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Gibt es das?

Stellen sie sich mal vor, sie bestellen einen Handwerker. Der soll ihr Bad renovieren – sagen wir mal inklusive neu fliesen, neuer Fussboden, neue Badewanne und neue Dusche. Der Chef der Handwerkerbude gibt einen Preis und die Dauer an. Sagen wir mal: 5000,- € und zwei Monate Arbeitszeit. Dann beginnt er zu renovieren. Er schickt seinen Gesellen, der in seinem Auftrag anfängt zu arbeiten. Er braucht aber nicht zwei, sondern vier Monate und nicht 5000,- € sondern 7000,- €. Als er angeblich “fertig” ist, funktioniert in der Dusche das warme Wasser nicht, beim Klo ist der Abfluß nicht angeschlossen, die Badewanne hat keinen Wasserhahn und es sind nur zwei von vier Wänden gefliest. Also bestehen sie auf Nachbesserung, da sie das Bad nicht nutzen können. Diese Nachbesserung verschlingt weitere 3000,-€ und es wird während der Arbeitsphase festgestellt, dass beim Spülbecken ebenfalls keine Abflüsse angeschlossen sind, das Klo verkehrt herum hängt, die Fliesen teurer waren als erwartet und dass sich die Renovierungsarbeiten von zwei Monaten auf etwa ein bis zwei Jahre ausdehnen werden. Sie sind natürlich entsprechend sauer, aber der Chef der Handwerkesbude, die sie beauftragt haben, ist sich keiner Schuld bewusst. Als der Druck zu groß wird, entlässt er zunächst seinen Gesellen, zahlt ihm aber eine Abfindung von 100000,- €, die sie durch Umlagen gegenfinanzieren müssen. Als weitere drei Monate später deutlich wird, dass ihr Bad auch nach zwei Jahren und der Investition von weiteren 5000,- € nicht betriebsbereit sein wird, sieht sich der beauftragte Handwerker nicht in der Verpflichtung, ihnen einen Schadenersatz für die permanente Unannehhmlichkeit, die öffentlichen Toiletten zwei Straßen weiter, sowie die kostenpflichtigen Duschen der öffentlichen Badeanstalt nutzen zu müssen zu zahlen. Statt dessen tritt er von seinem Job als Meister im Handwerksunternehmen zurück. Dafür erhält er eine Abfindung vom 300000,-€, die wiederum sie durch Umlagen gegenfinanzieren müssen. Er bleibt aber weiterhin Besitzer einer anderen Handwerksbude und ihr weiteres Schicksal ist ihm herzlich egal! Nach vier Jahren Bauzeit sind sie pleite, ihr Bad ist aber immer noch nicht fertig. Ihr Haus ist weiterhin nicht richtig nutzbar. Verklagen und in Regress nehmen können sie aber niemanden, sondern sie bleiben auf ihren Problemen sitzen.

GIBT ES NICHT, sagen sie? Dann vergleichen sie die Story mal mit dem “Projekt” Berliner Flughafen!!!

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KiTa-Platz-Sharing!

Wenn ich das schon lese…

Platzsharing in der KiTa, weil es nicht genug Betreuungsplätze für die U3 gibt. Es fehlen ca. 150000 Plätze. Nun sollen sich Teilzeitkräfte einen KiTa-Platz quasi teilen, weil sie ja eh keine Ganztagsbetreuung benötigen. Der Vorschlag ist nicht nur Blödsinn, er ist auch noch eine Milchmädchenrechnung, weil für ein solches Platz-Sharing erst recht ein Vollzeitplatz benötigt würde. Wenn eine Mama Teilzeit arbeitet, dann meistens mit dem Ziel, für die Familie und ihr Kind mehr Zeit zu haben. Nur sehr selten wird tageweise mit reduzierten Arbeitstagen gearbeitet – also arbeitet sie vorzugsweise am Vormittag und dann stundenweise, z.B. von 8 – 12. Wie soll da eine Stellenteilung funktionieren? Das ist die Hauptbetreuungszeit. Eine Teilung würde doch bedingen, dass der eine quasi “Frühschicht” arbeitet und der andere “Spätschicht”. Bei einer Öffnungszeit von 7.00 Uhr bis 17.00 Uhr können das dann aber pro Person maximal 4 Arbeitsstunden sein, die obendrein aufeinander abgestimmt sein müssen, wenn das noch funktionieren soll. Da kann dann die die eine Mama von 8.00 Uhr – 12.00 Uhr arbeiten und die andere dann von 12.30 Uhr bis 16.30 Uhr. Letzteres geht aber nur, wenn die Arbeitsstätte nicht zu weit weg liegt. Diese Lösung ist doch weltfremd! Zumal die meisten Erzieherinnen in unserer KiTa nicht mal Vollzeit arbeiten.

