Archiv für September, 2008

ANATOL die Zweite!

Ich bin da noch was schuldig. Immerhin möchte ich euch noch zeigen, dass sich die Tortur für ANATOL gelohnt hat. Wie ihr etwas weiter unten lesen könnt, war ich mit der besseren Hälfte und dem Engelchen vor Kurzem bei IKEA, um eine Schmuddelecke in der Küche etwas sauberer zu gestalten.

Nun habe ich ja diese Woche Urlaub und da schreibt man(n) sich die eine oder andere “TO-DO“-Liste. Dazu gehörte auch die Montage von ANATOL. Außerdem noch Keller aufräumen, PC für Schwägerin fertig machen, die Duschkabine neu abdichten und den Kunstrasen auf dem Balkon hochnehmen und verstauen. Aber wie man(n) so ist, die Montage von ANATOL war der erste, weil einfachste Schritt. Der Erfolg ist sichtbar vorhanden.

Nun haben wir eine Schmuddelecke weniger, etwas mehr Ordnung und Platz. ANATOL war somit seine 15 Euro wert. Allerdings musste ich noch Teile von einer Anti-Rutsch-Matte aufkleben, sonst hopst einem die Mikrowelle beim öffnen der Tür nämlich schnell mal entgegen. Nun ist die bessere Hälfte zufrieden, man(n) ruht sich vor dem PC von der schweren Arbeit aus und wird gleich auf seine “TO-DO“-Liste schauen und entscheiden, ob sich der Stress der Ausführung einer weiteren Aufgabe heute noch lohnt oder nicht !

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Fragen über Fragen

Wenn man als junger Vater nebst besserer Hälfte von der Terrorkröte um 6.30 Uhr geweckt und aus dem warmen Bett gezwungen wird, dann kommen einem unwillkürlich die Gedanken, wie es wohl sein wird, wenn die Kröte groß ist. Vor allem fällt Vadder dann ein, dass da auch noch ein Zeitalter der Fragen kommt. Danach überlegt man(n), welche Fragen einen da wohl erwarten werden:

  • Gibt es Kaffeepausen in einer Teefabrik?
  • Wenn schwimmen schlank macht, wieso ist der Wal dann so dick?
  • Wenn man einen Schlumpf würgt, welche Farbe bekommt er dann?
  • Was macht der Hahn da auf der Henne?
  • Wohin wird das Wasser abgelassen, wenn Ebbe ist?
  • Wenn die Frau ein Baby im Bauch hat, wie hat sie das runtergeschluckt?
  • Müssen Mütter Gras essen, damit sie Milch geben?
  • Wenn ich nicht abgestillt werde, muss ich dann jetzt abgeflascht werden?
  • Wird beim schwitzen die Haut undicht?

Aber als guter Papa habe ich auf all diese Fragen natürlich auch schon die passende Antwort parat:

“FRAG MAMA!”

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Sprachgenie

Unser Engelchen hat einen Entwicklungsschub gemacht. Seither haben wir ein SPRACHGENIE zu Hause. Die Kleine spricht bereits einige Brocken schwedisch. ööörrrööö, jergl, öörää, öröhaäällee, usw. Was für ein bewundernswerter Sprachschatz! Ich spreche (und verstehe) zwar keine nordische Sprache, aber: Das muss schwedisch sein!

…ich glaube die war schon zu oft bei IKEA!

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Mikrowellenhalter ANATOL

In unserer Küche gibt es das, was es wahrscheinlich in vielen anderen Küchen auch gibt. So eine komische “Schmuddelecke”, in die man einfach keine Ordnung bekommt. Bei uns ist das die Stelle, an der die Mikrowelle steht. Obendrauf stehen mehr oder minder (meist minder) ordentlich zwei bis drei Sorten Cornflakes, ein Brotkörbchen und die kleinen Schneidbrettchen. Alles wirkt gedrängt und nervt. Aber Richie hat sie vor kurzen gesehen, die mögliche Lösung für das Problem. Den Mikrowellenhalter ANATOL! An die Wand gebohrt, Mikrowelle höher gesetzt, unten drunter Platz und schon ist Ordnung – so die Theorie.

Schatz, was hältst Du davon, wenn ich das Engelchen in den Kinderwagen packe und mal just nach IKEA spaziere, um diesen Wandhalter für die Mikrowelle zu kaufen?” “Gute Idee.” antwortet die bessere Hälfte “Aber warum allein mit dem Engelchen? Ich glaube, da komme ich einfach mal mit!” Mit der Frau zu IKEA… am Samstag… in dem Moment weißt Du als Mann: Du hast verloren!

