Die Hotelkette Hilton könnte bald um eine Attraktion reicher sein. Man könnte ein Themenhotel eröffnen, mit authentischem Knastfeeling: Entworfen aus eigenen Erfahrungen. Denn, wer hätte das gedacht, Miss Paris muss in den Bau.
Die missratenere der beiden Schwestern war, obwohl auf Bewährung, ohne Führerschein erwischt worden. Den hatte sie aufgrund einer Autofahrt unter Alkoholeinfluß abgeben müssen. Ihre Aussage, sie habe gedacht, den bekäme sie automatisch wieder, passt zu einer jungen Frau, die mit dem Auto mit leerem Tank liegen bleibt und dann, den Reservekanister vor Augen, nicht mal weiß wo sich der Tankdeckel befindet.
Paris ist nicht talentfrei, das kann man sagen. In ihren regelmäßig im Internet auftauchenden Nacktfilmchen macht sie ohne Zweifel eine gute Figur. Ach ja, und sie machen Paris Hilton nebenbei auch noch bekannt, denn seit dem Hardcore-Streifen “One Night in Paris”, den sie in einschlägigen Shops immerhin für 50 Euro verhökert haben, kennt man sie auf der halben Welt. Und das sozusagen in und auswendig. Sie war Stargast bei “Wetten dass”, lernte in “the simple life” das “normale” Leben mit weniger als 10 000,- Dollars am Tag kennen und wird vermarktet ohne Ende. Die Frau hat was von Verona Feldbusch, die ja auch talentfrei Karriere mit dem Stempel “leicht dümmliche Ex von Bohlen” gemacht hat. Man kann sagen: Paris Hilton ist reich – und damit verdient sie Geld! Dumm ist das nicht.
Dumm war es aber augenscheinlich, deshalb zu glauben, sie stände außerhalb des Gesetzes. Als Auftakt hat sie, wahrscheinlich um ihn gnädig zu stimmen, den Richter erst mal eine halbe Stunde auf ihr Erscheinen warten lassen. Mit ihren Eltern im Schlepptau hatte sie offenbar darauf vertraut, dass die geballte Macht des Hilton-Imperiums, gepaart mit ihren hochbezahlten Anwälten, auf den Richter so viel Eindruck macht, dass er sie respektvoll mit ein paar Dollar Geldstrafe davon kommen lässt. Leider war dieser Richter für Machtdemonstrationen wohl nicht so empfänglich. Vielleicht steigt er einfach auf seinen Reisen nicht so oft im Hilton ab. Oh, und scheinbar wartete er auch nicht so gern auf seine Delinquenten. Der Rest war Reality Soap, mit Gnadengesuch an Gouverneur Schwarzenegger als Höhepunkt. Der hat aber nicht mal Todeskandidaten Gnade gewährt und war für das Geheule nicht empfänglich. Ist doch auch klar, der Mann hat ganz allein den Predator besiegt und den T 1000. Für den sind ein paar Tage Knast einWitz!
90 Tage sollten es werden – auf die Hälfte haben die Anwälte den Richter herunterhandeln können. Strafe muss sein, auch für die Reichen und Berühmten. Bewährung gilt eben auch für Paris, die nun das wahre “simple Life” kennen lernen wird. Endlich mal ein geregelter Tagesablauf, so ist das im Bau.
45 Tage: Diese Zeit soll Paris nun im Frauenknast von Kalifornien verbringen. Wie uns die Presse glauben machen will, in einer Gemeinschaftszelle mit Mörderinnen, Vergewaltigerinnen und Strassengangs. Man freue sich schon auf die Neue, um sie zu vermöbeln und um ein paar ihrer Spielchen aus der Hardcore-DVD mit ihr nachzustellen. Is klar!
Zwar war die Justiz hart genug, eine reiche Erbin ins Gefängnis zu schicken, aber sie wird nicht hart genug für das Echo sein, wenn Miss Hilton breitbeinig und verbeult wieder aus dem Bunker kommt. Die wird dort vielleicht keinen Promi – Bonus bekommen, aber auch sicherlich keine Gemeinschaftszelle. Man wird sie schützen und auch das ist gut so. Denn ich glaube, 45 Tage ohne Luxus und Party, sind für Paris Hilton Strafe genug.