Archiv für September, 2007

Anfrage

“Die Maschine ist in der Woche voll belegt. Kannst Du die nicht am Samstag umbauen?”

Das wurde ich heute gefragt. Prinzipiell schon, aber ich habe meinen Samstag schon voll – habe ich geantwortet.

Wieso? Ich bin diese Woche mit 3 Plus – Stunden gestartet und habe heute mehr als 12 Plus – Stunden. Mehr als einen Tag in nur einer Woche herausgearbeitet, man kann nicht sagen wir hätten wenig zu tun. Deshalb habe ich zurzeit auch keine Lust zum bloggen. Ich bin platt.

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Aus Prinzip, Eva!

Kennt ihr Eva Herrmann? Den steilen Zahn von damals, die unsere Tagesschau moderieren durfte? Diese Frau, bei der viele Männer selbst ob katastrophalster Meldungen mit leuchtenden Augen vor dem Fernseher saßen und allein wegen Eva die Nachrichten im öffentlich-rechtlichen Fersehen verfolgten, anstatt die Event-News auf den Privatsendern zu favorisieren? Ihr wisst schon: Miss “vom Glück des Stillens” oder auch besser bekannt durch “Das Eva-Prinzip”. Die Frau, welche die internationale Frauenbewegung um hunderte von Jahren zurückgeworfen hat eben!

Nun hat sie es endlich geschafft sich nachhaltig in die Schlagzeilen des deutschen Boulevards zu hieven. Anstatt als schönste Frau der Tagesschau, ihrem Weltbild treu, von der Fernsehbühne abzutreten, wurde Eva Herrmann nun von ihrem Sender NDR gefeuert. Gefeuert,. weil sie die Familienpolitik der NSDAP für nachahmenswert hält. Frau Herrmann hat nämlich beschlossen, dass die Frauen gemäß damaliger gepflogenheiten an den Herd gehören. JAWOLL! Schenkt dem Führer ein Kind! Wenn ihr das schon nicht macht, bleibt wenigstens daheim am Herd und lauscht getreu den 50ern den Worten eures weisen Mannes. Dann kommt der wenigstens auch mal zu Wort.
Nix mehr mit Frauen in Männerberufen. Wo kämen wir denn auch hin, wenn nun Frauen auch noch Busfahrer, Schlosser oder gar Nachrichtensprecher werden wollten? Frau Herrmann präsentiert ihre Weltanschauung schon ganz richtig. Sie, die Ex – Karrierefrau, hat nun endlich wieder mehr Zeit für ihre Kinder und das Weichei, zu welchem sie sich ihrem Mann zu Hause hoffentlich nicht erzogen hat. Denn immerhin ist sie ja sowieso der Auffassung, dass sie sich als Frau nur um Kinder, Küche und Klamotten zu kümmern hat. Vielleicht ist sogar noch etwas Vögelei im Preis enthalten, denn auch das war ja Nazifraus Pflicht, vorausgesetzt natürlich der Mann kommt mit der plötzlichen Alleinverantwortung für die familiäre Testosteronproduktion zurecht un d ist nicht zu müde.
Aber zurück zu Eva: Sie hält also quasi die Höhle behaglich, während ihr Mann auf der Jagd nach essbarem ist. Hauptsache ist nur, dass sie nicht dabei verhungert, weil ihr Ehemann ja bisher öffentlich allenfalls dadurch aufgefallen ist, dass er bei ihren Buchpräsentationen im Hintergrund brav den Schirm und Mantel seiner Frau halten durfte. Die Frau ist das klassische Beispiel für ein altes Sprichwort: Wasser predigen, aber Wein saufen! Is klar!

Vielleicht verschwindet Frau Hermann nach ihrem Rauswurf beim NDR ja nun endlich in der Versenkung der ewig Gestrigen. Dann würde auch ich mich vielleicht zum schreiben eines Buches animieren lassen. Ich weiß auch schon den Titel:

Ein Glück, sie ist still!

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Wie sich die Dinge gleichen!

Manchmal ist es schon witzig, wie sich die Geschehnisse gleichen. Diesen Eintrag habe ich in meinem alten Weblog gefunden und genauso fühle ich mich heute Abend auch:

Kaum zu glauben , aber wahr: Dreieinhalb Wochen Urlaub sind rum und in etwa einer Stunde muss ich wieder los in die Tretmühle zur Spätschicht. Meine bessere Hälfte ist schon weg, für sie hat die Maloche bereits wieder angefangen.
(…) Das Problem ist nur, erfahrungsgemäß dauert diese Erholung meist gerade so bis zur Pause an,. dann ist es so, als wäre man niemals weg gewesen. Außerdem ist es nun gewiss, dass der nächste Urlaub dieser Länge wieder ein ganzes Jahr auf sich warten lassen wird. Das sind schon harte Aussichten.

Früher, da hattte man nach drei bis vier Wochen Urlaub schon mal das Gefühl, jetzt würde es Zeit, dass es wieder los geht. Irgendwo war da auch Freude auf die Arbeit und man ist ganz gern dort hingegangen. Aber im Laufe der Jahre, mit ständig steigenden Belastungen, schlechter werdendem Betriebsklima, verlangtem Verzicht, ständig drohenden Verlagerungen und schwindender Anerkennung der Leistungen hat sich das Blatt ganz schön gewandelt. Heute ist es eher so, dass man eine weitere Woche Urlaub begrüßen würde, nicht, dass es einen mit freudiger Erwartung in die Bude zieht. Es ist eher so, dass man schon auf die kleinen und großen katastrophalen Neuigkeiten wartet, die einem die Kollegen in wenigen Minuten berichten werden.
Ich für meinen Teil hoffe, dass mir heute eine einigermaßen entspannte Eingewöhnungszeit gewährt wird und ich mir in Ruhe ein Bild von den Geschehnissen der letzten drei Wochen in der Werkstatt und dem Betriebsratsbüro machen kann. Wenn nicht, dann habe ich es immerhin so geschickt angefangen, dass ich in zwei Tagen schon wieder Wochenende habe.

Genau so einen Beitrag wollte ich verfassen, bevor ich auf diesen gestoßen bin. Morgen geht es auch für mich wieder los und dann heißt es mal wieder ein Jahr auf den nächsten langen Urlaub warten. Das Leben ist schon voller Kümmernisse!

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