Angekommen beim schwedischen Möbleriesen bekomme ich das Gefühl, die gesamte Bielefelder Bevölkerung ist fest entschlossen die komplette Wohnungseinrichtung zumindest mal zu überdenken. Es ist nicht nur voll, der Laden platzt um 10.30 Uhr bereits aus allen Nähten. Aber gut, wir sind jetzt hier und gehen… nein das stimmt nicht, wir schleichen… nein wir kriechen praktisch hinter den Menschenmassen her durch den gesamten Laden in Richtung der Küchenabteilung, immer auf der Suche nach ANATOL. Leider hat IKEA umgebaut und so ist ANATOL zunächst nicht aufzufinden.
Aber die bessere Hälfte ist guten Mutes ANATOL dort zu finden, wo ein Mann eigentlich nie freiwillig hingehen würde: In der KRIMSKRAMS-Abteilung von IKEA. Ihr wisst schon, dass ist der Bereich im Geschäft, der gefühlt die gleiche Größe hat wie die Wüste Gobi – und der bei Männern mit Blick auf die Geldbörse auch eine ähnlich ausgetrocknete Kehle hervor ruft.

Zur Erinnerung: Wir waren da, um einen Mikrowellenhalter zu kaufen. Nachdem wir den Bereich durchquert hatten, lagen im Wagen folgende Dinge: Zwei LED-Nachtlichter für das Kinderzimmer, ein Klobürstenhalter samt zweier Ersatzklobürsten, drei Vasen, eine Spülbürste, ein großer Pfannenwender, ein kleiner Pfannenwender – aber ums verrecken kein Mikrowellenhalter ANATOL! Den hatten sie nämlich auf Nachfrage oben im Küchenbereich und wir waren dran vorbei gelaufen .
Also habe ich meine bessere Hälfte samt Engelchen im Ruhebereich geparkt und bin noch mal quer durch den ganzen Laden gelaufen, habe die Küchenabteilung quasi auf den Kopf gestellt, um dann endlich den gewünschten Halter im letzten Regal ganz unten links zu finden. Anschließend habe ich mich fast ohne Kraftaufwand vom Menschenstrom wieder bis zum Ruheraum tragen lassen. Dort angekommen finde ich das Engelchen schreiend, aber neu eingekleidet vor, während meine bessere Häfte gerade dabei ist, die Reste der morgendlichen, anverdauten Milchmahlzeit von ihrem blauen Oberteil zu wischen. Dem Engelchen hat der Trubel anscheinend ebenfalls quasi auf den Magen geschlagen und meine bessere Hälfte hat es (bildlich) angekotzt .

Nach einer Grundreinigung bin ich mit Frau und Kind Richtung Kasse getigert. Dort angekommen hat man dann die Wahl, ob man sich an einer der 22m langen, 25m langen oder 23,5m langen Schlangen anstellen möchte. Denn die am Anfang zitierte komplette Bielefelder Bevölkerung hat sich inzwischen ebenfalls durch den Laden gequält, ist in der Krimskramsabteilung teilweise noch wesentlich mehr fündig geworden als wir und dummer Weise ist sie vor uns an der Kasse angekommen. Aber nach kaum 30 Minuten Wartezeit konnten wir auch schon bezahlen.

Den Mikrowellenhalter ANATOL montiere ich heute garantiert nicht mehr. Ich glaube, Männer sind für solche Einkaufstouren einfach genetisch nicht geeignet. Ich bin bedient, genervt und müde und ich weiß jetzt eines wieder ganz genau:

ICH HASSE IKEA!
 
Ich hau mich jetzt aufs Sofa. In diesem Sinne – ein geruhsames Wochenende.

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Action für kalte Abende

Nun  kommen wieder diese ekelhaft dunklen und regnerischen Tage. Dazu wird es abends früh dunkel und spätestens im November ist auch so nicht mehr viel los, weil alle auf die Weihnachtsmärkte warten. Da wird es mal wieder Zeit für ein paar Abende mit DVDs vor der Glotze und ich habe zumindest für actionreiche Unterhaltung ein paar ganz gute Tips für euch. Mit einem Klick auf die Bilder landet ihr bei der Rezension von filmstarts.de, die mit ihren Kritiken meist recht gut liegen:

TIP 1:

Gut, der Film ist ziemlich blutig und es schreckt etwas ab wenn man hört, dass der gesamte Film in der Originalsprache der Majas und mit Untertiteln gedreht wurde. Aber man muss wirklich sagen, der Film ist kurzweilig, spannend und für lange Winterabende genau das richtige.

