Mai 29, 2009
· abgelegt unter schwarzweißblaue Gedanken
Nach der miserablen Vorstellung im Radio – Bielefeld – Arminia – Stammtisch formiert sich langsam eine Front gegen diejenigen, die tatsächlich für den ganzen Schlamassel verantwortlich sind. Bisher war es den Herren Kentsch und Schwick immer gelungen, durch rechtzeitige Bauernopfer in Form von Sportdirektor Saftig oder den Trainern Middendorp und Frontzeck von den eigenen Verantwortlichkeiten und vor allem Unzulänglichkeiten abzulenken. Das scheint nun vorbei!
Spätestens nachdem sich Oberbürgermeister Eberhard David – für einen Politiker völlig untypisch – sehr klar positioniert hat, steht Roland Kentsch im Kreuzfeuer der allgemeinen Kritik. Sein Vorwurf, die Stadt habe zu wenig in den Verein Arminia als bestem Werbeträger investiert, war offenbar der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Dazu kommt die offensichtliche Bedrohung des beliebten Mannschaftskapitäns Rüdiger Kauf (wer glaubt eigentlich die weichgespülte Aussage von “arbeitsrechtlichen Konsequenzen”?), der beim Stammtisch den verordneten Maulkorb sehr provokant zur Schau stellte.
Kentsch hat schlichtweg unterschätzt, dass er in Bielefeld schon seit geraumer Zeit beinahe ausschließlich negativ wahr genommen wird. So geschickt er sich in seinen Augen auch angestellt haben mag, viele im Umfeld haben sehr wohl registriert, dass man beispielsweise einen Thomas von Heesen hauptsächlich aus dem Grunde vom Sportdirektor zum Trainer hochgelobt hatte, um ihn auf Sicht aus dem Verein entfernen zu können. Auch, dass man Herrn Saftig installiert hatte, um den allmählich an Einfluss gewinnenden Trainer in die Schranken zu weisen, anstatt einen Sportdirektor auszuwählen, der ein Auge für neue und gute Spieler hat. Dies wäre zu ertragen gewesen, hätte man die Abgänge durch mündige, sportlich Kompetente Neuzugänge ersetzt. Aber der Erfolg, den von Heesen mit seiner Idee sowohl als Sportdirektor, wie auch später als Trainer verbuchen konnte, wurde nie wieder annähernd erreicht. Statt dessen wurden mit Geideck und Frontzeck als Trainer, sowie Dammeier als linientreuen Mitarbeiter munter weiter Leute installiert, bei denen das “Maul halten” höher bewertet wurde, als die sportliche Kompetenz.
Man kann einen Fußballverein nicht führen wie ein Wirtschaftsunternehmen, weil der wirtschaftliche Erfolg sehr stark an den sportlichen gekoppelt ist und somit wirtschaftliche Kompetenz allein nicht reicht. Pures Machtgebahren in Kombination mit fußballerischer Ahnungslosigkeit, sowie das Machtstreben einer einzelnen Person ohne Rücksicht auf sportliche Notwendigkeiten, haben unsere Arminia wieder in die Zweitklassigkeit zurück katapultiert. Das Herr Kentsch nicht den Club im Vordergrund sieht merkt man schon an seinem Unwillen, selbst Konsequenzen zu ziehen. So ein Mann ist untragbar!
Mai 27, 2009
· abgelegt unter Aus dem Nähkästchen
Über das lange Wochenende waren wir in einem Kurzurlaub. Schwiegerpapa hatte ein Haus an der Mecklenburger Seenplatte gebucht, genauer gesagt in Wendorf, bei Alt-Schwerin, der Nähe von Malchow. Dort wollten wir 5 Tage mit der Familie meiner Frau verbringen, also insgesamt mit 10 Personen.
Schwiegerpapa hat ein Händchen für abgelegene Ort und so wurde uns schon bei der Anreise etwas mulmig, weil das Navi nach dem verlassen der Kastanienallee in Alt-Schwerin nur noch grüne Wiese und kurz danach Wasser, aber nicht den alten Panzerweg anzeigt, den wir noch etwa einen Kilometer lang hinunter fahren mussten.

