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Samstag war ich mit meiner besseren Hälfte mal wieder schick aus. Einen auf dicke Hose machen – sozusagen. Den dicken, vor allem aber romantischen Max markieren.
Im Klartext heisst das: Erst Kino, dann schön Essen gehen und später erübrigen wir vielleicht auch noch 20 Minuten für ’’gewisse Dinge’’.
Nach dem Kino, eine Geschichte zu einem lustigen Erlebnis dort findet ihr in Toms Kluengelladen , machten wir uns also auf den Weg in die Stadt. Auf zu einem urigen, gemütlichen Lokal. Die gastronomische Einrichtung, welche meine bessere Hälfte ausgewählt hatte, war vor kurzem erst neu bestuhlt worden. Eine Komplettrenovierung sozusagen, dummerweise inklusive der Speisekarte und natürlich nicht exklusive der Preise. So fanden wir denn nicht wirklich das Menü vor, welches wir vorzugsweise in diesem Etablissement zu schnabulieren gedachten. Aber na ja, das soll die Stimmung nicht trüben und so bestellten wir eben etwas anderes. Noch eine leckere Vorspeise dazu, ein Gläschen Wein und der Abend sollte seinen Lauf nehmen. Nahm er auch, nur anders als erwartet.
Nachdem wir zunächst einmal Scharen lästiger Blumenhändler - angeblich mit Kontakten zur russischen Mafia - unseres Tisches verwiesen hatten, kam uns denn die Wartezeit auf die erste warme Mahlzeit des Tages sehr lang vor. Dies mochte an dem durchaus zahlreichen Besuch einiger, prominenter Gäste der Bielefelder Fußballszene gelegen haben. Jedenfalls tummelten sich in der Nähe des Tisches dieser Herren vier der in diesem Laden arbeitenden fünf Bedienungen. Nur forderte unser knurrender Magen auch seinen Tribut und es musste was riskiert werden. So bat ich denn mit Hechtsprung und einiger Mühe eine der vorbei huschenden Kellnerinnen, sich doch einmal unsere scheinbar verloren gegangene Bestellung anzunehmen. Täte sie gern, hat sie gesagt. Nun gut, wir glaubten wir ihr und nahmen noch einen Schluck Wein – auf einen allenfalls durch ein wenig Popcorn gefüllten Magen. Die freundliche Nachfrage des Besitzers, nach schlappen 60 Minuten Wartezeit, ob es denn geschmeckt habe, konnten wir nach dem Genuss des dritten Glases Wein – hätten wir mal eine Flasche bestellt - ungemein beschwingt mit dem Hinweis beantworten, wir hätten noch gar nichts gehabt. Ich habe selten ein derart dümmliches Gesicht gesehen, das meine ich ganz wertfrei.
Das Essen kam dann auch prompt, nach etwa 95 Minuten. Kein Problem, dafür war es nicht mehr zu heiss, sondern südländisch lauwarm. Magenfreundlich und zu so später Stunde sicher genau richtig, der Koch wird es schon besser wissen als wir. Gott sei Dank kam die Vorspeise denn auch gleichzeitig mit dem Hauptgang, denn sowas spart nach neuesten Erkenntnissen der Ernährungsforscher ja ungemein Zeit.
Nachdem wir nun vier Glas Wein, das Menü und den am Ende angebotenen kostenlosen Anisschnaps genossen hatten, bat ich um die Rechnung. Als diese Bitte von der Kellnerin mit einem lapidar-verärgerten „haben sie es eilig?’’ beantwortet wurde, wusste ich genau, ich darf nun um Himmels willen keinen spitzen Gegenstand in die Hand bekommen! Aber sie war gnädig, denn nach 20 Minuten durften wir dann doch bezahlen und ich verliess mit meiner besseren Hälfte leicht schwankend und mit einer nun ganz und gar nicht mehr dicken Hose die Lokalitäten. Zurück liessen wir eine Bedienung, die mit verständnislosem Blick den Geizknochen hinterher sah, die trotz erstklassigem Service kein üppiges Trinkgeld hinterlassen hatten.
Ich frage mich bis heute, ob man den Besitzer des Ladens für die - durch übermässigen Weingenuss aufgrund verlängerter Wartezeiten - entgangenen Freuden an ’’gewissen Dingen’’ vielleicht haftbar machen könnte. Aber dann müssten wir dort hin gehen, womöglich etwas bestellen und das wollen wir ganz sicher nicht wieder tun!
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