Filmkritik
Meine Frau und ich sind Kinogänger. Wir halten nicht viel von ruckelnden Raubkopien und kopierten DVDs aus der “Videothek”. Da kaufen wir lieber mal eine DVD im Angebot und schauen uns die Specials an. Außerdem sind wir immer wieder begeisterte Besucher von Comic-Verfilmungen. Deshalb war es für uns auch keine Frage, für diesen Film mal wieder die heute horrenden Eintrittspreise im Kino zu bezahlen:
Ich für meinen Teil habe früher viele Superhelden-Comics gelesen. X-Men oder die Fantastischen 4 gehörten weniger dazu. Ich war ein Fan von Spider Man und stand auf Batman oder den roten Blitz, heute neudeutsch auch Flash genannt.
Nun habe ich mich heute Morgen mal an den PC gesetzt und habe aus lauter Spaß an der Freude die Filmkritiken auf filmstarts.de nachgelesen. Dort wird dieser Film zerpflückt, als ginge es um die Rezension einer Literaturverfilmung. Da muss ich sagen, es graust einer Sau!
Man sich mal fragen, mit welchen Erwartungen der Besucher in so einen Film geht. Wer schauspielerische Glanzleistungen erwartet, womöglich oscarreife Charaktere oder hintergründigen Witz und Dialoge, der ist meiner Auffassung nach in einer Comic-Verfilmung absolut falsch.
Spiderman 3 war handlungsmäßig sicherlich eine Ausnahme, aber der Film driftete aufgrund der ausschweifenden Beschäftigung mit Spidies dunkler Seite stellenweise schon in die Langweiligkeit ab. Der Kampf mit seinem bösen Ich war weit weniger spannend, als die Auseinandersetzung mit dem Sandmann, wo es mal wieder furchtbar auf die Murmel gab und eine kreischende Kirsten Dunst dem Finale die besondere Note verlieh.
Will man einer Comicfigur, die sich mit Spinnennetzen aus dem Handgelenk an Hauswänden entlang hangelt oder einem Typ aus Stein, Gummi oder Feuer wirklich Tiefe verpassen? Ich meine – hey – Invisible Woman kann sich unsichtbar machen und Kraftfelder erzeugen! Wen interessieren da eventuelle tiefenpsychologischen Probleme, mit denen sie durch die Fähigkeit zu kämpfen hat? Da fliegt ein Typ auf einem silbernen Surfbrett durch das Weltall, macht riesige Löcher in Planeten und kann ohne Schaden durch Häuser fliegen. Soviel zum Thema Anspruch an realistische Darstellung. Aber ist die in dem Genre wichtig? Ich denke eher nicht.
Meine bessere Hälfte und ich erwarten kurzweilige, actiongeladene Unterhaltung, mit Übertreibung und rasanten Szenen. Wir wurden in Fantastic Four – Rise of the Silver Surfer bestens bedient. Denn rasant war der Film und kurzweilig war er ebenfalls. Etwas kitschig am Ende und ja, die Darstellung des Galactus als Wolke ist unter aller Sau, aber es tat dem Spaß am Film und den gelungenen Trickeffekten keinen Abbruch. Im Gegenteil, ich habe im Kino viele Lacher wahr genommen, auch bei der vermeintlich albernen Tanzszene oder der Pickelentfernung. Denn das ist es, was wohl auch die anderen Leute im Kinosaal von dem Film erwartet haben: Seichte Unterhaltung.
Wer auch immer die Kritik zu dem Film auf filmstarts.de verfasst hat, er möge sich zukünftig wieder intellektuell wertvolleren Filmen zuwenden und den Comicfans ihre oberflächliche Unterhaltung lassen. Denn ich würde zu der Kritik sagen:
Thema verfehlt, setzen!








