Archiv für schwarzweißblaue Gedanken

die Unentwegten

Es ist Freitag Abend. 18.00 Uhr, auf dem Weg zur ehemaligen Alm. Längst ist der Name des Stadions umbenannt worden. Man spielt jetzt in einer so genannten “Arena”, gesponsort von einem ortsansässigen Großunternehmen. Schon auf dem Weg die Stapenhorststrasse hoch wird einem mal wieder bewusst, was in den letzten Jahren alles passiert ist. Innerhalb kürzester Zeit degenerierte der heimische Club vom etablierten Erstligisten erst zum Rekordabsteiger und dann zum dauernd pleitegefährdeten Drittligisten. Heute ist man wieder mal Tabellenletzter, nun in der dritten Liga und es geht nicht mehr gegen Bayern München oder Traditionsclubs wie 1860, sondern es geht gegen Unterhaching. Immerhin auch aus München. Finanzielles Missmanagement und sportliche Inkompetenz in der Führung haben den Club heruntergewirtschaftet. Dem ensprechend wenig ist los, auf dem Weg zum Stadion. Kein Stau auf den Strassen, keine Polizeiaufgebote mehr, sondern stinknormaler Feierabendverkehr, durchsetzt mit einigen, wenigen Autos, aus deren Fenster ein Schal baumelt. Oben an der Strassenbahnhaltestelle “Oetkerhalle” strömen nicht mehr Menschenmassen aus dem Tunnel, sondern es tröpfeln die letzten Unentwegten als kleines, menschliches Rinnsaal aus der U-Bahn in Richtung “Arena”.

Nun, in der dritten Liga, kann man nicht mehr durch den Haupteingang gehen wenn man einen Sitzplatz hat. Man muss das Stadion halb umrunden, um den passenden Eingang für Block J aufzusuchen. Eine Neuerung, die man zu Erstligazeiten, bei 20 000 Zuschauern verstanden hätte – aber heute? Auf dem einsamen Weg durch den Park begegnen einem zwei traurige Obdachlose auf der Suche nach Pfandflaschen. Früher hätte ein Heimspiel durch die weggeworfenen Flaschen das Essen (und die Getränke) der kommenden drei Tage gesichert. Heute klimpern 6 Püllecken auf dem Boden des Einkaufstrollies herum. Gerade mal genug für zwei trockene Brötchen. Es hat sich halt viel verändert, in den letzten Jahren. Dort, wo früher die Ordner mit dem durchsuchen der Besucher gar nicht hinterher kamen, stehen sie sich heute die Beine in den Bauch. Angekommen im Stadion, nach kurzem, lustlosen abtasten, hat man das Gefühl, man könnte jeden Besucher per Handschlag begrüßen. Nur wenige verlieren sich auf der riesigen Fläche.

Auf dem Block kann man sich die Plätze aussuchen, Es gibt riesige Lücken – nur die letzten Unentwegten brüllen sich noch die Lunge aus dem Leib. Rund 7000 sollen es immerhin noch gewesen sein, trotz schlechter Leistungen und fehlender Punkte. Denn die letzten Unentwegten hoffen darauf, dass auf Dunkelheit auch wieder Licht folgt. Am Ende gewinnt Arminia. 2:1 – nach guter zweiter Halbzeit. Der erste Heimsieg seit Mai 2011. Die Unentwegten feiern. Sich Selbst und endlich auch mal wieder die Mannschaft. Sie werden auch beim nächsten Spiel wieder dabei sein, egal wieder Gegner heisst oder wie es ausgeht. Wie immer.

Wie an jedem verdammten Wochenende!

Kommentar (3) »

Stellenanzeige

Montag in der NW:

Konzeptloser, halbinsolventer Zweitligaclub mit inkompetenter, aber beratungsresistenter Führung, sportlichen Problemen und aufgeblähtem Kader sucht dringend Fussballlehrer zwecks Abstiegsvermeidung. Sie bringen mindestens 10 Jahre Erfahrung als Trainer in der zweiten Liga mit, haben mit wenig bis gar keinem Geld mehrfach den Abstieg mit ihren bisherigen Clubs vermeiden können und sind als Troubleshooter in der Liga bekannt und etabliert. Die Stelle wird mit einem Butterbrot pro Tag vergütet.  Sie sind ein ruhiger Charakter, lassen sie sich gern von ahnungslosen Vorstandsmitgliedern reinreden, sind nicht unbequem und wollen auf gar keinen Fall eigene Ziele durchsetzen? Dann passen sie ideal in unser Team!

