Tradition - das Kränzen |
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Vor so einer Hochzeit ballen sich interessanter Weise alle Termine knapp 14 Tage vorher. Egal, ob man beim Blumenhändler, der Kirche, dem Photografen oder den Nachbarn nach der zu erwartenden Anzahl durstiger Kranzaufhänger fragt, alle sagen: "Eilt nicht, so 14 Tage vorher reicht das dicke/ weiß ich Bescheid/ sage ich Bescheid/ erfahren sie das." Diese 14 Tage werden ganz schön stressig, das kann ich versichern. So hatte sich bei uns das Kränzen, die zweite Tradition nach dem Jungesellenabschied, auf den Mittwoch vor der eigentlichen standesamtlichen Hochzeit verschoben. |
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Mangels genauen Wissens über die Anzahl der Gäste, hatten wir vorsichtshalber acht Kisten Bier, 80 Bratwürste, 6 Salate, 5 Flaschen Ramazotti, 8 Flaschen Wacholder, sowie diverse Knabbersachen und Bierzeltgarnituren bereit gestellt. Passend zum Aufbau goß es wie aus Eimern. Die Panik bei den Organisatoren war groß. Die Garage war flux eingerichtet, das Dressing für den Salat wurde angerührt und als die ersten Gäste kamen, lugte die Sonne vorsichtig zwischen den Wolken hervor. Wie es nun mal so ist, wenn Engel... heiraten, das Wetter berappelte sich schnell. |
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| Beim schmücken von Haus, Fenster und Hof war das Wetter bestens, alle hatten einen riesen Spaß und meine bessere Hälfte und ich waren fleissig damit beschäftigt, alle mit genug Spirituosen und Gesternsaft zu versorgen. So eine Aufgabe muss man sehr ernst nehmen, denn immerhin steht den Nachbarn zumeist nur das Augenmaß für ein gerades Aufhängen des Kranzes zur Verfügung und das will schliesslich gut trainiert und gespült werden, nicht wahr? So wurde das ganze dann auch mit viel Hallo und unter strikter Arbeitsteilung (Männer hängen Kranz auf, Frauen machen Blumen dran) diszipliniert und schnell über die Bühne gebracht. In wie weit der bereits duftende Grill und die Verlockung auf ein paar kühle Fläschchen Bier hier zu Beschleunigung beigetragen haben, bleibt das Geheimnis der Gäste. | |
| Mit den 80 Würtschen sind wir bei 35 Kränzenden gut hingekommen, aber die 8 Flaschen Wacholder, sowie die Hälfte des Bieres waren am Ende Geschichte. Alle Hausbewohner schwärmen heute noch von der schönen Atmosphäre und dem Spaß, den sie beim Kränzen hatten. Wir waren jedenfalls glücklich, dass alles so prima hingehauen hat und auch darüber, wie klasse alles aussah. Vor allem aber waren wir auch froh darüber, dass nun das letzte Vorgeplänkel vorbei war und es in zwei Tagen tatsächlich ernst werden sollte. Denn auf die Dauer ist diese Warterei dann doch nervenaufreibend. | |