Archiv für März, 2008

Macht die das öfter – oder nur im Lidl?

Wenn man sich die Protokolle der Bespitzelungen im Lidl so durchliest, dann bekommt man mal einen richtigen Einblick in die Denkweise von solchen Konzernen.

Frau T. telefoniert mit ihrem Freund, es geht um das gemeinsame Abendessen. Obwohl sie weiß, dass der Markt gut besucht ist und noch diverse Arbeiten zu erledigen sind, verspricht sie ihm pünktlich Feierabend zu machen, was dann um 15.00 Uhr auch tut.” (via stern.de)

So eine Frechheit! Die Frau hat ein Leben neben der Arbeit? Die will pünktlich Feierabend, obwohl man die Öffnungszeiten verlängert hat? Ich hätte sie gleich rausgeworfen. Aber wenigstens weiß man jetzt, für welche bahnbrechenden Informationen große Konzerne/Ladenketten bereit sind, richtig viel Geld auszugeben. Denn die flächendeckende Kamerabespitzelung, sowie die zu bezahlende Detektei waren sicherlich nicht zu einem Spottpreis zu haben.
Wenn man mal einen Blick in die Gesprächprotokolle wirft, dann tauchen da viele Sachen auf, die einem guten Vorgesetzten sowieso auffallen müssten. Wenn eine Angestellte eine halbe Stunde lang Privatgespräche führt, müsste das normalerweise auffällig sein – es sei denn, wir reden über einen Einzelfall, der immer mal seine Gründe haben kann. Ebenso müsste ein Vorgesetzter sehen, wenn dort Kartons oder defekte Ware stundenlang auf der Erde herumliegen oder Pausenräume tagelang nicht aufgeräumt werden. Aber wahrscheinlich zahlt Lidl den Vorgesetzten nicht annähernd soviel wie den Detektiven, die dann deren Arbeit machen müssen. Die flächendeckenden Protokolle, die sich selbst mit dem allerkleinsten Mist beschäftigen, sind wirklich beispiellos.
Als wären diese Bespitzelungen noch nicht schlimm genug, setzt Lidl dem ganzen noch die Krone auf, indem sich die Bespitzelungen auch auf private Belange ausdehnen und man es dem Detektiv erlaubt, seinen Beobachtungen auch gleich persönliche Wertungen beizumischen. Das ganze, obwohl es sich bei den meisten Sachen um “Schlaglichter” handelt, also um Dinge, die nicht zwangsläufig exemplarisch für das Verhalten sind. Das ganze hat wirklich etwas von den Stasi-Methoden der ehemaligen DDR.

Lidl hat sich entschuldigt. Aber nicht, weil man etwas falsch gemacht hat, sondern weil man erwischt wurde. Mich würde mal interessieren, ob man hier nur die Spitze eines eisberges angekratzt hat oder ob da noch mehr hintersteckt.

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Trash und Splatter

Irgendwie ist dieses Osterfest schon komisch. Regen, Schnee, eisige Temperaturen, normalerweise hätte ich das zu Weihnachten erwartet. Hier ist es rattenkalt, ungemütlich und so war gestern DVD-Abend. Es sollte kultig werden, deshalb haben wir uns zwei Tarantino-Filme ausgeliehen. Trash und Splatter im Stil der 80er, gepaart mit einer großen Prise Humor und cool-dummen Sprüchen. Handlung? Nebensache! All das traf definitiv auf den ersten Film zu:

Planet Terror nimmt sich die billigen Zombiefilme der 80er Jahre vor. Schwarzer Humor, ein saucooler Kurzauftritt Bruce Willis und eine einbeinige GoGo-Tänzerin, deren von hirnlosen, virusinfizierten Killern abgebissenes Bein durch eine Maschinengewehrprothese ersetzt wurde, bilden das Zentrum des Films. Noch Fragen? Nein? Gut! – dachte ich mir. Man muss es mögen oder man hasst es. Trotzdem: Meiner Ansicht nach ist es Tarantino hier absolut nicht gelungen, einen ähnlichen Kultfaktor zu erzeugen, wie beispielsweise in “From Dusk till Dawn”. Planet Terror ist solide mit Minihandlung und bedient sämtliche Klischees der 80er Jahre. Sehenswert nur für Genrefans, die sich schon in der damaliger Zeit über das kaputt gelacht haben, was andere gruselig fanden.

