Archiv für März, 2007

Hotel der Kathegorie Y

Deutsche Kaserne statt Tokio Hotel?

Jawoll, nun geht der Ernst des Lebens los. Also nicht für die ganze Kombo jetzt sondern nur für die Zwillinge Bill und Tom Kaulitz. Beide sind der Schwarm deutscher Teenies und die Stars der Band Tokio Hotel. Sie werden nun endlich flügge, auch volljährig genannt, und jetzt ist Schluss mit dem Blödsinn. Von wegen Musik machen und von kreischenden Teenies taube Ohren bekommen. Bald kommt so ein Mini-Ausbilder-Schmidt und dann ist es vorbei mit frisch gemachten Hotelbetten. Dann gibt es die kratzige Pferdedecke und das Bett wird selbst gemacht. Dann kreischt der UvD – und zwar ein freundliches Kompanie aufstehen, während er die Kübelspritze mit lieblichen Klängen durch den Gang schleuudert – und das morgens um 6.00 Uhr.

Beide wollen natürlich nicht zum Bund und haben das erste Schreiben des Kreiswehrersatzamtes just gepflegt ignoriert. Wahrscheinlich wollen die mal sehen, wie gut die deutschen Feldjäger mit Prominenten, die unerlaubt abwesend sind, so umgehen können. Die Jungs wären sicher super Bodyguards und müssten die Kaserne, in der Bill und Ted…äh Bill und Tom stationiert sind, sowieso vor der aufgebrachten, nach Autogrammen heischenden Fangemeinde schützen. Wahrscheinlich braucht die Kaserne zukünftig ein zusätzliches Panzerbatallion zum Schutz.

Außerdem ist es beim Bund für beide gar nicht so schlecht. Am besten steckt man sie zu den Panzergrenadieren. Bill bekommt genug Zeit zum singen, während er mit verlaufender Schminke um die Kaserne Richtung Übungsgelände joggt. Derweil kann Tom mit der ABC-Schutzmaske im Gesicht ein paar Gräben ausheben. Beide können dann gleich mal austesten, wie ihnen Kurzhaarfrisuren so stehen. Beim Aufragen der Tarnschminke sind beide den Kameraden schon heute voraus. Immerhin schaffen sie es jetzt schon, den Feind mit übler Kriegsbemalung abzuschrecken. Mit ihren geübten Stimmen können sie sich beim Sprung auf, Marsch Marsch sicherlich auch über den lieblichen Ton der ratternden Gewehre hinweg verständlich machen, während sie über matschige Wiesen und Felder robben und rennen. Das erhöht die Kondition für eine ordentliche Bühnenshow enorm und mit der beim buddeln der Schützenlöcher entstehenden Hornhaut lässt sich das Mikro später auch besser halten. Außerdem soll so ein ordentliches Schlammbad dem Teint ja unheimlich gut bekommen. Wenn die beiden das hinter sich haben, sehen sie nicht mehr nur so aus wie ein Kinderpopo, sie fühlen sich dann auch so an. Da werden echte Männer aus ihnen, denn wie heisst es doch so schön? Tief stechen, weit werfen, denn er ist kein Mensch, er ist kein Tier, er ist ein Panzergrenadier.

Schaun mer mal, ob die beiden wirklich polizeilich vorgeführt werden müssen oder ob sie sich doch noch dazu durchringen den Anhörungsbogen auszufüllen. Obwohl Bill und Tom da gar nicht hin wollen und alles tun, um Ausreden zu erfinden. Beispielsweise sei die berufliche Laufbahn, sprich Band, unterbrochen und man könne nur noch nebenbei Songtexte schreiben, aber keine Promotermine in Anspruch nehmen. Gut, Songtexte hab ich nicht geschrieben, ich habe allenfalls die Aufschrift auf den Becks-Flaschen auswendig gelernt. Promotermine hatte ich auch nur in der örtlichen Diskothek, aber meine berufliche und vor allem finanzielle Laufbahn hat in den 12 Monaten einen gewaltigen Knick erlitten. Wie hiess der Slogan damals noch? Y-Tours – wir buchen, sie fluchen!