Bei uns kann man das Kind bis 12.00 Uhr in der KiTa lassen, also 25 Stunden buchen, dann kann man 35 Stunden (bis 14.00 Uhr) oder 45 Stunden (bis 17.00 Uhr) buchen. Das Problem ist, bis 12.00 Uhr reicht den meisten Teilzeitlern nicht, weil man das Kind frühestens um 7.00 Uhr abgeben kann – noch früher machte auch gar keinen Sinn, es ist schon besch*** genug, wenn man so ein 1-3jähriges Würmchen täglich schon spätestens um 6.00 Uhr aus dem Bett zerren muss! Zudem muss das Kind bis 9.00 Uhr abgegeben sein, damit es sich noch problemlos in die Spiel,-Sing- und Basteltätigkeiten der Gruppe integrieren kann. Also müsste es schon ein mindestens 35-Stunden-Vertrag sein. Für das Platz-Sharing geht nur der 45-Stunden-Vertrag, weil es zeitlich gar nicht anders hinkäme. Leider ist der sehr begrenzt vorhandene 45-Stunden-Vertrag auch derjenige, der es berufstätigen Menschen in der immer flexibler werdenden Arbeitswelt ermöglicht, das Kind zu ordentlichen Zeiten in die Betreuung zu geben und es entsprechend den beruflichen Anforderungen auch wieder abzuholen. Diesen Vertrag benötigen also hauptsächlich Alleinerziehende oder Eltern, die wie wir Doppelverdiener sind. Ich arbeite Vollzeit und meine Frau 30 Stunden. Sie mit starrem Arbeitsbeginn um 6.00 Uhr und dann mit flexiblem Arbeitsende, holt die Kurze ab, ich arbeite ab 8.00 Uhr, weil ich die Kurze zur Kita bringe, mit ebenfalls flexiblem Arbeitsende.

Übrigens – nur am Rande – wieso Hartz-IV-Empfänger oder Familien, in denen nur eine Person arbeitet 45-Stunden-Verträge bekommen und den berufstätigen Eltern so noch die wenigen Langzeitbetreuungen blockieren (dürfen), verstehe ich absolut nicht.

Es gibt sicherlich bessere Lösungen, als Theoriemodelle, wie ein Platz-Sharing. Man könnte die Tagesmütter stärken, sie besser bezahlen, um den Job attraktiver zu machen. Man könnte die Vergabe von 35 und 45 Betreuungsstunden an die familiären/beruflichen Bedingungen knüpfen. Man könnte die Arbeitszeiten der Erzieherinnen auf mehr Vollzeitplätze ausweiten (wodurch wiederum mehr 45-Stunden-PLätze möglich würden) oder sich einfach mal fragen, wieso eigentlich Ende 2012 noch 2000 Erzieherinnen in der Region arbeitslos waren,… Man müsste sich aber auch eingestehen, dass der Rechtsanspruch, den man da verankert hat, in dieser Form so schnell gar nicht zu realisieren ist. Heute ist man (überspitzt gesagt) doch schon gezwungen, sein Kind in der KiTa anzumelden, wenn die Frau gerade mal im dritten Monat ist, sonst wird es schon eng mit den Plätzen! Lassen wir uns mal überraschen, wie das wohl weiter geht.

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Waffenlobby

Tag 1 nach dem Amoklauf in einer amerikanischen Grundschule. Auf einem Schießstand wird ein Amerikaner interviewt, der kurz zuvor mit einer Railgun auf Pappziele in Menschenform geballert hat. Auf die Frage, ob er für eine Veränderung bei den Waffengesetzen sei, antwortet er:

Es sind nicht die Waffen, die Menschen töten, es sind die Menschen, die Menschen töten.