Unten angekommen erwarteten uns ein paar Ferienhäuser, ein Fischladen und eine Gaststätte namens “zur Forelle”. In jener Gaststätte konnten wir uns den Schlüssel abholen und – da wir entgegen der vollmundigen Ankündigungen Schwiegerpapas auf der Raststätte vor Hamburg die ersten waren- das Schlafzimmer aussuchen. Wir haben dann angerufen und gefragt, wieso der versprochene Kaffee noch nicht fertig ist
!
Das Haus war super, mit Grillplatz im Garten und direkt am Wasser. Am Ende des Gartens konnte man durch ein Tor gehen und stand am Ufer.

Wir Männer haben dann die Frauen zum einkaufen geschickt und ihnen suggeriert, dass wir die Gegend erkunden wollten. Ich habe mir sogar umständlich meine Phototasche umgehängt und mein “eventuellvielleichtmalSchwager” hat ebenfalls wandertaugliche Schuhe angezogen. Kurz – wir haben eine große Show veranstaltet – obwohl wir zunächst mal nur ausprobieren wollten, ob die Gaststätte am Wasser in der Lage ist ein anständiges Lübzer einzuzapfen. Auf schärfere Nachfrage von Schwiegermama, wohin wir den gehen wollten, hat Schwiegerpapa sich dann verplappert. Mann! Über 70, aber er lernt immer noch dazu
!
Das Bier hat dennoch geschmeckt, auch wenn die holde Weiblichkeit nach ihrer Rückkehr etwas sauer war, weil sie die Einkäufe allein ins Haus tragen mussten. Verstehe einer die Frauen…
…to be continued…
Mai 25, 2009
· abgelegt unter schwarzweißblaue Gedanken
Nun ist der 7. Abstieg der Vereinsgeschichte also Realität. Er war absehbar und ist verdient. Verdient, weil man im Vorfeld der Saison Fehleinschätzungen bezüglich der Mannschaftsstärke getroffen hat. Mit nur einem zentralen Stürmer und nur vier Siegen war die Klasse am Ende nicht zu halten. Arminia ist zurück im Fahrstuhl zwischen den Ligen.
Die Schuld wird nun Detlef Dammeier zugeschoben, der als Sportdirektor scheinbar für den sportlichen Bereich die Verantwortung trägt. Gräbt man aber etwas tiefer, dann stellt man schnell fest, dass er, ebenso wie Michael Frontzeck, als linientreue Billiglösung von den Leuten installiert wurde, die ihn heute zum Sündenbock stempeln wollen. Die Herren Schwick und Kentsch haben in den letzten fünf Jahren konsequent jeden aussortiert, der es wagte eigene Sichtweisen zu entwickeln, Ansprüche zu stellen oder gar Kritik zu üben. Rauswürfe beinahe unmittelbar nach Vertragsverlängerung kosteten eine Menge Geld, welches man aber gern investierte, weil es darum ging sich selbst den Rücken frei zu halten. Arminia konnte es sich zwar leisten, seinem Finanzgeschäftsführer ein erhöhtes Salär zu zahlen und einem ehrenamtlichen Präsidenten den vorzeitigen Ruhestand mit einem eigenen Büro samt Aufwandsentschädigung zu versüßen, aber für den wichtigen, sportlichen Bereich war nie Geld vorhanden.
Anstatt dem Sportdirektor und seinem Trainer ein eigenes Budget und Handlungsfreiheiten zu übertragen, wurden nach und nach weitgehend profillose Erfüllungsgehilfen installiert, die es sich gefallen ließen, dass der allgewaltige Herr Kentsch konsequent in den sportlichen Bereich hinein redete und bei allen Verträgen das letzte Wort hatte.
Wenn uns nun von den Herren Schwick und Kentsch erklärt wird, es habe Geld für Verstärkungen quasi herumgelegen, sei aber nicht abgerufen worden, möchten sie uns als Fans in meinen Augen für dumm verkaufen und versuchen schlichtweg einen weiteren verdienten Ex-Spieler als Bauernopfer vorzubereiten, um von der eigenen Unfähigkeit abzulenken.
Am 22. Juni ist JHV. DA sollen sich die Herren mal warm anziehen!