Mal ehrlich: Wieso sollte man die beiden schonen? Nur weil sie zufällig prominent sind? Wer schont die Kinder “normaler” Leute? Sonderbehandlung für gut verdienendes Kreischpotential, während der malochende Jungarbeitnehmer auf seine monatlichen Einkünfte ob der Wehrdienstzeit verzichten soll? Seh ich ehrlich gesagt nicht ein! Soll man sie ruhig einziehen, sie werden eh ein laues Leben bei der Bundeswehr haben.

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Kurze Info…

…vor allem für die, die nicht neugierig sind ;) . Es dauert in der NW meist bis zu drei Wochen, bevor ein Leserbrief abgedruckt wird. Kann sich also noch etwas ziehen.

Ich muss jetzt zur Arbeit – heute wird versetzt malocht, weil mal wieder eine Sitzung angesetzt wurde.

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Mal wieder ein Leserbrief an die NW

Auch wenn es nichts nutzt, ich musste mir den Aärger mal wieder von der Seele schreiben. Bin gespannt, ob sie ihn abdrucken:

Nun ist es also vollbracht. Das Renteneintrittsalter wird schrittweise auf 67 Jahre angehoben und damit wird etwas umgesetzt, an dessen Sinn wohl quer durch alle Schichten die meisten Menschen Zweifel haben. Die Bedenken sind bekannt. Kaum jemand erreicht das bisherige Renteneintrittsalter von 65 Jahren. Trotzdem wird die Möglichkeit der Altersteilzeit abgeschafft. Der Leistungsdruck in der Industrie steigt von Jahr zu Jahr. Die im Globalisierungspreiskampf steckenden Betriebe haben wenig Interesse daran altersgerechte Arbeitsplätze zu schaffen und es ist in vielen Fällen auch gar nicht möglich.

Satt der realen Entwicklung und dem zusammenbrechenden Rentensystem Rechnung zu tragen, werden alle Säulen der Altersversorgung systematisch angegraben. Die staatliche Rente wird durch „Rente mit 67“ auf kaltem Weg gekürzt.

Betriebsrenten sind selten geworden. Wer arbeitet heute schon noch sein ganzes Leben lang in einem Betrieb? Für die Unternehmen sind sie durch die Rückstellungen eine hohe Belastung und die Ansprüche darauf werden von Menschen mit Zeitverträgen oder bei Leiharbeitnehmern mittlerweile gar nicht erst erworben.

Letzter Ausweg: Die private Rentenversicherung. Aber auch hier stehen unverständlicher Weise ehemals geförderten Rentenformen, wie beispielsweise die Direktversicherung, auf den Prüfstand. Die Einzahlung in diese Rentenform ist noch bis zum Jahr 2009 steuerfrei vom Bruttogehalt leistbar. Versteuert wird erst die spätere Rentenzahlung. Dies spart dem Arbeitnehmer Steuern und dem Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge. Das soll es nach Wunsch der großen Koalition nicht mehr geben.

Noch ein Beispiel? Wird eine Riesterrente vom Arbeitgeber bezuschusst oder voll bezahlt, werden die Auszahlungen später krankenversicherungspflichtig. Zahlt man privat sind sie es nicht.

Der Staat möchte sich also nicht nur aus der staatlichen Rente nach und nach herausmogeln, er möchte möglichst noch an den privaten Renten mitverdienen. Anstatt zu entlasten, belastet er die Bürger immer mehr. Einzahlungen aus versteuertem Einkommen sollen bei der Auszahlung erneut mit Abgaben belegt werden. Wer genug verdient kann sich gut versorgen, der Rest fällt durch die Roste. Der nächste Schritt von der Sozialversicherung zur Privatversicherung ist gemacht. Der nächste Schritt zu steigender Altersarmut leider ebenfalls.