MANN! Auf den ersten, sehr oberflächlichen Blick eine weise Erkenntnis. Auf den zweiten Blick fragt sich der mittelmäßig begabte Europäer allerdings, ob man das so stehen lassen kann. Denn es stimmt zwar, dass der Mensch den Abzug betätigt, aber wer oder was sorgt denn dafür, dass jeder geistig minderbemittelte Looser in den USA in der Regel besser bewaffnet ist, als das anrückende S.W.A.T. -Team? Könnte es vielleicht sein, dass es diese Amokläufe in den USA aus dem Grunde so häufig gibt, weil es dort leichter ist an eine automatische Waffe heran zu kommen, als eine Wohnung zu finden? Mal ehrlich, da kann man erst mit 21 Alkohol kaufen, aber es rennen kleine Kinder in Begleitung ihrer Eltern mit scharfen Waffen über den Schießplatz! Wo ist da das Verhältnis?

Noch besser sind nach solchen Taten immer die Sprüche von Waffennarren, die behaupten dass es niemals so viele Tote gegeben hätte, WENN z.B. die Kinobesucher beim BATMAN-Film oder die Lehrer in der Grundschule selbst Waffen getragen hätten. Was reitet solche Menschen eigentlich, wenn sie so argumentieren? Ist es wirklich toll in einem Land zu leben, in dem der Preis der Freiheit ist, dass Lehrer ihre (Grund-)Schüler mit Schußwaffen gegen einen irren Amokläufer verteidigen müssen? Ist es erstrebenswert, in vielen Großstädten nachts die Parks und Nebengassen meiden zu müssen, aus Angst um Leib und Leben? Mal abgesehen davon, dass es Lehrer und Kinobesucher in vielen anderen, zivilisierten Ländern gar nicht nötig haben, im Kino mit dem Arsch auf ‘nem Revolver zu hocken, weil sie an eine Waffe genauso wenig heran kommen, wie jeder andere Normalbürger. Mag ja sein, dass Sam Colt im Wilden Westen dafür gesorgt hat, dass plötzlich alle Menschen gleich waren – aber ist das heute noch eine zeitgemäße Denkweise? Ist es wirklich Freiheit, wenn man sich ganz einfach gegen Vorlage einer gedeckter Kreditkarte und gültigem Führerschein mit Schießeisen von der 22er bis zum großkalibrigen Präzisionsgewehr eindecken kann?

Bleibt zu hoffen, dass Obama mit dem Blick auf seine sowieso unmögliche Wiederwahl nun endlich handelt und die Waffengesetze verschärft. Auch gegen den Willen der Lobbyisten, die sich mit Parolen gegen Vernunft zur Wehr setzen und sämtliche Realitäten komplett ausblenden.

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Ratssitzung

Heute war Ratssitzung bezüglich der neuen Verkehrsführung für LKW nach der Sperrung in Halle. Mein Leserbrief wurde Montag abgedruckt. Er hat offensichtlich zur Mobilisierung beigetragen! Es waren viele Anwohner da. Es gab viele Wortbeiträge. Die dargestellte Verkehrsführung lässt erahnen, dass nicht immer nur Sachargumente ausschlaggebend für die Strecke waren. Zu offensichtlich werden bestimmte Orte von jeglicher Belastung verschont. Der Verkehr wird nicht aufgeteilt, er wird einfach von Haustür zu Haustür geschoben!

Aber es war wie so oft: Alle Anwesenden bekunden, dass sie gerade diese Lösung nicht gut finden, aber alle verweisen auch darauf, dass sie nicht verantwortlich sind. Parteiübergreifend überbietet man sich in Wortbeiträgen, die den Schwachsinn dieser Umleitungspolitik unterstreichen. Es wird eine Resolution gefordert und es wird versprochen, sich gegen diese Verkehrsführung zu stemmen. ABER: Verantwortlich ist die Bezirksregierung in Detmold. Da kann man quasi nix machen, außer hoffen, dass die sich noch mal damit beschäftigen. Deshalb ist es auch leicht, im Angesicht der wütenden Bürger großzügig Zustimmung und Bedauern zu verteilen. Am Ende geht man kopfschüttelnd aus der Veranstaltung und fragt sich weiterhin, was die Verkehrsplaner beruflich machen und ob da nicht vielleicht doch noch andere Einflüsse eine Rolle gespielt haben.