Ihre Bewerbung mit vollständigem Lebenslauf und Rettungskonzept richten sie bitte an die Personalabteilung von Schüco.

Kommentar (3) »

Gerettet!

Mann, was ne Zitterpartie. Dank verschiedenster Geldgeber aus der ostwestfälischen Wirtschaft, Umschuldungen, Stundungen, Bürgschaften und eines kurzfristig gegebenen Kredites von Gauselmann, der seinem Kumpel Gerry Weber geholfen hat, bekommt Arminia die Lizenz für die Saison 2010/2011!!!

Nun kann man sich endlich wieder mit Fußball beschäftigen.  Denn eins ist klar, das weiß ich ganz genau, die schönsten Farben sind schwarz, weiß und blau ;) .

keine Kommentare »

Das Ende eines Traditionsvereins?

Es ist wirklich unfassbar. Zukünftig muss ich mich anscheinend auf ein Bielefeld ohne Arminia einstellen. Die Stadt Bielefeld verweigert dem angeschlagenen Verein die Finanzhilfe! Klar, der Verein ist ausschließlich durch Misswirtschaft und mangelnde Kontrollgremien in diese prekäre Lage geraten. Natürlich liegt die Hauptschuld für die nun wohl unvermeidliche Insolvenz nicht bei den Politikern der Stadt Bielefeld.

Was mir aber sauer aufstößt ist, dass Arminia augenscheinlich eher Opfer politischer Rivalitäten, denn sachlicher Prüfung aller Fakten geworden ist. Fakt ist, dass einem Kredit von 4,85 Millionen Euro ein Geldverlust von rund 16 Millionen Euro gegenüber steht. 3,7 Millionen gehen der Stadt im Falle einer Insolvenz durch die Lappen. Hinzu kommt noch eine Landesbürgschaft, welche den Kredit für den Stadionbau bei der Sparkasse Bielefeld absichert. DIESES Geld interessiert die städtischen Politker aber nicht. Zwar sind auch das Steuergelder, aber sie kommen aus einem anderen Topf, sprich vom Land NRW.

Niemand hat sich bisher zu dem Rattenschwanz geäußert, den eine Insolvenz nach sich ziehen wird. Was wird die Unterhaltung oder der Abriss des Stadions kosten, welches ausschließlich für Profifussball nutzbar ist? Gibt es noch Unternehmen, die Forderungen aus dem Tribünenbau an den DSC haben? Droht nun kleinen Subunternehmern das aus, weil der Verein diese nicht mehr bezahlen kann? Wie viele Arbeitsplätze gehen beim Verein verloren, bei den Caterern, wie viele Gäste verliert die Gastronomie am Wochenende und wie viele Steuergelder verliert die Stadt Bielefeld?

Man kann der Beschlussvorlage entnehmen, dass Arminia die Einnahmen für die kommende Saison eher zu konservativ kalkuliert hat, aber dennoch prescht die CDU vor und sieht ein zu hohes Risiko für den Kredit. Was bei mir bleibt ist der Eindruck, dass vor allem von der CDU alle diese Fragen ausgeblendet wurden, weil die Forderung nach Hilfe vom “SPD-Mann” Brinkmann kommt und sich zudem ein Herr Lux nach der Wahlniederlage wieder eine Daseinsberechtigung in der Bielefelder Stadtpoltik schaffen muss. Außerhalb Bielefelds versteht die Entscheidung sowieso niemand. In Essen baut die Stadt dem Verein ein neues Stadion. In Aachen gab es trotz Nothaushalt eine Finanzspritze von der Stadt in Höhe von 5 Millionen Euro. Was dort möglich war, weil man die Bedeutung eines hochklassigen Fussballvereins für Wirtschaft und Gesellschaft verstanden hat, scheitert in Bielefeld an ostwestfälischer Kurzsichtigkeit und der Kleingeistigkeit der handelnden Personen.

