In unserer Küche gibt es das, was es wahrscheinlich in vielen anderen Küchen auch gibt. So eine komische “Schmuddelecke”, in die man einfach keine Ordnung bekommt. Bei uns ist das die Stelle, an der die Mikrowelle steht. Obendrauf stehen mehr oder minder (meist minder) ordentlich zwei bis drei Sorten Cornflakes, ein Brotkörbchen und die kleinen Schneidbrettchen. Alles wirkt gedrängt und nervt. Aber Richie hat sie vor kurzen gesehen, die mögliche Lösung für das Problem. Den Mikrowellenhalter ANATOL! An die Wand gebohrt, Mikrowelle höher gesetzt, unten drunter Platz und schon ist Ordnung – so die Theorie.
“Schatz, was hältst Du davon, wenn ich das Engelchen in den Kinderwagen packe und mal just nach IKEA spaziere, um diesen Wandhalter für die Mikrowelle zu kaufen?” “Gute Idee.” antwortet die bessere Hälfte “Aber warum allein mit dem Engelchen? Ich glaube, da komme ich einfach mal mit!” Mit der Frau zu IKEA… am Samstag… in dem Moment weißt Du als Mann: Du hast verloren!
Angekommen beim schwedischen Möbleriesen bekomme ich das Gefühl, die gesamte Bielefelder Bevölkerung ist fest entschlossen die komplette Wohnungseinrichtung zumindest mal zu überdenken. Es ist nicht nur voll, der Laden platzt um 10.30 Uhr bereits aus allen Nähten. Aber gut, wir sind jetzt hier und gehen… nein das stimmt nicht, wir schleichen… nein wir kriechen praktisch hinter den Menschenmassen her durch den gesamten Laden in Richtung der Küchenabteilung, immer auf der Suche nach ANATOL. Leider hat IKEA umgebaut und so ist ANATOL zunächst nicht aufzufinden.
Aber die bessere Hälfte ist guten Mutes ANATOL dort zu finden, wo ein Mann eigentlich nie freiwillig hingehen würde: In der KRIMSKRAMS-Abteilung von IKEA. Ihr wisst schon, dass ist der Bereich im Geschäft, der gefühlt die gleiche Größe hat wie die Wüste Gobi – und der bei Männern mit Blick auf die Geldbörse auch eine ähnlich ausgetrocknete Kehle hervor ruft.
Zur Erinnerung: Wir waren da, um einen Mikrowellenhalter zu kaufen. Nachdem wir den Bereich durchquert hatten, lagen im Wagen folgende Dinge: Zwei LED-Nachtlichter für das Kinderzimmer, ein Klobürstenhalter samt zweier Ersatzklobürsten, drei Vasen, eine Spülbürste, ein großer Pfannenwender, ein kleiner Pfannenwender – aber ums verrecken kein Mikrowellenhalter ANATOL! Den hatten sie nämlich auf Nachfrage oben im Küchenbereich und wir waren dran vorbei gelaufen
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Also habe ich meine bessere Hälfte samt Engelchen im Ruhebereich geparkt und bin noch mal quer durch den ganzen Laden gelaufen, habe die Küchenabteilung quasi auf den Kopf gestellt, um dann endlich den gewünschten Halter im letzten Regal ganz unten links zu finden. Anschließend habe ich mich fast ohne Kraftaufwand vom Menschenstrom wieder bis zum Ruheraum tragen lassen. Dort angekommen finde ich das Engelchen schreiend, aber neu eingekleidet vor, während meine bessere Häfte gerade dabei ist, die Reste der morgendlichen, anverdauten Milchmahlzeit von ihrem blauen Oberteil zu wischen. Dem Engelchen hat der Trubel anscheinend ebenfalls quasi auf den Magen geschlagen und meine bessere Hälfte hat es (bildlich) angekotzt
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Nach einer Grundreinigung bin ich mit Frau und Kind Richtung Kasse getigert. Dort angekommen hat man dann die Wahl, ob man sich an einer der 22m langen, 25m langen oder 23,5m langen Schlangen anstellen möchte. Denn die am Anfang zitierte komplette Bielefelder Bevölkerung hat sich inzwischen ebenfalls durch den Laden gequält, ist in der Krimskramsabteilung teilweise noch wesentlich mehr fündig geworden als wir und dummer Weise ist sie vor uns an der Kasse angekommen. Aber nach kaum 30 Minuten Wartezeit konnten wir auch schon bezahlen.
Den Mikrowellenhalter ANATOL montiere ich heute garantiert nicht mehr. Ich glaube, Männer sind für solche Einkaufstouren einfach genetisch nicht geeignet. Ich bin bedient, genervt und müde und ich weiß jetzt eines wieder ganz genau:
ICH HASSE IKEA! Ich hau mich jetzt aufs Sofa. In diesem Sinne – ein geruhsames Wochenende.