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Die ultimative Chart Show

Die ultimative Chart-Show: Die besten Sängerinnen, Made in Germany!

Die Chart - Show selbst ist ja in verschiedensten Varianten bekannt und der Überschwiegersohn Olli Geissen moderiert das Ganze im Zusammenspiel mit diversen Gästen. Gäste, die kaum zu Wort kommen und mehr oder weniger dekorativ herumsitzen oder, wie Ingo Appelt, platt witzig sein sollen, weil sie für dekorative Zwecke nicht taugen. Immer dabei ist Thomas Stein, bekannt als Caster von DSDS, Produzent und immer für eine nickende Bestätigung oder Neuformulierung der Geissen-Aussagen zu gebrauchen. Mit anderen Worten: Die Gäste sind im Grunde überflüssig und am Gesicht von Hannes Jaenicke war das "was zum Geier mache ich hier eigentlich" deutlich abzulesen! Der Höhepunkt des Abends war für ihn wahrscheinlich, dass er Sabrina Setlur mal ausgiebig in den Ausschnitt gucken durfte.
Überhaupt waren die Interviews ein Höhepunkt der Sendung. Amanda Lear hatte beispielsweise Mühe, dass ihr hoch geschlitztes Kleid nicht alles zeigte, was vor allem junge Männer bei einer Frau, die 1946 geboren wurde, eigentlich gar nicht mehr sehen wollen. Jeanette Biedermann trat mal wieder alles andere als bieder auf, aber brachte ihr Haustier ihren gut gestylten Freund gleich mit auf die Bühne. Der wollte sich dann auch noch zwischen sie und Olli Geissen setzen und durfte, nachdem er seinen Platz gefunden hatte, bewundernd auf Jeanette oder verwirrt auf den Kollegen Geissen gucken. Ein echtes Highlight.

Die Top 100 der vermeintlich besten Interpreten wird mehr oder weniger qualifiziert von Promis der Klassen A-D kommentiert. Dabei gilt in aller Regel: Egal wie blöd der Spruch ist - bring ihn! Das fällt Koryphäen wie beispielsweise Olli P. allerdings auch leicht, weil er sowieso eher selten etwas rhetorisch pullitzerverdächtiges produziert.

In der Show am Samstag waren viele Ex-Stars der 70er und auch der 80er Jahre vertreten. Interessant war dabei, dass viele, von denen man seit gefühlten 25 Jahren nichts mehr gehört hat, plötzlich an "neuen Projekten" arbeiten, welche veröffentlicht werden sollen. Ein Beispiel hierfür war die ehemals unvergleichliche Jennifer Rush. Für mich ein stimmlicher Megastar der 80er. Mittlerweile in London lebend, hat sie das Projekt "Gesichtsverstümmelung" mit einem offensichtlichen Aufspritzen der Lippen, erfolgreich hinter sich gebracht, um jetzt an einem musikalischen Projekt für das nächste Jahr zu arbeiten. Ich denke, darauf hat die Musikwelt gewartet.
Dann war da noch CC Catch. In den 80ern mit den Bohlen-Konserven, die nach dessen Meinung nicht für Blue System taugten, eine durchaus erfolgreiche Sängerin. Nach der Trennung von Dieter ist sie das angeblich auch bis heute noch - allerdings in Rußland. Sie war mit einem Lied live dabei, aber man muss auch 2006 sagen, dass sich die Trennung von Dieter Bohlen nicht wirklich positiv auf ihren Stil ausgewirkt hat. Zwar mehr Beats aber immer noch der gleiche Rhytmus.
Wie ernst diese Sendung zu nehmen ist, sieht man schon an der Plazierung Nummer 11. Schni, Schna, Schnappi war sicherlich aufgrund des Spaßfaktors ein Hit, aber musikalisch auf keinen Fall ein Leckerbissen. Das ist Kindergeburtstagsmucke. Diesen Song vor alten oder aktuellen Größen der Musik, wie Katja Epstein, Juliane Werding, Jeanette, Christina Stürmer und anderen zu plazieren, schlägt dem Fass den Boden ins Gesicht. Ein allenfalls klingeltontauglicher Song in den Top 12 - ein echter Witz!

Gewonnen hat übrigens, wie zu erwarten war, die Übermutti der neuen deutschen Welle: NENA. Gabriele Susanne Kerner hat es geschafft, über 20 Jahre hinweg mit ihrer "alles-easy-peace-und-Friede-mit-Dir"-Stimme immer mal wieder in den Charts zu landen. Dabei hat sich die Musik praktisch gar nicht entwickelt. Im Interview gibt sie zu Protkoll, dass eines ihrer erfolgreicheren, neuen Lieder in fünf Minuten fertig war. Ich persönlich finde, man hört's. Nena ist sicherlich auch einer der wenigen Stars - neben Modern Talking - die ungestraft ihre alten Songs, erfolgreich und nur neu abgemischt noch mal unter das Jung- und Altvolk in merry old Germany bringen darf.

Ultimativ ist an dieser Chart Show nur, dass man mal wieder an alte, vergangene Zeiten der Musik erinnert wird, in denen es für einen Musiker tatsächlich noch zur Notwendigkeit gehörte, ein Instrument spielen zu können. Heute reicht da meist ein PC und singen braucht man auch nicht mehr zu können. In diesem Sinne ein fröhliches

UZZE,UZZE,UZZE!