Nun reiht sich Bielefeld nahtlos als graue Maus in die Bedeutungslosigkeit vieler anderer Städte ein. Der Proletensport ist endlich entfernt worden. Dafür haben wir ja zwei Theater, die Stadthalle, die Oetkerhalle und die Multifiunktionsarena “Seidenstickerhalle”. Für Kultur ist also gesorgt. Paderborn und Osnabrück werden sich die Hände reiben, wenn sie zukünftig die Nische “Fussball” exklusiv anbieten können. Bleibt abzuwarten, wann auch die Politiker außerhalb der SPD merken, was sie an Arminia verloren haben!

UPDATE (15.00, 28.5.10):

Arminia hat über Nacht weitere 2 Millionen Euro aufgebracht. Die Bitte um Kredit an die Stadt liegt nun “nur noch” bei 2,85 Millionen. Aber wie es aktuell in der Ratssitzung aussieht, ist den Parteien Bundesligafussball in Bielefeld auch diese Summe nicht wert!

UPDATE 2 (15.45, 28.5.10):

Im Moment ist vbis 16.00 Uhr vertagt. Es gibt Bestrebungen, die aktuelle Ratssitzung zu vertagen. Gerüchteweise soll die Bielefelder Wirtschaft bereit sein, noch mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Mal sehen, was da dran ist. Vielleicht möchte man auch nur vertagen, weil der Ratssaal mittlerweile geschlossen werden musste – zu viele Interessenten wollen live dabei sein.

UPDATE 3 (15.50 Uhr, 28.05.10)

Laut OB hat sich das Land und die Sparkasse bewegt.

Offizielle Stellungnahmen des Landes NRW: Das Land NRW ist bereit an einer Lösung zur Schadensabwendung mitzuarbeiten. Es will Tilgungsbeiträge in Höhe von 2 Millionen Euro stunden. Das Land geht davon aus, dass die Wirtschaft drei Millionen einbringt (ist erledigt, Anm. der Redaktion). Die Stadt muss 2.85 Millionen zuschießen.

Oberbürgermeister Pit Clausen hat den Parteien die Pistole auf die Brust gesetzt und ihnen in Auftrag gegeben, die Summe zu benennen, bei sie einer Finanzhilfe zustimmen würden. Kluger Schachzug. Jetzt, wo Farbe bekannt werden soll, zeichnet sich ab, dass man die entscheidung gern auf Montag vertagen will. Die haben wohl Angst, sich sonst heute Abend auf dem Leinbeweber nicht blicken lassen zu können!

UPDATE 4 (16.10 Uhr, 28.05.10)

Offenbar geht es aktuell nur um einen symbolischen Beitrag der Stadt. Die Bielefelder Wirtschaft soll dann den Rest bringen. Im Gespräch sind derzeit zwischen 500 000 und 1 Million. SO WENIG IST DER STADT IHR BUNDESLIGIST ALSO WERT! Beschämend!!!

UPDATE 5 (16.30 Uhr, 28.05.10) – Fortsetzung der Provinzposse

Neue Diskussionsgrundlage: SPD sagt, von den 2,8 Millionen sollen 800.000 von der Wirtschaft aufgebracht werden. Die anderen Fraktionen wollen nur noch 500.000 geben, das heißt 2,3 Millionen aus der Wirtschaft.

UPDATE 6 (16.45 Uhr, 28.05.10)

Oberbürgermeister Clausen kämpft für den Kredit und den Verein! Clausen: Wenn wir Arminia nicht zur Lizenz verhelfen, dann sind nicht nur 3,6 Mio. für die Stadt weg. 12,2 Mio. vom Land, zu 80 Prozent von der Sparkasse verbürgt.
Er listet das für und wieder auf.

Als Fan muss ich klar sagen, wenn man die Zahlen sieht, versteht man die Ablehnung der anderen Parteien nicht. Hier scheint es um mehr zu gehen, als nur um die Rettung eines Imageträgers. Das ist Parteipolitik vom Übelsten!

UPDATE 7 (16.55 Uhr, 28.05.10)

Fortmeier (SPD): Ich kürze meinen Redebeitrag ab. Wir hätten auch die 4,8 Millionen mitgetragen. Es hat eine Vertagung gegeben. Wir haben recherchiert, es wird Änderungsanträge geben. Was können wir als Stadt bis Mittwoch machen. Wir haben nochmals nachgefragt und schlagen vor, den Beitrag der Stadt auf 1,8 Millionen zu kürzen und wollen die andere Millionen von der Wirtschaft bekommen.