Beim zweiten Film muss ich allerdings sagen, da ist ein echtes Highlight gelungen. Death Proof ist für mich schon jetzt ein Klassiker! Allein die Idee, dass Tarantino dort Charaktere einführt, sie 45 Minuten lang aufbaut, sie reden und dann kurz und knapp sterben lässt, macht diesen Film einizgartig gut.

Kurt Russel in der Hauptrolle des kultig-schrulligen Serienkillers Stuntman Bob ist eine sensationell gute Besetzung. Der Film erinnert an die B-Movies früherer Jahre, lebt aber vor allem von seinen wirklich sauguten Schauspielern, die durch ihre Darstellung den 80er-Zeitreiseeffekt perfekt machen.

Insgesamt sicherlich nicht jedermanns Sache. Aber für mich war das perfekte Osterunterhaltung. Besser als Eier suchen !

Schöne Restostern.

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Missionen für Gerechtigkeit

In der Spätschicht hat man immer mal wieder Zeit, sich auch später am Abend laufende Reportagen anzusehen. So geschehen auch am Dienstag. Dort ging es um “Pedanten”. Natürlich lautete das Thema der Reportage anders, aber für mich wird es mit dem Begriff am besten umschrieben. Es ging um (meist) ältere und (gelegentlich) jüngere Herrschaften, die sich ein neues Lebensziel gesetzt haben und quasi auf Mission für mehr Gerechtigkeit sind:

Da war zum Beispiel der ältere Herr, der im Supermarkt den Fillialleiter kommen ließ, um mit ihm über die Notwendigkeit der “discomäßigen” Beschallung im Hintergrund zu diskutieren. Er, so seine Ansicht, wolle mit seiner Frau nur einkaufen, nicht Musik hören. Er sei da sehr empfindlich und fühle sich durch die Musik gestört. Anstatt jetzt allerdings für sein Anliegen den konsequenter Weise notwendigen Tritt in den Allerwertesten zu bekommen, nebst der Empfehlung seine drei Salatköpfe woanders zu kaufen, wurde er (wahrscheinlich wegen des Frensehteams) auch noch mit einer 15minütigen Abschaltung der “Beschallung” belohnt. Wieder einer, der sich in seiner merkwürdigen Weltanschauung bestätigt fühlen durfte und der nun einen Kreuzzug gegen Kaufhausmusik starten möchte.

Interessant war auch der (junge) Mannm, der als selbst ernannter Kneipenkontrolleur über die Umsetzung von Rauchverboten in der Gastronomie wachte. Schade war für ihn nur, dass er in dem Restaurant, welches er mitsamt Kamerateam besuchte, eine strikte Trennung zwischen Raucher und Nichtraucherbereich vorfand (inklusive getrennter WCs!). Vorbildlich – sollte man meinen. Aber weit gefehlt, dernn der “Kontrolleur” fühlte sich beflissen, kritisch über die, zur Bewirtung nun mal notwendige Schiebetür zwischen den Bereichen herzuziehen und klar zu machen, dass “der Gestank” bei geöffneter Tür ja dennoch zu den Nichtrauchern herüber ziehen würde. Unbeachtet liess er dabei, dass die Kellner soeben dabei waren die Tische abzuräumen und man nun mal irgendwie aus dem Raucherbereich Richtung Küche musste. Aber wahrscheinlich ist dem Nichtraucherschutz an der Stelle erst genüge getan, wenn die Kellner das schmutzige Geschirr durch das Fenster reichen und anschließen außer herum in die Küche gehen.

Der absolute Kracher war jedoch der Bericht über den immer wieder beliebten “Knöllchen-Horst” aus Osterode. Als berufsunfähiger Frührentner, ausgestattet mit Digitalkamera und viel zu viel Zeit, ist uns Hotte unterwegs, um Verkehrssünder das fürchten zu lehren. Hält der Postbote auf der falschen Strassenseite – Horst ermahnt zur Ordnung. Steht ein Fahrzeug entgegen der Fahrtrichtung – klick – ein Bild – schon hat er die Polizei wieder entlastet. Halteverbote, Vorfahrtsmißachtungen oder andere Ordnungswidrigkeiten, Horst steht Gewehr…. äh Digi bei Fuß und bringt alles und jeden zur Anzeige. Stadtbekannt und von ständigen Beschimpfungen begleitet ist er die Plage von Osterode, sicherlich der meistgehasste Mitbürger, aber dennoch jemand, der allein durch seine heroischen Taten für die öffentliche Ordnung eine komplette Stelle für eine neue Sachbearbeiterin geschaffen hat. Da sag noch mal einer, der Hotte würde anderen schaden. Gut, manchmal scheint Horst einfach falsch zu liegen oder die Brille vergessen zu haben. Denn er stand (und steht) auch selbst das eine oder andere Mal wegen diverser Falschanzeigen vor Gericht. Aber bei einer Quote von rund 15 Anzeigen pro Tag ist Fehlerfreiheit auch nicht immer garantiert.