Ich weiß spätestens jetzt wieder, warum ich niemals in die Politik gehen könnte. Ich bin zu ehrlich und est einfach ein zu unsauberes Geschäft!

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Wahlk(r)ampf

Bald sind wieder Wahlen in NRW. Außer der Reihe, weil die Minderheitsregierung gescheitert ist. Nicht an schlechter Politik, sondern an der Tatsache, dass die Opposition eben nicht zum Wohle eines Landes, sondern zum Wohle des eigenen Hinterns und Machtstrebens abgestimmt hat.

Nun wird wieder gepflastert – mit Wahlplakaten allerorts. Die ersten waren die Herrschaften von der FDP. Gut – die haben es auch nötig! Mit markigen Schlagworten betreiben sie Eigenwerbung. “RAUS AUS DEN SCHULDEN!” steht da blau auf gelb zu lesen. Wie das? Keine Ahnung! Womöglich wurde der Stein der Weisheit gefunden. Wahrscheinlich ist aber eher, dass sich der Slogan zwar gut liest, aber ebenso ernst gemeint ist, wie alle Wahlversprechen, die Guido Westerwelle vor der letzten Bundestagswahl gegeben hatte. Fakt ist, da wo FDP mitregiert gibt es genauso viele Schulden wie in allen anderen Ländern.

Die zweiten Plakatierer waren die Linken. An Regierungsarbeit kann man die zwar nicht messen, aber sie haben wenigstens einen Lösungsansatz für die Schuldentilgung. “MILLIONÄRSTEUER JETZT” liest man da, dieses mal in roten Lettern auf weißem Grund. Warum jemand, der viel Geld hat, nur aus diesem Grund eine zusätzliche Steuer bezahlen soll, erschließt sich mir nicht. Geht es um das schließen von Steuerschlupflöchern bin ich voll dabei – da versickern Milliarden – aber ein bloßes “in-die-Tasche-greifen”, nur weil jemand mit seiner Hände Arbeit Reichtum erwirtschaftet hat, das kann auch keine Lösung sein. Man muss nicht ständig von unten nach oben verteilen, aber anders herum ist es auch nicht gerechter. Aber es geht im Wahlkampf ja auch gar nicht um Lösungen, es geht um Wählergewinnung – und die funktioniert mit Polemik und Schlagworten eben leider immer noch am besten!

Die SPD braucht keine Inhalte auf ihren Plakaten. Sie hat “HANNELORE” und das muss erst mal reichen. Die aktuelle Regierungschefin hat sich viel Kredit erarbeitet und man kann Wahlkampf eben auch mit Köpfen machen. Wohl dem, der so einen Kopf hat. Die CDU wirbt bisher kaum. Die hat auch genug damit zu tun zu klären, ob ihr Spitzenkandidat denn nun auch im Falle der (wahrscheinlichen) Niederlage in der Landespolitik oder doch in der Bundespolitik bleibt. Aber der gute Norbert Röttgen ist ja nicht blöd und hält sich lieber beide Türen offen. Auf Opposition hat er keinen Bock. Ob das seine Chancen verbessert und ob er somit überhaupt als Werbekopf tauglich ist, lassen wir mal offen. Deshalb grinst uns hier im Stadtteil eben ein gewisser Herr “NETTELSTROTH” an, seines Zeichens bekannter Lokalpolitiker und scheinbar werbetauglicher als sein Spitzenkandidat.

Wer noch gar nicht wirbt, das sind die Grünen. Die haben anscheinend Zeit….

… oder keinen Kopf…

…oder keinen Polemiktexter…

… aber vielleicht wollen sie auch nur abwarten.

Ob die Piraten überhaupt Wahlplakate zu Stande bringen, wo sie doch nicht mal genügend Direktkandidaten für die Wahlkreise, geschweige denn ein fertiges Wahlprogramm haben? Schaun mer mal! Aber sie haben hervorragende Chancen auf den einzug in den Landtag. Bessere als die FDP – denn “FREIES INTERNET” trifft den Nerv der jungenGeneration offenbar besser als der “Peter-Zwegat-Gedächtnis-Slogan”. Der erinnert eben doch zu sehr an das “Hartz IV-TV” am Nachmittag.

Ja, ja – der Wahlk(r)ampf beherrscht mal wieder bis zum 13. Mai das ganze Land. Alle machen viele Versprechungen. Ob man danach Veränderungen merkt?