Der türkische Basar im Rathaus hat eröffnet!

UPDATE 8 (17.05 Uhr, 28.05.10)

Inge Schulze (Grüne): Wir haben eine Gesamtverantwortung für alle Haushalte. wir geben dem Verein ein Darlehen von 0,5 Millionen Euro.

Jetzt wird’s lächerlich!

UPDATE 9 (17.20 Uhr, 28.05.10)

Rainer Lux (CDU): Kein Vorschlag, aber Kritik an der Ämterverquickung von Brinkmann, als Chef der Stadtwerke und Präsident von Arminia. Jetzt wird endgültig klar, dass es nicht um die Sache, sondern um persönliche Konkurenz geht!

UPDATE 10 (17.26 Uhr, 28.05.10)

Die Linke hält ihr "dagegen"-Schild hoch. War nicht anders zu erwarten!

UPDATE 11 (17.40 Uhr, 28.05.10)

Buschmann (FDP): Symbolisch 500 000 Euro, in Absprache mit CDU und Grünen.

Es wird möglich sein, den Rest aufzubringen. Unsere Ablehnung am Donnerstag hat die anderen zum Nachdenken gebracht.

Jetzt wird der schwarze Peter weiter geschoben!

UPDATE 12 (17.30 Uhr, 28.05.10) – noch mal zum Thema "schwarzer Peter"

Ralf Schulze (BfB): Arminia eigentlich für diese Stadt unverzichtbar. Hoffen auf die Wirtschaft. Für unsere großen Betriebe lächerliche zwei Millionen.

UPDATE 13 (17.55 Uhr, 28.05.10)

Die (geheime) Abstimmung der Anträge läuft. entweder gibt es 2,8 Millionen oder 500 000. Klingt nicht logisch, ist aber so!

UPDATE 15 (18.00 Uhr, 28.05.10)

SPD – Antrag auf Hilfe in Höhe von 2,8 Millionen abgelehnt. (19 x ja, 41x nein)

Antrag auf 500 000 Euro wird abgestimmt und unter Enthaltung der SPD angenommen, bei 4 x nein der Linken.

Damit ist das Todesurteil für den Verein wohl unterschrieben!

FAZIT: (18.10 Uhr, 28.05.10)

Bis auf die SPD hat keiner die Wertigkeit eines Bundesligaclubs für Bielefeld für wichtig genug erachtet, um 2,8 Millionen zur Verfügung zu stellen. Der schwarze Peter wurde an die Bielefelder Unternehmen weiter gegeben, die sich gerade erst von der Wirtschaftskrise erholen. Sollte der Verein nun insolvent gehen, dann können sich die Ratsherren auf die Schultern klopfen und wunderbar aus der Nummer heraus drehen. Immerhin hat man eine halbe Million ermöglicht und kann sich auf die Aussage zurück ziehen, dass die Wirtschaft eben auch nicht hinter dem Konzept des Vereins stand – sollte es schief gehen. Bielefeld ist um eine weitere Provinzposse reicher!

keine Kommentare »

freier Schleudersitz

Nun ist es also amtlich: Der Schleudersitz auf der Bielefelder Trainerbank ist wieder frei. Arminia hat sich von Trainer Thomas Gerstner getrennt. Notwendig und richtig, weil die sportliche Talfahrt unübersehbar und nicht zu tolerieren war. Trotzdem irgendwie typisch bielefelderisch und peinlich, weil man noch am Montag im offiziellen Statement genau diesen Schritt kathegorisch ausgeschlossen hatte. Nun hat man sich augenscheinlich von der öffentlichen Meinung und der klaren Positionierung der Presse beeinflussen lassen. Wieso oft bleibt festzustellen: Wenn die NW dem Kollegen Klusmeyer in der Sportredaktion die Freigabe für seine kritischen Kommentare im Sportteil gibt, dann sind die Tage des Trainers hier gezählt.