TIP 2:

Eine Comic-Verfilmung, mal wieder aus dem Marveluniversum. wirklich witzig, dieser Superheld wider Willen, der einen Imageberater braucht, weil er charakterlich ein Arschloch ist und bei seinen Rettungsaktionen immer unverhältnismäßig viele Schäden angerichtet werden. So wirft er beispielsweise einen gestrandeten Wal zurück ins Meer, nicht ohne mit dem Wal eine Segeljacht zu versenken. Interessant ist, dass fimstarts.de sich anscheinend nicht in der Lage sieht, solche Filme als das zu betrachten, was sie letzten Endes sind: Seichte Unterhaltung für alle.

TIP 3:

Verschwörungsthriller sind immer so eine Sache. Manche kann man schlicht in die Tonne kloppen. Aber Shooter ist eine Ausnahme. Im Anfang hat man das Gefühl, in einem 08/15-Ballerfilm zu landen. Aber dann nimmt der Film Fahrt auf, bietet überraschende Wendungen und eine Menge Action – auch wenn die Anzahl der Kopfschüsse in meinen Augen durchaus hätte reduziert werden können. Allerdings ist es das kurze, ausgesprochen kompromißlose Ende, was einen mit großem Staunen und einem ungläubigen “wie? war’s das?” zurück lässt. Auf jeden Fall ist dieser Film seine Zeit wert.

Ich bin mal gespannt, was der “Premiere-Winter” noch so zu bieten hat. Jedefalls ist er aktuell recht actionlastig. Aber immer nur Komödien will man(n) auch nicht sehen.

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Gestern im Fressnapf

Es gibt Tage, da zieht sich die Arbeit ziemlich in die Länge und ich bin spät daheim. Aber das interessiert unseren Hamster Barney nur am Rande, denn der hat sich neuerdings etwas ganz Tolles angewöhnt. Er sammelt Wasser in seinen Backentaschen und befeuchtet damit das gesamte Streu im Hamsterheim. Zum einen stinkt das bei Zeiten ausgesprochen gammelig, zum anderen ist es für Barney wahrscheinlich auch alles andere als gesund. Deshalb muss ich auch schon ab und an nach langen Arbeitstagen trotzdem noch den Hamsterkäfig einer Vollreinigung unterziehen. Dumm nur, wenn das Streu alle ist. Gut, ist zwar spät, aber im 10 Autominuten entfernten Fressnapf haben sie das beste und weichste Hamsterstreu der Umgebung. Soll ja bequem sein, für den kleinen Kerl. Also rein ins Auto und losgedüst!

Im Fressnapf angekommen schnappt sich Richie also flux das Streu, Futter, Maiskolben und Nagertrank (wo ich schon mal da bin), packt alles in den Einkaufswagen und stürmt mit Blick auf die fortgeschrittene Zeit leicht angenervt zur Kasse. Vor mir finde ich eine aussterbende Rasse vor – eine betuchte Rentnerin, die gerade allerlei Zubehör für ihre beiden Köt… äh… ihre geliebten vierbeinigen Freunde einkauft.
Aber anstatt einen der (wirklich) zahlreich im Laden vorhandenen Verkäufer nach Namensanhängern für die Hundehalsbänder zu fragen, fragt sie die einzige Kassiererin an der einzigen besetzten Kasse. Diese fühlt sich denn auch kundenfreundlich verpflichtet die Kasse zu verlassen und weit hinten im Laden aus dem Regal jene Anhänger zu besorgen. Während dessen legt die ältere Dame munter weiter ihre Waren, inklusive eines riesigen Kissens für den Hundekorb auf das eigentlich viel zu kurze Band – und ignoriert die verzweifelten, lauten Fragen der nun zur Verkäuferin gewordenen Kassiererin bezüglich des Materialwunsches bei den Anhängern. Die gibt es nämlich ganz offensichtlich in Metall, Plastik und aus Leder mit Namensplakette zum einklipsen. Die verkaufende Kassiererin gibt schließlich auf und kommt mit einer Auswahl wieder an die Kasse, wo sich die ältere Dame in aller Seelenruhe und sehr ausgiebig bezüglich der Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten beraten lässt. Gefühlte fünf Minuten später hat sie sich für Plastik entschieden und packt zwei Anhänger auf die (auf dem Hundekissen) aufgetürmten Waren.
Nun sollte es eigentlich endlich weiter gehen und die Kassierein bongt mit dem mobilen Strichcodeleser allerlei Futter, Spielzeug und sonstige Leckereien in die Kasse, während die ältere Dame diese dann (bis auf das Hundekissen) in aller Seelenruhe nicht etwa durcheinander in ihren Einkaufswagen, sondern säuberlich in ihren Einkaufskorb und verschiedene Taschen sortiert. Danach nestelt sie ihre EC-Karte aus der Tasche und gibt die Geheimnummer in das Lesegerät ein. Als sie das Kissen vom Band nimmt, endeckt die Kassiererin unter diesem noch weitere hundetypische Gegenstände, die selbstredend nicht gebongt wurden .
Nachdem auch dies nachgeholt war und die ältere Dame endlich die Kasse freigemacht hatte, waren sage und schreibe 15 Minuten vergangen. Eigentlich unfassbar – aber was soll’s? Der Abend war eh kaputt.
Auf dem Parkplatz angekommen lade ich die Hamsterutensilien in meinen  Kofferaum und will nur noch den Einkaufswagen zurück bringen. Dies wird verhindert, weil die Dame von vorhin aus ihrer Parklücke ausparkt. Das heisst, sie versucht mit ihrem Schlachtschiff von Geländewagen – diese riesigen Dinger von Opel mit ner Aerodynamik wie Reiner Calmund – rückwärts aus der Parklücke zu rangieren, ohne Schäden an den anderen Fahrzeugen anzurichten. Ich glaube, die ist acht mal hin und her gefahren und hat jedes mal vorn und hinten mindestens 1,50m Rangierabstand gelassen und dabei den gesamten Verkehr auf dem Parkplatz zum erliegen gebracht. Man musste bloß mal einen Blick in die anderen Autos werfen, das war Sozialstudie pur. Ich glaube, da waren liebe, friedliche Familienväter dabei, die zu dem Zeitpunkt auf keinen Fall eine Waffe hätten haben dürfen. Es war zum brüllen – wär es nicht schon so spät gewesen!