Mai 17, 2009
· abgelegt unter Aus dem Nähkästchen
Zwei Jahre waren wir nicht dabei. Aber dieses Mal haben wir wieder teilgenommen, am Westfalentreffen. Dankenswerter Weise mal wieder von Agnes organisiert haben wir uns auf Burg Hülshoff in Havixbeck getroffen. Wieder eine dieser typisch-urigen westfälischen Wasserburgen.
Es ist immer wieder lustig: 14 Personen, die sich im Grunde genommen gar nicht kennen, erkennen sich dann allein an den vor dem Bauch baumelnden Kameras oder an den ratlosen, suchenden Blicken in anderen Autos, wie ich gehört habe
.

Um 12.00 Uhr haben wir uns getroffen und als erstes mal den Burghof und die Burg in gefühlten 140 Varianten auf den Chip gebannt. Danach sind wir in den Burgkeller gestiefelt und haben gemütlich gegessen und ausgiebig geschwatzt. Hier haben meine bessere Hälfte, das Engelchen und ich an unserem 7er-Tisch neben den uns bereits bekannten Heinz-Josef, Rolf, Sylvia und natürlich Tom zunächst erst noch Pat und Edith kennen gelernt. Das war schon eine lustige Runde am Tisch, obwohl ich persönlich nicht einmal die Homepages der beiden kannte. Das muss ich jetzt mal nachholen!
Nach dem Essen ging es raus in den Burggarten und dort wurde erst mal alles geknipst, was nicht niet- und nagelfest war. War schon interessant, wenn sich so eine Horde von Menschen um den ersten Platz für das längste Objektiv streitet, bzw. in zwei Zentimetern Abstand vor einem Blatt mit einem Wassertropfen liegt.

Ich habe mich zumeist auf landschaftliche und persönliche Photos beschränkt. Aber wir hatten auch hier eine Menge Spaß und es wurde weiterhin viel geschwatzt auf der Runde um die Burg. Geendet hat das Ganze dann wieder im Burgkeller, dieses Mal mit Kaffee und Kuchen, wobei die Tischbesetzung wirld durchgemischt wurde und wir so auch noch Anette, sowie Christa und Detlef kennenlernen konnten. Nun kann ich mit Zitante auch endlich ein Gesicht verbinden.

Es ist immer wieder schön, wenn sich virtuelle Kontakte zu realen Kontakten entwickeln. Ich glaube, wir ruhigen, Ostwestfalen sind mit den fröhlichen Ruhris ganz gut zurecht gekommen *fg*. Leider konnten meine bessere Hälfte und ich mit dem Engelchen zusammen nicht noch den Weg zum Rüschhaus mitmachen, weil wir noch zum Geburtstag meines “eventuellvielleichtmalschwagers” eingeladen waren, aber wir hatten sehr viel Spaß und freuen uns schon auf das Treffen im nächsten Jahr.
Wenn ich demnächst Zeit habe, baue ich entweder ein Richies unterwegs oder eine Galerie.
Mai 15, 2009
· abgelegt unter politisch
Heute lese ich in der Zeitung, dass man vorhandene Schießstände von Sportschützenvereinen in den Schulen abschaffen will. Ein weiterer Schritt unserer fürsorglichen Politiker, um den Amokläufen entgegen zu wirken. Abschaffung und Verbot von Ego-Shootern, Paintball, Gotcha oder Laserdom waren auch so tolle Ideen. Denn jeder der solche Spiele spielt ist ein potentieller Amokläufer. Scheinbar bewiesen ist dies dadurch, dass man auf den PCs der letzten durchgeknallten Amokläufer eben jene Ego-Shooter gefunden hat.
Mal ehrlich, man wird Ego-Shooter auf 85% aller Teenie-Computer finden! Natürlich kann man sich die Frage stellen. ob die detaillierte Darstellung wegspritzender Gehirnmasse für ein Spiel zwingend notwendig ist. Ebenso mag man hinterfragen, ob Spiele wie Paintball oder Gotcha die richtige Beschäftigung für heranwachsende Menschen sind. Aber sie als Mitauslöser für Amoktaten zu halten, ist ziemlich weit her geholt. Denn interessanter Weise hinterfragt ja auch kein Politiker, ob die sachgerechte Waffen- und Schießausbildung, sowie die sehr genaue Darstellung von Gefechtssituationen und das aufeinander schießen mit Übungsmunition, die eigentlich jeder männliche Heranwachsende während der Bundeswehrzeit durchläuft, potentielle Amokläufer schafft.