Thomas Gerstner hatte nach einer tollen, aber auch leicht glücklichen Siegesserie keinen Erfolg und hat die Mannschaft nicht voran gebracht, obwohl der Kader für die zweite Liga und das Ziel Aufstieg stark genug besetzt ist. Etliche Spieler hatten unverständlicher Weise entweder gar keine Chance oder waren durch ständige Wechsel zwischen Bank, Tribüne und Spielfeld verunsichert. Andere hingegen durften sich trotz entlicher “Nichtleistungen” konsequent über Startelfeinsätze oder regelmäßige Einwechslungen freuen. Die Mannschaft ist mittlerweile spielerisch eher ein Abstiegskandidat und total verunsichert. Darüber kann weder der Tabellenplatz, noch der Sieg gegen Pauli oder die noch vorhandene Nähe zum Relegationsplatz hinweg täuschen. Deshalb war der Schritt richtig und er wurde auch endlich mal so zeitig vollzogen, dass man bei noch neun ausstehenden Spielen alle Chancen gewahrt hat. Trotzdem bleibt bei mir irgendwie das Gefühl haften, dass hier einige Herren die Reissleine gezogen haben, damit ihre Hintern nicht plötzlich auch noch (oder schon wieder ) in der Kritik stehen. Sportmanager Dammeier hat in meinen Augen jetzt die letzte Chance, endlich einen erfahrenen Trainer zu installieren, der aus dem guten Kader das beste heraus holt und ein klares sportliches Konzept hat.

keine Kommentare »

Rücktritt in neue Ämter

Es wurde auch Zeit! Der Vorstand der Arminen ist gestern komplett zurück getreten. Das kann nur der erste Schritt sein. Die Herren Mamerow und Lämmchen werden noch mal kandidieren. Damit kann man leben, weil eine Neubesetzung kein Kahlschlag sein muss. Ich denke, dass Herr Mamerow in diesem Vorstand noch eine der unterschätzen Personen ist.

Ansonsten ist es irgendwie witzig und bezeichnend für den Plunder in diesem Club, dass alle zurück treten, aber dennoch weiterhin sichere und einflußreiche Posten haben. Das ist eher munteres Stühle rücken. Was hier statt findet ist ds berühmte Partyspiel “die Reise nach Jerusalem”, nur mit dem Unterschied, dass genügend Stühle für alle vorhanden sind. Schwick bleibt Vorsitzender des Aufsichtsrates, Kentsch bleibt Geschäftsführer und ein paar heutige Aufsichtsräte rücken in den Vorstand. Verbreitet man so Aufbruchstimmung? Ist das ein Umbruch? Ich denke nicht!

Konsequenzen zu ziehen heisst, dass man persönlich auch welche spürt. Hier wird nicht entmachtet oder gar ausgemistet, sondern es wird ein linientreuer, neuer Vorstand aus den alten Zöpfen zusammen geflochten und dem vermeintlich blöden Volk als Neuanfang verkauft!

Erst wenn Kentsch und Schwick den Club verlassen und absolut neue Gesichter im Verein installiert werden, kann man von einem Neuanfang reden. Bisher werden im Klüngelclub Armninia Bielefeld nur die Amateure umbesetzt.

keine Kommentare »

Au Backe Roland!

Nach der miserablen Vorstellung im Radio – Bielefeld – Arminia – Stammtisch formiert sich langsam eine Front gegen diejenigen, die tatsächlich für den ganzen Schlamassel verantwortlich sind. Bisher war es den Herren Kentsch und Schwick immer gelungen, durch rechtzeitige Bauernopfer in Form von Sportdirektor Saftig oder den Trainern Middendorp und Frontzeck von den eigenen Verantwortlichkeiten und vor allem Unzulänglichkeiten abzulenken. Das scheint nun vorbei!

Spätestens nachdem sich Oberbürgermeister Eberhard David – für einen Politiker völlig untypisch – sehr klar positioniert hat, steht Roland Kentsch im Kreuzfeuer der allgemeinen Kritik. Sein Vorwurf, die Stadt habe zu wenig in den Verein Arminia als bestem Werbeträger investiert, war offenbar der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Dazu kommt die offensichtliche Bedrohung des beliebten Mannschaftskapitäns Rüdiger Kauf (wer glaubt eigentlich die weichgespülte Aussage von “arbeitsrechtlichen Konsequenzen”?), der beim Stammtisch den verordneten Maulkorb sehr provokant zur Schau stellte.