Barneys Hamsterheim habe ich dennoch noch sauber gemacht. Der kann ja nichts dafür, dass manche Menschen denken sie wären ganz allein auf der Welt !

CU
Richie

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Buchsbäumchen

Wenn man(n) so ein kleines Kind zu Hause hat, dann wird man(n) auch schon mal gezwungen, nach der Arbeit allein einkaufen zu gehen, weil das Engelchen am Nachmittag auf die Schnelle zur Terrorkröte mutiert ist. Blöd wird das, wenn man(n) erstens noch keine Minute gesessen hat, lieber Kaffee trinken möchte und zweitens ausgerechnet Blumen kaufen soll. Eben weil man(n) davon weder Ahnung hat, noch besondere Motivation beim Kauf entwickelt. Aber die bessere Hälfte kennt da keine Gnade, denn der Winterbewuchs für die Balkonkästen will realisiert werden und im Lidl gab es Heidekraut für 49 Cent. Also wurde man(n) gebrieft und musste zunächst in den Lidl, das besagte Kraut besorgen und anschließend in den großen Gartencenter Mühlenweg, weil die bessere Hälfte den Winterbewuchs durch Buchsbäumchen ergänzen wollte.
Bei Mühlenweg musste man(n) aber leider feststellen, dass es da keine Buchsbäumchen, sondern nur ausgewachsene Buchshecken zu kaufen gab. Deshalb konnte man(n) nur zwei Minirosen für die Küche, sowie 30 Liter Blumenerde für die Balkonkästen besorgen. Aber anstelle der ersehnten Tasse Kaffee und einer Atempause am PC erhielt man(n) telefonisch die Anweisung, im nahegelegenen TOOM nach den Bäumchen zu suchen. Also rein ins Auto und ab in den Baumarkt. Kaum durch die Tür muss man(n) feststellen, der Baumarkt wird komplett vor rechts nach links gekrempelt. Vollrenovierung bei laufendem Kundenverkehr. Super, also dann mal los und suchen! Wo steht das was man(n) sucht? Ganz klar – in der hintersten Ecke der Gartenabteilung des Baumarktes, versteckt hinter metergroßen Stauden. Aber während es im Gartencenter nur Buchshecken gab, hatte der TOOM eher Buchskrüppel. Schlecht gewachsen, unten extrem licht und teilweise gelb. Ein wahrlich trauriges Bild, selbst für den pflanzlich völlig uninteressierten Käufer. Aber koste es was es wolle, man(n) hat ja auch keine Lust jetzt noch womöglich eine Stadtrundfahrt für vier Buchsbäumchen machen zu müssen. Also die vier bestaussehendsten Krüppelkiefern in den Wagen geschaufelt und ab nach Hause zu besserer Hälfte und dem (hoffentlich) wieder zum Engel zurück mutierten Baby. Man(n) will nur noch Kaffee und etwas Ruhe!

