Revival-Tour nach Hamburg
Vor vielen Jahren haben meine Freunde und ich mal eine Männer-Tour nach Hamburg gemacht. Im Sommer, bei bestem wetter, hatten wir so viel Spaß, dass wir noch Jahre danach davon gesprochen haben. Grund genug, nun – im gesetzteren Alter – eine Hamburg – “Revival-Tour” auf die Beine zu stellen.

Die Grundnahrungsmittel einer solchen Männertour sind auf dem obrigen Bild komplett enthalten. Die Fortbewegung bei einer solchen Tour muss natürlich losgelöst vom Auto sein und deshalb haben wir uns komplett mit U-Bahn und Bussen durch die Stadt bewwegt,

was in Hamburg allerdings wesentlich besser geht als in Bielefeld. Alle drei Minuten eine U-Bahn, quasi rund um die Uhr. Davon können wir hier allenfalls träumen, vor allem in den äußeren Bezirken. Dazu lag unser Hotel auch noch direkt gegenüber des DOM, mit Blickweite zum Millerntorstadion von Sankt Pauli. Es ging also vieles auch zu Fuß.

Den DOM haben wir nach der Miniatur-Wunderwelt besucht. Leider darf ich die Bilder der Modelleisenbahn wegen des Copyright nicht im Blog veröffentlichen. Diese Miniaturwelt ist eigentlich schon allein einen Weblogeintrag wert. Wir sind dort zweieinhalb Stunden lang herumgelaufen und für mich war die Eisenbahn letzten Endes Nebensache! Dort wurde mit so viel Liebe zum Detail eine Landschaft nachgebaut, dass man nach zwei Stunden aufgrund von Reizüberflutung nichts mehr mit bekommt. Die lila Kuh in der Schweiz, die Villa Kunterbunt in Skandinavien, der Bauer mit der Bäuerin im Heu, eine Radarstation, die Fahrzeuge blitzt, und, und, und. Sensationell!
Danach haben wir den Abend auf dem DOM und in einer kleinen Hamburger Eckkneipe ausklingen lassen. Letztere richtig urig, so mit Musikbox, Holzambiente und Wirtin samt Hamburger Schnauze.

Danach haben wir unsere Suite – ja richtig, es gab nur solche in dem Hotel (und in unserem Alter muss man etwas Komfort haben) – aufgesucht. Am nächsten Morgen, nach dem wirklich üppigen Frühstück, ist es dann mit einer Städtetour weiter gegangen. Zunächst sind wir an den Landungsbrücken auf Mitbringseljagt für die daheim gebliebenen Engelchen gegangen. Danach hatten wir eigentlich den Besuch des Dungeon geplant.

Der Dungeon war leider zu voll – eine Stunde Wartezeit hätte den Tagesplan dann doch zu sehr belastet. Aber in der Innenstadt war Triathlon und wir wollten um 15.00 Uhr den Massenstart der Profis an der Alster ansehen. Gesehen haben wir dann allerdings für rund zwei Stunden ein Brauhaus von innen, weil es in Strömen gegossen hat! Gesehen haben wir nur noch ein paar Nachzügler. Dafür gab es bayrisches Bier und Schmalzbrot im hohen Norden. Auch schön!

Nach kurzer Stippvisite im Hotel haben wir dann am Abend standesgemäß die Gaststätten am Kiez unsicher gemacht. Wobei ich sagen muss, dass der Kiez seinen Reiz in dem Moment verliert, wo ein Sex-Shop nicht mehr den Hauch des Verbotenen und eine Sex-Show nicht mehr den Touch des Verruchten hat. Mal abgesehen davon, dass es bei verheirateten, jungen Vätern auch nicht mehr so das Interesse weckt.
Hinzu kommt, dass diese Geschäfte immer mehr verschwinden und durch normale Gastronomie ersetzt werden. Deshalb ist es auch nicht weiter verwunderlich, wenn die etwas gealterte Männerrunde am Ende der großen Freiheit nicht rechts in selbige einkehrt, sondern links das versteckte Rock Cafe aufsucht.
Dennoch mussten wir uns natürlich das durch die Reportagen berühmte Reisebüro, die Tankstelle und natürlich Olivia Jones auf ihrer Kiezführung ansehen.

Ich will nicht verschweigen, dass wir nach einem Astra im Silbersack den Weg durch die Herbertstrasse ebenfalls gemacht haben. Hinterher haben wir es uns in einem Biergarten gemütlich gemacht und den leichten Mädels bei ihrer Anmachtour zugesehen. Da konnte man sehen, dass die Wirtschaftskrise auch vor dem Gewerbe nicht halt macht. Selbst bei dem lauen Lüftchen war kein Geschäft zu machen.
Von Freitag bis Sonntag waren wir unterwegs. Vielleicht werden wir das ganze dann angegraut in 10 Jahren noch mal wiederholen. Spaß gemacht hat es jedenfalls!