Kentsch hat schlichtweg unterschätzt, dass er in Bielefeld schon seit geraumer Zeit beinahe ausschließlich negativ wahr genommen wird. So geschickt er sich in seinen Augen auch angestellt haben mag, viele im Umfeld haben sehr wohl registriert, dass man beispielsweise einen Thomas von Heesen hauptsächlich aus dem Grunde vom Sportdirektor zum Trainer hochgelobt hatte, um ihn auf Sicht aus dem Verein entfernen zu können. Auch, dass man Herrn Saftig installiert hatte, um den allmählich an Einfluss gewinnenden Trainer in die Schranken zu weisen, anstatt einen Sportdirektor auszuwählen, der ein Auge für neue und gute Spieler hat. Dies wäre zu ertragen gewesen, hätte man die Abgänge durch mündige, sportlich Kompetente Neuzugänge ersetzt. Aber der Erfolg, den von Heesen mit seiner Idee sowohl als Sportdirektor, wie auch später als Trainer verbuchen konnte, wurde nie wieder annähernd erreicht. Statt dessen wurden mit Geideck und Frontzeck als Trainer, sowie Dammeier als linientreuen Mitarbeiter munter weiter Leute installiert, bei denen das “Maul halten” höher bewertet wurde, als die sportliche Kompetenz.

Man kann einen Fußballverein nicht führen wie ein Wirtschaftsunternehmen, weil der wirtschaftliche Erfolg sehr stark an den sportlichen gekoppelt ist und somit wirtschaftliche Kompetenz allein nicht reicht. Pures Machtgebahren in Kombination mit fußballerischer Ahnungslosigkeit, sowie das Machtstreben einer einzelnen Person ohne Rücksicht auf sportliche Notwendigkeiten, haben unsere Arminia wieder in die Zweitklassigkeit zurück katapultiert. Das Herr Kentsch nicht den Club im Vordergrund sieht merkt man schon an seinem Unwillen, selbst Konsequenzen zu ziehen. So ein Mann ist untragbar!

Kommentar (1) »

zurück im Fahrstuhl

Nun ist der 7. Abstieg der Vereinsgeschichte also Realität. Er war absehbar und ist verdient. Verdient, weil man im Vorfeld der Saison Fehleinschätzungen bezüglich der Mannschaftsstärke getroffen hat. Mit nur einem zentralen Stürmer und nur vier Siegen  war die Klasse am Ende nicht zu halten. Arminia ist zurück im Fahrstuhl zwischen den Ligen.

Die Schuld wird nun Detlef Dammeier zugeschoben, der als Sportdirektor scheinbar für den sportlichen Bereich die Verantwortung trägt. Gräbt man aber etwas tiefer, dann stellt man schnell fest, dass er, ebenso wie Michael Frontzeck, als linientreue Billiglösung von den Leuten installiert wurde, die ihn heute zum Sündenbock stempeln wollen. Die Herren Schwick und Kentsch haben in den letzten fünf Jahren konsequent jeden aussortiert, der es wagte eigene Sichtweisen zu entwickeln, Ansprüche zu stellen oder gar Kritik zu üben. Rauswürfe beinahe unmittelbar nach Vertragsverlängerung kosteten eine Menge Geld, welches man aber gern investierte, weil es darum ging sich selbst den Rücken frei zu halten. Arminia konnte es sich zwar leisten, seinem Finanzgeschäftsführer ein erhöhtes Salär zu zahlen und einem ehrenamtlichen Präsidenten den vorzeitigen Ruhestand mit einem eigenen Büro samt Aufwandsentschädigung zu versüßen, aber für den wichtigen, sportlichen Bereich war nie Geld vorhanden.
Anstatt dem Sportdirektor und seinem Trainer ein eigenes Budget und Handlungsfreiheiten zu übertragen, wurden nach und nach weitgehend profillose Erfüllungsgehilfen installiert, die es sich gefallen ließen, dass der allgewaltige Herr Kentsch konsequent in den sportlichen Bereich hinein redete und bei allen Verträgen das letzte Wort hatte.

Wenn uns nun von den Herren Schwick und Kentsch erklärt wird, es habe Geld für Verstärkungen quasi herumgelegen, sei aber nicht abgerufen worden, möchten sie uns als Fans in meinen Augen für dumm verkaufen und versuchen schlichtweg einen weiteren verdienten Ex-Spieler als Bauernopfer vorzubereiten, um von der eigenen Unfähigkeit abzulenken.

Am 22. Juni ist JHV. DA sollen sich die Herren mal warm anziehen!

keine Kommentare »