Ich verfolge solche Sendungen immer mkit einem Schmunzeln. Was bin ich froh, dass mich Hobby und Beruf auslasten…..

…obwohl: Mit dem richtigen Tele und meiner EOS – da würde sich mancher Verkehrssünder messerscharf wieder erkennen lassen !

In diesem Sinne eine schöne Restwoche.

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Investitionen

Seit längerer Zeit zahne ich daran, ob ich mir einen neuen PC zulegen soll. Ich bin immer ein echter Zauderer, wenn es um Investitionen in Geräte geht, die nicht zwingend notwendig sind und mehr als 100 Euro kosten. Aber am Mittwoch gab es dann sozusagen einen “Entscheidungsbeschleuniger”. Der alte Rechner hat schon das eine oder andere Mal gemuckt, blaue Bildschirme produziert, den Start verweigert oder bei der Bildbearbeitung schlichtweg die Bremse eingeworfen und minutenlang nichts mehr gemacht. Mittwoch hat er dann erneut den Dienst versagt, gab einen Ton mehr von sich und konnte erst durch ziehen des Steckers wieder zum leben erweckt werden. Mit anderen Worten: Er stirbt auf Raten ! Es gibt Dinge, die können einen schon in Zugzwang bringen. Denn ganz ehrlich: Ohne PC kann ich auch nicht wirklich leben.

Also bin ich dann mit besserer Hälfte im Schlepptau spontan in die Stadt gefahren und habe mir meinen Wunschrechner zusammen gestellt. Dual Core 2,66, 2 Gigabyte RAM, 512MB Grafikkarte, also alles was die Bildbearbeitung beschleunigt. Spielen tu ich ja kaum, also war die Karte finanzierbar. Das Board hat Soundkarte und Netzwerkkarte bis 1000MBit integriert, lässt sich ohne Probleme auf einen Quad-Prozessor aufrüsten, 4 GB Arbeitsspeicher wären auch möglich, es sind geügend Spielräume nach oben offen.
Am Freitag konnte ich ihn abholen und habe munter installiert. Mich hätte stutzig machen sollen, dass er bei der Formatierung der (geteilten) Festplatte (während ich im Hintergrund auf der ersten Plattenhälfte installiert habe) plötzlich einen Neustart gemacht hat. Aber er hat sich nicht beschwert, ich habe eine Schnellformatierung zur Sicherheit nachgeschoben und er lief, der gute PC. Am Samstag Nachmittag war die Komplettinstallation erledigt, alle Daten waren wieder drauf und sogar das Soundschema hatte ich wieder meinen Wünschen angepasst. Zu guter letzt hatte ich die eigenen Dateien auf die zweite Hälfte der Platte verlagert. Mit einem letzten Neustart wollte ich die Konfiguration abschliessen. Aber was musste ich sehen? “No Harddisk!!!

Da hat sich das kleine Scheißerchen doch tatsächlich so lange kooperativ gezeigt, bis der letzte Handgriff getan war und die ersten Daten auf die (offenbar nicht korrekt) formatierte zweite Hälfte der Platte kopiert wurden. Dann hat er sich aber leider überlegt, dass die defekte Formatierung doch keine so gute Idee war, entdeckt, dass der Bootsektor nicht korrekt geschrieben wurde und die Platte komplett geschossen.
Was soll ich sagen? Seit gerade eben bin ich mit der (zweiten) Neuinstallation fertig. Die Geschwindigkeit des Rechners begeistert, aber die doppelte Arbeit war schon nervtötend. Bildbearbeitung macht jetzt wieder richtig Spaß und eine DVD zu wandeln ist in 20 Minuten (inklusive brennen) erledigt. Nun hoffe ich, dass er genauso zuverlässig wie sein Vorgänger rund 5 Jahre problemlos läuft.

Ich werde jetzt mal ein bisschen surfen!

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