitnehmern zudem der Einzelhandel, weil das Geld in solchen Zeiten alles andere als locker sitzt.
Unverschämt wird die Forderung der Arbeitgebervertreter dadurch, dass man den Menschen suggeriert, geringere Verdienste bei längerer Arbeitszeit würden zu mehr Beschäftigung führen. Ewig gestrige Argumente, die nur auf den ersten Blick logisch erscheinen, werden durch ständiges wiederholen nicht wahrer. Allerdings verliert man ob der ständigen Beschallung beinahe aus den Augen, dass diese Wirtschaftskrise gar nicht in der Struktur der Unternehmen begründet liegt und sich solche Forderungen deshalb allenfalls aus Mitnahmewünschen ergeben.
August 6, 2009
· abgelegt unter da leuchten Papas Augen
Was schrieb ein Kollege neulich so treffend? Wer schlafen will, der soll keine Kinder bekommen. Wie wahr dieser Satz ist, wurde mir nicht nur nach der Lektüre bei Frau Ährenwort bewusst.
Meine bessere Hälfte und ich haben heute den Wahrheitsgehalt mal wieder am eigenen Leib erfahren. Die Terrorkröte hat gegen 23.45 Uhr beschlossen, dass nun sie – und somit auch alle anderen – genug geschlafen haben. Auch der Wechsel ins elterliche Bett, sowie das ständige anbieten von kuscheln, Teddy, Getränk, frische Windel, Paracetamol oder das genervte (wenn auch leere) Androhen eines “Arsch voll” haben was genutzt.
Geschlafen haben wir mit zahlreichen Unterbrechungen wieder ab 2.30 Uhr. Entsprechend haben wir dann heute Morgen auch ausgesehen, während die kleine Terroristin… äh das Kind sich als blühendes, energiegeladenes Leben entpuppt hat. Die hatte ihren toten Punkt dann heute ab 15.00 Uhr! Was sich dann in ständigem heulen und “nichts recht machen” geäußert hat. Wenigstens haben wir ihren Durchfall in den Griff bekommen! Wie schon mal gesagt, irgendwie muss ich das Kleingedruckte nicht gelesen haben, als es um den Vertrag für werdende Väter ging.
Ich glaube, heute bin ich um spätestens neun verschwunden!