DAS darf zumindest bezweifelt werden!

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Zwangskopulation

Es ist ja selten geworden, dass ich hier politisch werde, aber manchmal kann ich gar nicht so schnell tippen, wie ich kotzen möchte. Da haben sich doch wirklich ein paar junge Unioner zusammen getan, um eine neue Forderung aufzustellen: Eine Zusatzsteuer für Kinderlose!

Mein erster Blick ging zum Kalender…

…nicht erster April…

…muss also ernst gemeint sein.

Allen Ernstes soll so die Rentenlücke gestopft, der demografische Wandel aufgehalten und die finale Lösung für mehr Kinder gefunden sein. Wer mit 25 noch kinderlos ist, der soll 1% seines Jahreseinkommens als “Strafsteuer” zahlen, so stellt sich ein gewisser Herr Wanderwitz das vor. Im Grunde so eine Art “Zwangskopulation”, zur Schliessung der Rentenlücke. Ehrlich – der sollte sich lieber in “Treppenwitz” umbenennen. Frau soll sich also gefälligst von sämtlichen Karrierechancen verabschieden und spätestens im besten Alter schwanger werden. Aber nicht nur einmal – das halbiert die Steuer nur – sondern gleich zweimal. Damit die Rente auch wirklich sicher ist! So ein verordnetes Programm gab es schon mal, da ging es aber nicht um neue Beitragszahler, sondern um neue Soldaten.

Mal abgesehen davon, dass damit alle Familien gestraft werden, die keine Kinder bekommen können oder die den Partner fürs Leben erst mit 30 treffen – was ist das eigentlich für ein Ansatz? Da kann man auch gleich den Verkauf von Kondomen oder der Pille verbieten. Das Problem bleibt aber, dass man sich heutzutage ein Kind leisten können (und wollen) muss. Auch wenn es mir widerstrebt so zu rechnen, aber unser Engelchen “kostet” uns bis zur Volljährigkeit laut Statistik rund 120 000,-€. Das sind 100 Wochen  Ballermann all Inclusive!

Allein für den Kindergarten mit 45 Stunden zahlen wir monatlich mit 265,-€ mehr, als wir an Kindergeld überhaupt erhalten! Wenn man als Normalverdiener dann noch ab und an mal Urlaub machen oder dem Kind kulturell etwas ermöglichen möchte – vom Zoobesuch, übers Weihnachtsmärchen, bis zur Kirmes – dann ist oft nur eines “im Budget“. Dazu kommt das Problem fehlender Betreuungsmöglichkeiten, z.B. für Schichtarbeiter.

Wenn man was an der Geburtenrate ändern will, dann sollte mal jemand Herrn “Treppenwitz” erzählen, welche Probleme die Menschen vom Fortpflanzen abhalten. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse, steigende Anforderungen und Stress im Arbeitsleben, die Tatsache, dass man heute mit zwei Leuten arbeiten muss, will man sich mal was leisten, all das sind nur Auszüge. Was nutzt es, wenn Kinder zur Welt kommen, aber in finanziell (und damit auch oft sozial) instabilem Umfeld aufwachsen? Aber vielleicht kommt dann als nächstes ja ein paar Jahre Zwangserziehung im Heim oder später kostenlose “Schnupperjahre” im Beruf dazu, um aus den Kindern sozial wertvolle Mitglieder der Gesellschaft zu machen.

Wer weiß schon, wie sich so ein Treppenwitz entwickelt?

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Milchmädchenrechnung

Stellen sie sich mal vor, sie wollen in der Familie jemandem das zur Verfügung stehende Geld erhöhen. Sagen wir mal, sie wollen dem Kind zukünftig Taschengeld geben. Sie versprechen dem Kind also zukünftig 20,-€ in der Woche zur freien Verfügung. Es gibt nur ein Problem: Das Budget gibt es eigentlich gar nicht her.

Deshalb erklären sie dem Kind nun, dass es zukünftig seine Spielsachen und Süssigkeiten selbst kaufen muss. Der Gattin erklären sie zudem, das Haushaltsgeld für den Wocheneinkauf würde entsprechend um 10,-€ gekürzt, was aber nicht schlimm sei, weil sie ja zukünftig weder Süssigkeiten noch Spielsachen kaufen müsse. Dabei wissen sie jedoch nicht genau, ob die Frau für ihr Kind jede Woche Süssigkeiten und Spielsachen im Gegenwert von 10,-€ gekauft hat.

