Bald sind wieder Wahlen in NRW. Außer der Reihe, weil die Minderheitsregierung gescheitert ist. Nicht an schlechter Politik, sondern an der Tatsache, dass die Opposition eben nicht zum Wohle eines Landes, sondern zum Wohle des eigenen Hinterns und Machtstrebens abgestimmt hat.
Nun wird wieder gepflastert – mit Wahlplakaten allerorts. Die ersten waren die Herrschaften von der FDP. Gut – die haben es auch nötig! Mit markigen Schlagworten betreiben sie Eigenwerbung. “RAUS AUS DEN SCHULDEN!” steht da blau auf gelb zu lesen. Wie das? Keine Ahnung! Womöglich wurde der Stein der Weisheit gefunden. Wahrscheinlich ist aber eher, dass sich der Slogan zwar gut liest, aber ebenso ernst gemeint ist, wie alle Wahlversprechen, die Guido Westerwelle vor der letzten Bundestagswahl gegeben hatte. Fakt ist, da wo FDP mitregiert gibt es genauso viele Schulden wie in allen anderen Ländern.
Die zweiten Plakatierer waren die Linken. An Regierungsarbeit kann man die zwar nicht messen, aber sie haben wenigstens einen Lösungsansatz für die Schuldentilgung. “MILLIONÄRSTEUER JETZT” liest man da, dieses mal in roten Lettern auf weißem Grund. Warum jemand, der viel Geld hat, nur aus diesem Grund eine zusätzliche Steuer bezahlen soll, erschließt sich mir nicht. Geht es um das schließen von Steuerschlupflöchern bin ich voll dabei – da versickern Milliarden – aber ein bloßes “in-die-Tasche-greifen”, nur weil jemand mit seiner Hände Arbeit Reichtum erwirtschaftet hat, das kann auch keine Lösung sein. Man muss nicht ständig von unten nach oben verteilen, aber anders herum ist es auch nicht gerechter. Aber es geht im Wahlkampf ja auch gar nicht um Lösungen, es geht um Wählergewinnung – und die funktioniert mit Polemik und Schlagworten eben leider immer noch am besten!
Die SPD braucht keine Inhalte auf ihren Plakaten. Sie hat “HANNELORE” und das muss erst mal reichen. Die aktuelle Regierungschefin hat sich viel Kredit erarbeitet und man kann Wahlkampf eben auch mit Köpfen machen. Wohl dem, der so einen Kopf hat. Die CDU wirbt bisher kaum. Die hat auch genug damit zu tun zu klären, ob ihr Spitzenkandidat denn nun auch im Falle der (wahrscheinlichen) Niederlage in der Landespolitik oder doch in der Bundespolitik bleibt. Aber der gute Norbert Röttgen ist ja nicht blöd und hält sich lieber beide Türen offen. Auf Opposition hat er keinen Bock. Ob das seine Chancen verbessert und ob er somit überhaupt als Werbekopf tauglich ist, lassen wir mal offen. Deshalb grinst uns hier im Stadtteil eben ein gewisser Herr “NETTELSTROTH” an, seines Zeichens bekannter Lokalpolitiker und scheinbar werbetauglicher als sein Spitzenkandidat.
Wer noch gar nicht wirbt, das sind die Grünen. Die haben anscheinend Zeit….
… oder keinen Kopf…
…oder keinen Polemiktexter…
… aber vielleicht wollen sie auch nur abwarten.
Ob die Piraten überhaupt Wahlplakate zu Stande bringen, wo sie doch nicht mal genügend Direktkandidaten für die Wahlkreise, geschweige denn ein fertiges Wahlprogramm haben? Schaun mer mal! Aber sie haben hervorragende Chancen auf den einzug in den Landtag. Bessere als die FDP – denn “FREIES INTERNET” trifft den Nerv der jungenGeneration offenbar besser als der “Peter-Zwegat-Gedächtnis-Slogan”. Der erinnert eben doch zu sehr an das “Hartz IV-TV” am Nachmittag.
Ja, ja – der Wahlk(r)ampf beherrscht mal wieder bis zum 13. Mai das ganze Land. Alle machen viele Versprechungen. Ob man danach Veränderungen merkt?
DAS darf zumindest bezweifelt werden!