Superstars
Im Moment läuft wieder das Casting von DSDS. Also der einzige Teil von DSDS, der für jeden Blogger mit breiterem Themenspektrum schlichtweg Pflicht ist. Denn erstens möchte ich schon heute den nächsten Dschungelkönig kennen lernen und zweitens kommt derzeit keine vernüntige Comedysendung mehr im deutschen Fernsehen – und ich lache doch so gern!
Allein der Auftritt von Carina war in diesem Jahr schon die Castings wert. Sie will entweder Superstar werden oder aber Modell. Da gab es nur ein paar kleinere Probleme: Sie hatte eine Stimme wie das Quietscheentchen von Mickey Maus. Dazu ist sie gelaufen wie Quax der Bruchpilot mit Taucherflossen. Mit anderen Worten, sie hätte selbst bei einer Hybridshow auf der Suche nach dem singenden Allroundtalent eher das Feld von hinten aufgerollt. Dazu hat sie tatsächlich 702,10€ für eine Laufstegausbildung bei einer wohl eher zwielichtigen Modellagentur investiert. Solche Menschen tun einem schon fast wieder leid.
Es war bisher wieder alles dabei, was wir bei den Castings so lieben. Zum Beispiel der Irre, der Bohlen an den Kragen wollte. Dazu ein völlig talentfreier, ständig lauthals lachender Löwenbändiger aus Wuppertal, offenbar vollkommen stoned, den man anhand seiner Frisur ebenfalls für einen Löwen hätte halten können. Für die Castings gilt: JEDER darf vorsingen, selbst die lanweiligste Schlaftablette aus Sinsheim süd-west. Egal wie schlecht, für eine Blamage und einen kreativen Spruch von Dieter Bohlen reicht es immer.
Nichts geht mittlerweile ohne die bekannten, unbelehrbaren DSDS-Versager. Exemplarisch für die ganz armen Lichter sei hier Menderes genannt, der sich anscheinend erneut mit Erfolg für den Titel “schlechtester Michael-Jackson-Imitator aller Zeiten” beworben hat. Der schafft es wahrscheinlich noch zum Star, weil er nicht nur schlecht, sondern auch völlig lernresistent ist und jedes Jahr wieder die Jury nervt. Wenn er endlich eine Einladung zum perfekten Promidinner bekommt, hat er es entgültig geschafft und gilt offiziell als prominent. Dann ist zumindest der Weg in den Dschungel frei. Aber da lassen sie auch jeden wieder raus, es nutzt uns also auch nix.
Schön war auch Nick Schmaeske, der “Apologize” dermassen verunstaltet hat, dass selbst ich schon vor dem Fernseher über eine Schmerzensgeldklage nachgedacht hatte.
Als Höhepunkt sah ich dann einen selbskomponierender Rotschopf, der sein (deutsches) Lied in einem Singsang präsentierte, den selbst ein Mohezin nur dann hinbekommt, wenn er zuvor barfuß in eine Reißzwecke getreten ist. Interessant ist dabei, dass die Jungs und Mädels dann immer sehr empört reagieren, wenn die Jury ihnen sagt, dass bei so einem Geträller selbst die Zahnpasta wieder zurück in die Tube möchte. Obwohl – dass man in Zeiten von Bauer Heinrich überhaupt guten Gewissens Leute aufgrund fehlenden Talents ablehnen kann ist schon erstaunlich. Denn immerhin verkauft sich im Moment scheinbar alles. Es muss nur bekloppt genug sein.
Witzig ist, dass die Zusammenschnitte der Castings kaum noch einen Ausblick auf die kommenden Talente enthalten, die man in den weiteren Folgen von DSDS auf ihrem eventuellen Weg zum Superstar begleiten soll. Man hat sich vom ernsthaften Ansatz mit kurzen Ausschnitten für die Talentfreien verabschiedet und beschränkt sich mittlerweile tatsächlich auf einen fast reinen Comedypart. DSDS verdient Geld und Einschaltquoten durch die armen Würstchen, die sich da freiwillig zum Deppen machen (lassen).
Womit mal wieder bewiesen wäre: Bohlen ist alles mögliche, aber ganz sicher nicht blöd. Denn auch ich bin Morgen wieder dabei, wenn Deutschland zunächst mal nicht den Superstar, aber sicherlich den Supertrottel 2009 sucht.










