Hotel der Kathegorie Y
Deutsche Kaserne statt Tokio Hotel?
Jawoll, nun geht der Ernst des Lebens los. Also nicht für die ganze Kombo jetzt sondern nur für die Zwillinge Bill und Tom Kaulitz. Beide sind der Schwarm deutscher Teenies und die Stars der Band Tokio Hotel. Sie werden nun endlich flügge, auch volljährig genannt, und jetzt ist Schluss mit dem Blödsinn. Von wegen Musik machen und von kreischenden Teenies taube Ohren bekommen. Bald kommt so ein Mini-Ausbilder-Schmidt und dann ist es vorbei mit frisch gemachten Hotelbetten. Dann gibt es die kratzige Pferdedecke und das Bett wird selbst gemacht. Dann kreischt der UvD – und zwar ein freundliches Kompanie aufstehen, während er die Kübelspritze mit lieblichen Klängen durch den Gang schleuudert – und das morgens um 6.00 Uhr.
Beide wollen natürlich nicht zum Bund und haben das erste Schreiben des Kreiswehrersatzamtes just gepflegt ignoriert. Wahrscheinlich wollen die mal sehen, wie gut die deutschen Feldjäger mit Prominenten, die unerlaubt abwesend sind, so umgehen können. Die Jungs wären sicher super Bodyguards und müssten die Kaserne, in der Bill und Ted…äh Bill und Tom stationiert sind, sowieso vor der aufgebrachten, nach Autogrammen heischenden Fangemeinde schützen. Wahrscheinlich braucht die Kaserne zukünftig ein zusätzliches Panzerbatallion zum Schutz.
Außerdem ist es beim Bund für beide gar nicht so schlecht. Am besten steckt man sie zu den Panzergrenadieren. Bill bekommt genug Zeit zum singen, während er mit verlaufender Schminke um die Kaserne Richtung Übungsgelände joggt. Derweil kann Tom mit der ABC-Schutzmaske im Gesicht ein paar Gräben ausheben. Beide können dann gleich mal austesten, wie ihnen Kurzhaarfrisuren so stehen. Beim Aufragen der Tarnschminke sind beide den Kameraden schon heute voraus. Immerhin schaffen sie es jetzt schon, den Feind mit übler Kriegsbemalung abzuschrecken. Mit ihren geübten Stimmen können sie sich beim Sprung auf, Marsch Marsch sicherlich auch über den lieblichen Ton der ratternden Gewehre hinweg verständlich machen, während sie über matschige Wiesen und Felder robben und rennen. Das erhöht die Kondition für eine ordentliche Bühnenshow enorm und mit der beim buddeln der Schützenlöcher entstehenden Hornhaut lässt sich das Mikro später auch besser halten. Außerdem soll so ein ordentliches Schlammbad dem Teint ja unheimlich gut bekommen. Wenn die beiden das hinter sich haben, sehen sie nicht mehr nur so aus wie ein Kinderpopo, sie fühlen sich dann auch so an. Da werden echte Männer aus ihnen, denn wie heisst es doch so schön? Tief stechen, weit werfen, denn er ist kein Mensch, er ist kein Tier, er ist ein Panzergrenadier.
Schaun mer mal, ob die beiden wirklich polizeilich vorgeführt werden müssen oder ob sie sich doch noch dazu durchringen den Anhörungsbogen auszufüllen. Obwohl Bill und Tom da gar nicht hin wollen und alles tun, um Ausreden zu erfinden. Beispielsweise sei die berufliche Laufbahn, sprich Band, unterbrochen und man könne nur noch nebenbei Songtexte schreiben, aber keine Promotermine in Anspruch nehmen. Gut, Songtexte hab ich nicht geschrieben, ich habe allenfalls die Aufschrift auf den Becks-Flaschen auswendig gelernt. Promotermine hatte ich auch nur in der örtlichen Diskothek, aber meine berufliche und vor allem finanzielle Laufbahn hat in den 12 Monaten einen gewaltigen Knick erlitten. Wie hiess der Slogan damals noch? Y-Tours – wir buchen, sie fluchen!
Mal ehrlich: Wieso sollte man die beiden schonen? Nur weil sie zufällig prominent sind? Wer schont die Kinder “normaler” Leute? Sonderbehandlung für gut verdienendes Kreischpotential, während der malochende Jungarbeitnehmer auf seine monatlichen Einkünfte ob der Wehrdienstzeit verzichten soll? Seh ich ehrlich gesagt nicht ein! Soll man sie ruhig einziehen, sie werden eh ein laues Leben bei der Bundeswehr haben.
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