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Fühstück

Heute hatte ich mal einen Tag frei. Mein Gleitzeitkonto war schon wieder derart voll, es wurde Zeit es etwas nach unten zu schrauben. Also bin ich heute Morgen mit meiner immer noch kränkelnden Frau zum Frühstück im Bernstein gewesen. Der Laden ist immer gut gefüllt, selbst an Montagen. Viele junge Familien mit kleinen Kindern waren anwesend. Die Tische stehen ziemlich dicht aneinander und man hört zwangsläufig jedes lauter gesprochene Wort von den Nachbarn. Stört aber meist nicht.
Wir hatten uns gerade das erste Mal am üppigen Buffet bedient, da wurde auch der Tisch neben uns besetzt. Zwei Mädels, ca. Anfang 20 jede mit so einem kleinen TT am Handgelenk – nein nicht das Auto! TT, ihr wisst schon…

Tussi Täschchen. Diese winzigen Handtaschen mit Glitzer, die man wunderbar schwenken kann und die gerade so Platz für ein Handy und einen OB (mini) haben. Da kann Paris Hilton nicht mal ihr kläffendes, mutiertes Tischfeuerzeug drin verstauen.
Die beiden gut gebräunten Mädels nahmen also neben uns Platz und schon ging die Lästerei über alles und jeden los. Die war zu dünn, die zu dick, der hatte ein hässliches Hemd und die junge Mami soll mal nicht so mit ihrem Balg prahlen. Überhaupt nervt das alles hier mit den vielen kleinen Blagen. Meine Frau läuft nach der Mini-OP etwas unrund. Selbstverständlich war auch das Gesprächsthema. Muss schön sein, wenn man der geilste Mensch auf Erden ist .
Mir kam kurz der Gedanke, dass die beiden unter ihrem Assi-Toaster sicherlich besser aufgehoben waren und dort auch mehr Ruhe gehabt hätten. Ich hätte mich auch bereit erklärt, die Zeituhr des Turbobräuners auf 12 Stunden zu stellen und das Vorhängeschloss für die Tür zu spendieren. Aber gut, man kann nicht alles haben.
Kurze Zeit später kam dann auch noch der passende Typ hinzu. Ebenfalls braun gebrannt, hautenge Klamotten, viel Gel, Marke Cola-Light- Mann – allerdings ganz light. Wenn Cola so light ist, dann heisst die Mineralwasser. Ehrlich, die hatten sich wirklich verdient. Aber immerhin blieb der brav und ruhig sitzen, als die beiden Damen sich erhoben und erst mal für rund 10 Minuten an einem weit entfernten Stehtisch einen durch den Schlot zogen.
Zum Glück für uns alle waren sie wieder da, als die junge Mutter neben uns sich eine Stilldecke nahm und ihrem Kleinkind unter der Decke versteckt am Tisch die Brust gab. Denn von dem Moment an war meiner Frau und mir nicht mehr klar was nun überwog: Die arrogante Tour oder die ausgestrahlte Dummheit, mit der die ganze Aktion kommentiert wurde. Ich persönlich hielt jedoch ein blau anlaufendes Kind mit Erstickungsanfällen für ziemlich unwahrscheinlich und empfand es auch nicht als Frechheit, dass der Kurze auf diese Art am Frühstück beteiligt wurde. Gut, ob man ein Kleinkind in einem Speiserestaurant auf der Bank neben dem Tisch der Nachbarn wickeln muss, darüber kann man streiten – zumal der Laden über eine gut ausgestattete Damentoilette verfügt. Gestunken hat allerdings nixs. Auchr sonst hat die Aktion keinem weh getan und ist wohl das Normalste auf der Welt.
Meine bessere Hälfte und ich haben uns dann nach dem dritten Teller (ich hate nicht gezählt, aber die Damen neben mir schon) verabschiedet. Uns wäre sonst der Hintern geplatzt. Uns blieb nur die Hoffnung, dass sich zumindest diese beiden Tussen nicht allzu schnell vermehren.

Frühstück – besser als Fernsehen.

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