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Winterschlußverkauf

Geiz ist geil!

Wissen wir alle, deshalb geht es wieder richtig rund. Immer Montags startet er, der berüchtigte Winterschlussverkauf. Vom Einzelhandel ins Leben gerufen, darf einmal im Jahr so getan werden, als ob es Morgen nichts mehr gäbe.
Winterschlussverkauf, was haben wir da alles erlebt. Preisnachlässe von 50% - sind sie sozusagen auf D-Mark- Niveau - sorgten für derartige Menschentrauben, dass eine Auslosung darüber entscheiden musste, welche Verkäuferin um halb neun die Pforten zu öffnen hatte. Diese wurde dann nämlich in aller Regel von organisierten Kopftuchgeschwadern, rüstigen Rentnern in Scharen und wilden Hausfrauen minutenlang mit der Glastür an die nächste Wand gedrückt. Wilde Szenen spielten sich da um Klamotten ab, die selbst in rumänischen Altkleidersäcken verboten sind.
Einen wirklichen Blick in die tiefsten Abgründe menschlicher Seelen konnte man werfen, wenn die Schlacht am Grabbeltisch mit den 1-Euro- Feinrippunterhosen so richtig im Gange war. Überall Chaos. Unvergessen der unschöne Anblick, wenn mit Händen, Füßen und Zähnen die 10- Euro- Jeans wild in der Gegend herum geworfen wurden, nur um festzustellen, dass die eigene Größe scheinbar ausverkauft war.Wer doch was ergatterte, der ging zum nächsten Schritt über. Mit der Beute unter dem einen Arm und rigorosem Einsatz des Ellenbogens des anderen, mußte eine Umkleidekabine erobert werden, um oftmals viel zu dicke Pöter in viel zu kleine Hosen zu zwängen (’’Ich hatte IMMER 42, dass muß passen!’’) Derweil stehen eine Hand voll verstörter Ehemänner und Lebensgefährten, teilweise mit ebenso verstörtem, noch inkontinenten Nachwuchs verloren in der Gegend herum. Doch die Väter hatten es vergleichsweise gut. Die armen Kerle ohne Kinder wurden nebenbei zur Fronarbeit in Form des unermüdlichen heranschaffens etlicher Klamotten verdonnert! Das sieht dann etwa so aus:

Derweil nahm die Schlacht an den Grabbeltischen immer groteskere Formen an. Die sich abspielenden Szenen werden in Premiere bis 22.00 Uhr nur verschlüsselt gesendet!!! Normalerweise müssten für Schlußverkaufsaktionen genügend Eishokeyschiedsrichter eingesetzt werden. Das klänge dann etwa so: ’’Sorry Oma, Bodycheck wäre okay, aber Ellbogenschläge, Crosscheck an der Bande und Taschenhakeln ist verboten! 2 Minuten Strafzeit, plus 10 Minuten für übertriebene Härte! Ab in die Cafeteria!’’ Böse Zungen behaupten ja, der Schlußverkauf soll aus Gründen der Verletzungsgefahr und den damit verbundenen Kosten für das Gesundheitssystem per Gesetz verboten werden. Wer weiß das schon?

Laßt mich am Ende noch eines sagen:

’’ Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind unabsichtlich und in keinster Weise gewollt. Ja, nee, is klar *g*!!!