Aber all die oberflächlichen Maßnahmen und Verbote suggerieren Handeln, ja wahre Tatkraft und lenken davon ab, dass sich niemand mit dem Problem beschäftigen will, wieso junge Menschen schon in der Schule soweit an den Rand der Gesellschaft gedrückt werden, dass sie mit der Knarre wahllos Mitschüler und Lehrer abknallen wollen. Denn das eigentliche Problem ist, dass niemand bemerkt hat, wie verzweifelt diese Außenseiter waren. Fragen kann man sie auch nicht mehr, weil die sich anschließend in aller Regel selbst die Rübe weg schießen.
Als nächstes verbietet man den Kindern wahrscheinlich das spielen von “Cowboy und Indianer”. Das nutzt zwar nix, aber bald ist Wahl und bis dahin muss man eben viel Aktionismus zeigen. Egal ob man damit das eigentliche Ziel verfehlt oder nicht!
Mai 6, 2009
· abgelegt unter Rezension
Ich stehe bekannter Maßen auf Filme, in denen Comic-Helden zum Leben erweckt werden. Spiderman, Fantastic 4 und wie sie alle heissen. So war denn auch Watchmen für mich eine Pflichtveranstaltung. Aber wie das bei Pflichten nun mal ist, können die ab und an auch lästig sein.

Beflügelt von der guten Kritik bei Filmstarts.de, in Wort und Schrift nachzulesen mit Klick auf das Bild, habe ich mich auf ein mehr als zweistündiges Comicabenteuer gefreut. Um es kurz zu machen: Ich wurde arg enttäuscht. Die Watchmen sind nicht so sehr bekannt. Insofern war schon zu erwarten, dass der Aufbau und das Kennenlernen der Figuren etwas dauern könnte. Allerdings war weniger zu erwarten, dass es rund zwei Stunden in Anspruch nehmen würde, in denen es zwar einen Handlungsstrang gab, dessen Verfolgung leider nach kurzer Zeit zu einem wirklich anstrengenden Unterfangen wurde.
Man begreift zwar recht schnell, dass Watchmen in einem parrallelen 1985 spielt, in denen die USA mit Hilfe des allmächtigen Dr. Manhattan in Vietnam gewonnen und somit Nixon bereits 4 Mal wieder zum Präsidenten gewählt hat. Die Geschichte beginnt mit dem Mord am Comedian – einem der Watchmen. Dadurch merkt man auch sehr schnell, dass es sich bei den Watchmen, außer jenem Dr. Manhattan, gar nicht um echte Superhelden, sondern um einfache Menschen in bunten Kostümen handelt, von denen einige eher echte Antihelden sind. Rorschach – der letzte, entgegen einem gesetlichen Verbot aktive Superheld – untersucht den Mord und glaubt an eine Verschwörung zur Ermordung der restlichen kostümierten Helden. Aber dann endet der begreifbare Rahmen auch bald, denn die Suche nach dem Mörder zieht sich, behindert durch zahlreiche Rückblenden, kleinere, andere Handlungsstränge und Heldenvorstellungen ellenlang hin. Wenn es denn in einem furiosen Finale enden würde, wäre das alles noch zu ertragen. Aber selbst das Finale ist schlicht grausam und unspektakulär.
Gelungen sind die düstere Stimmung, die Liebe zum Detail und die Darstellung der Helden im Film.Dann hört es aber auch schon auf. Man merkt der Verfilmung an, dass es sich um einen preisgekrönten Comic handelt, dessen Anspruch man auch gerecht werden wollte. Dem Film fehlt von Anfang an der Schwung, der Zuschauer wird nicht mitgerissen, sondern muss sich mühsam in einen Film “einarbeiten”. Der ist zwar insgesamt durchdacht, aber viel zu selten spannend. Man fiebert mit den Helden nicht mit, die Detektivgeschichte lädt nicht zum mitraten ein, läuft an einem vorbei und so wird der Film, irgendwann zu einer Quälerei.
Fazit: wenn ich eine goldene Zitrone verleihen dürfte, wäre Watchmen einer meiner Kandidaten!