Zusätzlich kalkulieren sie, dass das Kind demnächst zu geizig sein wird, sich von dem eigenen Geld Spielsachen für den Garten oder den Fussballplatz zu kaufen, sondern dieses Geld eher in Videospiele oder den Computer investieren  und deshalb mehr im Haus bleiben wird. Aus dieser Spekulation überschlagen sie eine weitere Einsparung von 10,-€ in der Woche an Kosten für Waschmittel und Weichspüler, sowie einen geringeren Wasserverbrauch bei Waschmaschine und Badewanne. Ensprechend kürzen sie das Haushaltsgeld der Frau um weitere 5,-€ in der Woche und reduzieren die Vorauszahlungen für Wasser und Strom um ebenfalls 5,-€ in der Woche. Der Familie erklären sie nun, dass durch diese geschickte Umverteilung jeder am Ende mehr Geld übrig haben wird. Das Ergebnis ist leider folgendes: Ihre Rechnung ging nicht auf. Die Kosten für Süssigkeiten und Spielsachen betrugen nur 5,-€ die Woche. Zudem wurde die geplante Einsparung bei Wasser und Waschmittel durch höhere Stromkosten durh Licht und Computernutzung weitgehend aufgefressen. Ihre Verschuldung bei der Sparkasse steigt aufgrund der zu optimistischen Planungen im laufenden Jahr um 10,-€ in der Woche an, was sie nach kurzer Dauer an den Rand der Insolvenz bringt.

Eine fiktive Geschichte sagen sie? Dann vergleichen sie mal diese Geschichte mit den geplanten Steuererleichterungsplänen der Bundesregierung. Eine Abschaffung des Solidaritätszuschlages, den ich zum Beispiel gar nicht bezahlenen muss, soll zu mehr Netto führen. Was für mich ein Nullsummenspiel wird, kann sich für die bessere Hälfte an der Stelle tatsächlich auszahlen. Blöd ist nur, man kann sich die Steuererleichterung gar nicht leisten. Will man die Staatsschulden nicht noch weiter in die Höhe treiben, muss man die Summe refinanzieren. Das wird durch diverse Umlagen in unterschiedlichen Bereichen geschehen, was dann für mich zur Folge hat, dass ich anstelle eines höheren Nettos höhere Ausgaben an anderer Stelle haben werde, welche wir dann mit dem höheren Netto der besseren Hälfte kompensieren müssen. Trotzdem wird die Staatsverschuldung weiter ansteigen, weil die Menschen anstelle von mehr Umsatz im Geschäft plötzlich mehr Geld auf die Sparkonten packen.

Nur weil ein Wahljahr ansteht, werde ich nicht auf diese Milchmädchenrechnung ganz sicher nicht reinfallen!

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und tschüss!

Wenn eine Familie, die Universität, an der ein Familienmitglied gerade den Doktor macht, mit fast 750 000,- Euro unterstützt, ist das ein fader Beigeschmack. Wenn dann aus “ein paar vergessenen Fussnoten” plötzlich 290 Seiten mit “vergessenen Fussnoten” werden, ist das komisch. Wenn aus “ich habe bei meiner Dissertation zu 100% nicht betrogen” plötzlich “ich lege meinen Doktotitel dauerhaft nieder” wird, ist das ein Schuldeingeständnis. Und wenn dann auch noch zusätzlich ein wissenschaftlicher Diennst, der zweckgebunden für den Bundestag zu arbeiten hat, plötzlich mit drei Abhandlungen quasi 1:1 in einer Doktorarbeit enthalten ist, dann ist dass ein zwingender Rücktrittsgrund.

Peinlich war vor allem, wie sich von Guttenberg immer wieder versuchte, aus der immer mehr eskalierenden Plagiatsgeschichte heraus zu lügen. Selten musste man miterleben, wie sich ein Politiker so offensichtlich aus einer immer peinlicher werdenden Situation herauszulügen versucht hat, anstatt endlich mit offenen Karten zu spielen.Traurig, wie man eine Karriere wegwerfen kann.

Ich sag’s ganz ehrlich: Der Mann wird mir nicht fehlen!

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