Was soll man(n) sagen? Die 30 Liter Blumenerde haben nicht gereicht. Was weiß man(n) auch schon, wie viel in diese dusseligen Balkonkästen reinpasst? Also musste man(n) noch mal in den TOOM (der ist näher), um weitere 15 Liter zu besorgen. Gott sei Dank hatten sich dort im Laufe der Renovierung die Säcke mit der Blumenerde kreuz und quer durch den Gartenbereich verteilt. 100 Liter oder 80 Liter – die sprangen den suchenden Kunden förmlich an. Bis man(n) allerdings die benötigten 15 Liter ausfindig gemacht hatte, war es für eine Tasse Kaffee viel zu spät. Aber man(n) ist ja in der Lage zu improvisieren und öffnet sich einfach in der (gefühlt) bereits anbrechenden Dämmerung ein schönes kühles Bier. Das hat man(n) sich nämlich verdient!

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Wahlkampf

Es ist zu schön anzuschauen. In Amerika ist Wahlkampf und damit mal wieder Ausnahmezustand. Da jagt ein karnevalsgleiches Event das andere und nur die blöden Wirbelstürme stören das lustige Treiben. Aber auch so ein Sturm lässt sich wunderbar zum Wahlkampfthema machen, indem man Präsenz zeigt, inhaltsleere Satzhülsen von sich gibt und vor allem mit dem nackten Finger auf den angezogenen anderen Kandidaten zeigt.
Nun hat der gemeine Ami die Wahl zwischen dem dunkelhäutigen “Hillary-Killer” Barak Obama und “Tiefkühlpommes” John McCain. Letzterer würde wahrscheinlich beliebter sein, hiesse er statt dessen McClain und hätte in Stirb Langsam 1 – 4 die Hauptrolle gespielt. Immerhin ist Conan schon Gouverneur geworden, da sollte es der Haudrauf aus Stirb Langsam doch wohl noch etwas weiter bringen. Nun ja, er heisst aber eben McCain, also stellt sich die Frage nicht. Aber es gibt typische inhaltliche Themen in den USA:

  1. Abtreibung – man sollte dagegen sein
  2. Todesstrafe - man sollte dafür sein, aber nicht in jedem Staat
  3. Moral – sie sollte möglichst altmodisch und hausbacken rüber kommen.

Ach ja, aber die wichtigsten Themen sind dann doch das Sexualleben von Kollegin Sarah Palin – bzw. das ihrer Tochter. Vor allem interessiert die Frage, ob Palin eine erzkonservative Enthaltsamkeitsfanatikerin ist, die aus persönlichen Gründen ihren Schwager feuern lassen wollte. Mit anderen Worten: Jeder gräbt im Wahlkampf über jeden was möglichst unmoralisches aus (was in Deutschland gewöhnlich keine Sau interessieren würde) und bewirft die Konkurenz dann munter und mit wachsender Begeisterung mit Dreck. Im Rahmen dieser Schlammschlacht muss man es mit der Wahrheit dann auch nicht so genau nehmen. Hauptsache das Event in dem alles medienträchtig verkündet wird stimmt.
So bewegt man das amerikanische Volk nämlich wesentlich mehr als mit inhaltlichen Themen, wie fehlende Pflicht zu Krankenversicherung, stundelange, unbeachtete Todeskämpfe im Wartesaal der Notaufnahme, Armut/Kriminalität im eigenen Land oder Bankenkrise.
Für mich ist Wahlkampf in den USA immer eine Witzveranstaltung, zumal das Wahlsystem eh von keinem Schwein verstanden wird. Davon abgesehen: Wir hatten mit Schröder einen mehrfach geschiedenen Bundeskanzler und haben als Nachfolgerin juste eine im Kommunismus der ehemaligen DDR aufgewachsene Frau, welche auch noch Mitglied der FDJ war, ins höchste Amt gewählt. Mit anderen Worten, über die amerikanischen “Skandale” können wir nur lachen – und persönliche Verfehlungen unserer Politiker interessieren uns im deutschen Wahlkampf auch gar nicht! Uns sind da Inhalte wichtiger.

Um sich mit diesen inhaltlichen Dingen zu beschäftigen bräuchte der normale amerikanische Bürger allerdings sowas wie Interesse an seinen Mitmenschen, etwas Allgemeinbildung und einen kritischen Blick auf das eigene Tun. Wer will das schon? Und vor allem, welcher Amerikaner hat das schon? Da läuft das etwas einfacher: Wenn alles nichts mehr hilft wählt man halt den, der die meisten Luftballons verteilt hat.

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